Rügen-Radtour

Buschvitz - Bergen auf Rügen - Trent - Schaprode - Hiddensee - Kap Arkona - Glowe - Stubbenkammer - Sassnitz - Lietzow - Woorke - Buschvitz (165 km, 934 Hm)

Route auf bikemap.net

Bei einem Kurzurlaub auf Rügen habe ich mir Hiddensee und den Norden Rügens mit dem Rad erfahren. Start und Ziel ist Buschvitz, ein Dorf am Jasmunder Bodden 4 km östlich von Bergen. Bergen ist gut mit dem Zug zu erreichen.
Rügen ist für Rennradfahrer ein nicht ganz unproblematisches Pflaster: Die für große Touren unausweichlichen Hauptstraßen sind oft stark befahrene, schmale Alleen, was durchaus nicht ungefährlich ist. Und dann gibt es immer wieder sehr böse Kopfsteinpflasterpassagen, was mein Fall wahrlich nicht ist. Die Radwege abseits der Straßen sind dagegen nicht immer befestigt und mancherorts stark von Urlaubern frequentiert. Ich war nun auch in der Hauptsaison da, sicherlich ist man abseits des Hochsommers entspannter untwegs.

Dornbusch auf Hiddensee
Im Dornbusch auf Hiddensee
Allee mit Kopfsteinpflaster
Allee mit Kopfsteinpflaster von Breege nach Altenkirchen
Fahrrad am Gellort
Am Nordkap: Der Gellort nördlich von Kap Arkona
Erster Höhepunkt der Tour ist Hiddensee. Ich wollte früh dort sein, das hat drei Vorteile: Man ist vor dem großen Touristenstrom auf der Insel, nach der Inselbesichtigung ist noch genug Zeit für Kap Arkona etc. und die frühe Anreise zur Fähre nach Hiddensee beschehrt relativ wenig befahrene Straßen. Nach Schaprode, dem Ort, an dem die Fähre nach Hiddensee übersetzt, gibt es eigentlich keine rennradtaugliche Alternative als die Hauptstraße über Trent. Um die Neun-Uhr-Fähre zu schaffen, fahre ich Punkt halb Acht in Buschvitz bei Bergen los und absolviere das Einzelzeitfahren nach Schaprode über 28 km in genau einer Stunde.
Die Fährüberfahrt nach Vitte dauert 45 Minuten, Zeit zum Rasten und auf dem Fährschiff einen Imbiss einzunehmen. Leider gibt es hier nichtmal Rügen-typische Fischbrötchen, nur Standard-Imbiss-Kost.
Auf Hiddensee gibt es neben touristisch erschlossenen und dennoch recht beschaulichen Fischerdörfern den Dornbusch, ein kleines Bergland im Norden der Insel mit seinem bekannten Leuchttum. Der Aufstieg zum Turm ist wirklich lohnenswert. Die Heidelandschaft südlich von Vitte habe ich leider nicht erkundet, da die Straße gerade gebaut wurde und die Alternativestrecke direkt daneben durch den Sand verlief. Das habe ich mir lieber erspart und war so schon vor 13 Uhr wieder mit der Fähre zurück in Schaprode.
Nun geht es wieder zurück nach Trent und dann nach Norden und mit der Wittower Fähre nach Wittow. In Parchow biege ich von der Hauptstraße nach rechts ab und fahre nun auf nahezu leeren, kleinen Straßen weiter Richtung Altenkirchen. Das letzte Stück ab Breege ist eine schöne Allee, allerdings auch mit sehr holprigem Pflaster. Von Altenkirchen geht es dann geradewegs via Putgarten nach Kap Arkona. Hier ist wieder einiger Touristenrummel. Das eigentliche Nordkap ist aber am Gellort, noch etwas nördlich von hier. Ein unbefestigter Weg direkt oberhalb der Steilküste führt dort hin.
Dann fahre ich nach Süden, immer den Radweg an der Küste entlang. Zwischendurch gibt es Vitt zu sehen, ein ursprünglich erhaltenes Fischerdorf. Bei Julisruh beginnt die Schaabe, ein schmales Landstück zwischen der Ostsee und dem Großen Jasmunder Bodden. Es gibt eine Hauptstraße, einen Radweg, Nadelwald und Badestrand. Auf der ganzen 7 km Länge stehen entlang der Hauptstraße links und rechts die Autos der Badegäste. Dann geht es durch Glowe durch und dahinter auf der Hauptstraße weiter und links ab Richtung Nationalpark Jasmund. Es wird zum ersten mal ernsthaft hügelig. Die Alleen spenden dabei hilfreichen Schatten. Noch vor dem Nationalpark mache ich am Bio-Hofgut Bisdamitz halt, wo es leckere Brötchen und Rügener Äpfel gibt. Nach Hagen, am mit 144 Meter höchsten Punkt der Strecke, biegt links eine für den PKW-Verkehr gesperrte Straße zur Stubbenkammer ab. Dort gibt es den Königstuhl, das Nationalparkhaus und die Viktoria-Sicht.
Die Route geht weiter zurück zur Hauptstraße und nach Sassnitz und über Mukran zum beschaulich zwischen den beiden Jasmunder Bodden gelegenen Lietzow. Die B96 hat hier einen Radweg neben der Straße, so dass entspanntes Radfahren möglich ist. Dann fahre ich rechts ab nach Ralswiek hinab, wo sich jede Menge Touristen tummeln. Ich statte noch den Woorker Bergen, ein bedeutendes Hügelgräberfeld, einen Besuch ab. Im Abendlicht wirken die bewaldenten Hügel, die über die Kornfelder emporragen, recht beeindruckend. Dann geht es auf direktem Weg vorbei am Nonnensee nach Bergen und zurück zum Start in Buschvitz.

Damit waren es 165 abwechlungsreiche Kilometer in ungewohnter Umgebung.
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