Radtour zum Sedlo im Böhmischen Mittelgebirge

Dresden - Petrovice - Nakléřov - Povrly - Ústí nad Labem - Malé Březno - Lovečkovice - Sedlo - Verneřice - Děčín - Ostrov - Pirna - Dresden Dresden (193 km, 2507 Hm)

Route auf bikemap.net

Den Sedlo habe ich bei Radtouren im Böhmischen Mittelgebirge und in Lausitzer Gebirge immer wieder mal gesehen. Auch aus großer Entfernung ist er oft deutlich zu sehen. Der Sedlo ist mit 726 m der höchste Berg im rechtselbischen Böhmischen Mittelgebirge und überragt seine unmittelbaren Nachbarn deutlich. Ein prima Aussichtsberg also.

Aussicht von Nakléřov zur Kletečná und Milešovka (genau wie 2011).

Auf dem Sedlo - aber nicht der Gipfel.

Die Tour führt zuerst nach Pirna und dann die Hauptstraße nach Petrovice hinauf, wo früh am Morgen auch noch angenehm wenig Verkehr ist. Der erste Höhepunkt ist dann die wunderbare Aussicht in Nakléřov. Dann geht es etwas hinab und in Velké Chvojno auf Radweg 3066, den ich nun hinab bis ins Elbtal folge. Die Fähre in Velké Březno war leider außer Betrieb, so dass ich 20 km flaches Bonusprogramm nach Ústí und am anderen Elbufer zurück absolvieren durfte. Dann geht es in einem Tal stetig hinauf nach Lovečkovice. Dort biege ich rechts ab, es geht leicht aufwärts aus dem Ort hinaus. Dann biege ich im Wald links in eine kleine befestigte Straße ein, welche mich bis zum Fuße des Sedlo bringt.

Der Aufstieg ist leider nur zu Fuß möglich, so dass ich für die letzten 2 km und 240 Hm das Rad stehen lasse und eine kleine Wanderung einschiebe. Ich folge dem grün markiertem Wanderweg. Er führt steil hinauf auf den Kamm des lang gestreckten Berges - Wanderschuhe wären hier von Vorteil gewesen. Entlang des gesamten Weges trifft man immer wieder auf teilweise bizarre Basaltfelsen. Vor dem eigentlichen Gipfel lädt ein mit Gipfelkreuz versehener Felsen zu einer leichten Kletterei ein, die mit der ersten Panoramaaussicht belohnt wird.

Blick ins Lausitzer und Zittauer Gebirge, zum Ještěd, Riesengebirge, Ronov, Vlošť, ...

Der tatsächliche Gipfel ist eine eher unspektakuläre Ebene, aber die grüne Markierung führt noch etwas weiter nach Süden zu einer fantastischen Aussicht. Hier könnte man bei perfekter Sicht wohl bis Prag sehen. Im Osten sehe ich Lausitzer und Zittauer Gebirge, den Ještěd, das Riesengebirge und Bezděz. Im Süden wird das Land sehr flach, nur der Říp hebt sich noch ab. Nach Westen fällt der Blick auf Hazmburk, die Milešovka und dahinter auf den Erzgebirgskamm.

Blick ins östliche Böhmische Mittelgebirge mit der Milešovka.

Immer wieder bizzare Felsen auf dem Sedlo.

Nach etwa zwei Stunden wandern, staunen und rasten komme ich wieder zu meinem Rad zurück. Mein Rückweg führt zuerst wieder zurück nach Lovečkovice, dort aber gerade aus weiter nach Verneřice und dann in Richtung des auffälligen Funkturms auf dem Buková Hora. Dann geht es über Rychnov und Lesná angenehm hinab zur Elbe und nach Děčín.

Der Aussichtspunkt am Süden des Berges.

Blick auf Děčín mit dem Sněžník im Hintergrund.

In Děčín versorge ich mich mit Wasser und Nahrung und dann geht es weiter die Hauptstraße 13 nach Jílové. Von dort aus klettere ich die Serpentinen hinauf zum Ort Sněžník unterhalb des gleichnamigen, markanten Tafelberges (der übrigens 3 m niedriger als der Sedlo ist). Über Ostrov komme ich ins Bielatal und so über Krietzschwitz, Struppen und Pirna nach Dresden zurück.

Schöne Radtour mit ganz großartigem Höhepunkt. Der Sedlo bietet eine fantastische Aussicht, ganz so, wie die Milešovka, der größte Berg im linkselbischen Böhmischen Mittelgebirge.

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