Landschaft bei Wolschwiller
Blick zurück zwischen Basel und Ferrette
Ferrette
Blick auf Ferrette und die Burgruine, die Vogesen am Horizont

12. Tag: Von Basel ins Elsass

Möhlin - Rheinfelden - Basel und Weil am Rhein - Rodersdorf - Bendorf (74 km, 710 Hm)

Auf dem kurzen Stück von Möhlin nach Basel überschritten wir die 1000km-Marke. In Basel angekommen schauten wir uns erstmal kurz in der Altstadt um. Auf der Terrasse unterhalb des Münsters gab es zweites Frühstück mit Blick über den Rhein und zum Schwarzwald. Da der Freilauf von Jojos Rad akute Verschleißprobleme meldete, machten wir noch einen Abstecher nach Weil am Rhein, die nächstgelegene deutsche Stadt, um dort eine Fahrradwerkstadt aufzusuchen. Auf den Gedanken, dass man in Schweizer Radläden mangels passender Währung ja auch elektronisch bezahlen konnte, ist zu diesem Zeitpunkt irgendwie (noch) keiner von uns gekommen...
In Weil am Rhein gab es zwar einen Radladen, aber dort wurden wir wieder weggeschickt. Ob es an dem fehlenden Ersatzteil lag oder daran, dass sie sich nicht die Finger dreckig machen wollten? Auf dem Rückweg nach Basel nahmen wir die Dreiländerbrücke mit, eine Fußgängerbrücke direkt im Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland. Und wir waren da. Und damit zum ersten mal der Tour auf französischem Boden. Aber nur kurz, denn das Problem mit dem Freilauf war immer noch aktuell, also war es die nächste Aufgabe im hektisch engen Basel einen Radladen zu finden. Dazu war die Hilfe der Touri-Auskunft nötig. Und angeblich waren wir heute nicht die ersten, die diese Auskunft brauchten. Im Radladen angekommen gab es das begehrte Teil immerhin, aber zum Einbau wurden wir in die Selbstbau-Werkstatt verwiesen. Nagut, dann machen wir uns selbst die Finger dreckig. Nach einiger Friemelei und mit Hilfe des Radladenpersonals (welches auch lange über Jojos Hinterrad grübelte) schafften wir es und Jojos Rad lief wieder rund.
Damit konnte es weiter gehen und 16:20 war der reelle Start in die Etappe, denn wir wollten noch ein Stück weit nach Frankreich rein fahren. Wir folgten einen Radweg nach Süden aus der Stadt raus, den wir jedoch recht bald aus den Augen verloren. Dann ging es über Biel-Benken (CH), Leymen (F), Rodersdorf (CH), Biederthal (F) erstmal entlang der Grenze von Schweiz und Frankreich. Es wurde langsam Abend und wir hatte noch nicht mal so richtig Mittag gegessen. Dummerweise fanden wir in den kleinen Örtchen hier nirgendwo einen Laden, so dass wir hungrig weiterfahren mussten. In Ferrete, einer netten Kleinstadt mit Burgruine an einem Abhang gelegen, konnten wir uns entscheiden: Den Berg hinab fahren und im Ort einen (erhofften) Laden finden, oder zum Campingplatz nach Bendorf fahren, welcher auf dem Berg liegt, wo wir gerade sind. Wir entschieden uns für die zweite Variante und kamen erst um dreiviertel acht in Bendorf an. Der Campingplatz liegt etwas oberhalb des Ortes und ist sehr schön, ruhig und mückenfrei. Und die zwei netten Elsässer Campingplatzwarte machten uns auch noch extra was zu essen, zum Kompott gab es noch Eis für jeden. Damit war der Abend gerettet.
Ein lustiges Erlebnis war, dass drei Radfahrer mit auffälligen Lichtanlagen noch bei Einbruch der Dunkelheit ankamen, die wir schon in Möhlin auf dem Campingplatz gesehen hatten. Wir waren trotz Panne schneller gewesen...


Basel
Basel

Pont-de-Roide
Das erste mal am Doubs in Pont-de-Roide
Rheinfall
Der Canal du Rhône au Rhin in L'Isle-sur-le-Doubs

13. Tag: Kleiner Bergzuschlag auf dem Weg zum Doubs

Bendorf - Ferrette - Courtavon - Porrentruy - Pont-de-Roide - L'Isle-sur-le-Doubs (83 km, 770 Hm)

Heute früh fuhren wir erstmal wieder nach Ferrette, weil es dort nach Auskunft der Leute vom Campingplatz einen Supermarkt gibt. Zudem konnten wir so die Burgruine und den Ausblick vom Turm in die Vogesen mitnehmen. Danach kauften wir reichlich ein, so dass es im Notfall auch bis nach Besançon reichen würde.
Das Tagesziel hieß dann das Doubs-Tal. Wir hatten lange überlegt, ob wir nördlich über Montbéliard oder südlich, etwas durch die Schweiz und mit ein paar Bergen mehr, fahren sollten. Da wir eigentlich genug Städte gesehen hatten, entschieden wir uns für die Südvariante.
Also ging es von Ferrete über Courtavon in einen Schweizer Zipfel hinein, in dessen Mitte Porrentruy liegt. Danach weiter über Chevenez zurück nach Frankreich, dabei immer leicht bergan. Am "Pass" überquerten wir die Grenze zum Département du Doubs, in dem auch unser Tour-Ziel Besançon liegt. Den Fluss Doubs, Namensgeber für das Département, erreichten wir dann in Pont-de-Roide. Aber wir überquerten den Fluss nur und kürzten ab, statt dem sich schlängelnden Flusslauf zu folgen. Das bedeutete jedoch wieder ein Anstieg. Über Dambelin kamen wir so zum Etappenziel L'Isle-sur-le-Doubs. Dort entdeckten wir auch gleich einen ausgeschilderten Radweg entlang des Doubs. Parallel zum Doubs verläuft übrigens in diesem Abschnitt der Canal du Rhône au Rhin (Rhone-Rhein-Kanal). Beide teilen sich das meist enge Doubs-Tal. In L'Isle-sur-le-Doubs gibt es sonst nicht weiter viel zu sehen, aber immerhin hat das Städtchen einen Supermarkt. Am Abend kehrt Vorfreude auf die morgige Ankunft in Besançon ein. Wir müssen einfach nur den Doubs-Radweg stromabwärts fahren.


Im Doubs-Tal
Im Doubs-Tal
Die Festung von Besançon
Die Festung von Besançon
Der Doubs in Besançon
Der Doubs in der Altstadt von Besançon

14. Tag: Im wunderschönen Doubs-Tal nach Besançon

L'Isle-sur-le-Doubs - Clerval - Baume-les-Dames - Novillars - Besançon (75 km, 280 Hm)

Heute radelte es sich vorzüglich. Es gibt einen ganz neuen Radweg entlang dem Doubs, frischer Asphalt, saubere Schilder, alles wie aus dem Ei gepellt. Die Streckenführung ist fast immer direkt am Ufer des Doubs oder des Kanals und somit tellerflach. Das Doubs-Tal ist wunderschön, begrenzt von Bergen die bis über 250 m über dem Fluss reichen mit grünen Wäldern und weißen Felsen an den Hängen. Im Baume-les-Dames machen wir in der Altstadt auf dem Marktplatz Mittagspause. Die Pause wäre sicher schöner gewesen, wenn der Markplatz autofrei gewesen wäre. Dann ging es weiter am Doubs stromabwärts. Untwegs trafen wir auf die Vélo Garde: Sie kümmern sich um die Sorgen und Sicherheit der Radtouristen auf dem neuen Radweg! Man muss also nicht einmal Werkzeug mitnehmen. Und von den 2 Jungs erfuhren wir auch, der dieser Radweg im Doubs-Tal Teil eines viel größeren europäischen Radwegs ist, der EuroVelo 6 von Nantes an der französischen Mittelmeerküste nach Constanţa am Schwarzen Meer. Vom EuroVelo-Projekt gibt noch mehr europäische Fernradwege.
Etwa um vier kommen wir in Besançon an. Wir folgend der Ausschilderung zum Office de Tourisme, wo wir uns mit einen Stadtplan ausstatten. Damit finden wir uns problemlos zu den Freunden, die wir hier besuchen wollen. Am Abend schauen wir uns nochmal kurz in der Altstadt um tauchen langsam ein in französisches-entspanntes Lebensgefühl.


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