Hinter dem Donaudurchbruch
Touri-Boot hinter dem Donaudurchbruch am Kloster Weltenburg

6. Tag: Regensburg und Donaudurchbruch

Regensburg - Kehlheim - Donaudurchbruch per Schiff - Neustadt an der Donau - Menning (79 km, 290 Hm)

Nach dem Frühstück ging es endlich rein in die Altstadt von Regensburg - die Türme des Doms wiesen uns den Weg. Mit Hilfe des Plans von der Touri-Info klapperten wir die Top-5 Sehenswürdigkeiten ab: Natürlich der alles überragende Dom, das alte Rathaus, das Schloss von Thurn & Taxis, die Porta Praetoria und zuletzt die Steinerne Brücke. Dabei kamen wir durch viele kleine Straßen und Gassen der sehr schönen mittelalterlichen Altstadt. Regensburg ist wirklich sehenswert!
Nach der kurzen Stadtbesichtigung ging es dann gegen Mittag stromaufwärts weiter Richtung Besançon. Vorbei an einem Römerkastell kamen wir nach Kelheim. Über dem Ort thront die Befreiungshalle und im Ort wimmelt es von Radfahrern. Kein Wunder, denn hier ist Treffpunkt von Altmühl und Donau. In Kelheim stiegen wir ganz dekadent in ein Touri-Boot, um den Donaudurchbruch vom Fluss aus zu sehen. Vom Radweg hätte man wohl nicht so viel gesehen. Auf dem Schiff gab es das erste (!) Eis der Radtour - ganz so, wie es sich für einen richtigen Touri-Tag gehört. Das Kloster Weltenburg schauten wir uns aber dann nicht mehr an, um nicht ganz unter all den Touristen unter zu gehen. Dann also den Donau Radweg immer weiter, wobei manchmal die Streckenführung etwas nervte: ein unerreichbarer Radweg auf der Brücke bei Neustadt sowie häufige Stadt- und Dorf-Rundfahrten. Innerorts ist man jedoch mit einer 1:150.000er Karte der Ausschilderung meist schonungslos ausgeliefert. Im weiteren Verlauf an der Donau haben wir immer wieder versucht, solche Rundfahrten zu vermeiden, nur da nicht, wo wir wirklich mal eine Runde durch den Ort drehen wollten. Am Abend schlugen wir in Menning unser Lager auf dem kleinen Zeltplatz hinter dem Gasthof "Unterer Wirt" auf.


Regensburg: Dom und die Steinerne Brücke
Regensburg: Dom und die Steinerne Brücke
Liebfrauenmünster zu Ingolstadt
Das Liebfrauenmünster zu Ingolstadt
Jagdschloss Grünau bei Neuburg
Jagdschloss Grünau bei Neuburg an der Donau

7. Tag: Immer an der Donau entlang ...

Menning - Ingolstadt - Neuburg an der Donau - Donauwörth - Dillingen an der Donau (112 km, 470 Hm)

Heute war ein eher unspektakulärer Tag. Wir folgten wie gestern den Donauradweg stromaufwärts und schauten uns an, was so direkt an der Strecke lag. In Ingolstadt drehten wir eine kurze Runde durch die recht nette Altstadt (Liebfrauenmünster, Herzogschloss, Kreuztor). Es gibt auch eine lustige Donaubrücke (Glacisbrücke), deren Radwege seitlich der Fahrbahn eine Berg- und Talfahrt machen.
Im weiteren Streckenverlauf gab es noch das Jagdschloss Grünau, Neuburg an der Donau, Schloss Leitheim und Donauwörth zu sehen (und meinen großen Obsteisbecher...). Etappenziel war der direkt an der Donau gelegene Campingplatz in Dillingen.
Und hier noch ein paar Worte zum Donauradweg: Uns begegneten während der 3 Tage an der Donau keine - wirklich keine - Radtourenfahrer, die, so wie wir, stromaufwärts fuhren. Dagegen kamen uns durchaus einige entgegen. Scheinbar steht irgendwo geschrieben, man solle die Donau doch bitte von der Quelle aus fahren? Wer weiß, was wir verpasst haben... Oft war der Donauradweg jedoch nicht so schön wie zum Beispiel die Waldnaab. Entlang der Donau gab es viele Industrie- und Gewerbegebiete und weniger Natur und schöne Landschaften als auf den ersten Tagen unserer Tour. Aber vielleicht ist die Donau im Oberlauf besser? Wir haben es nicht herausgefunden.


Das Ulmer Münster
Das Ulmer Münster mit dem 161 m hohen Turm
Luftig-filigraner Kirchturm
Aufstieg bis zur Turmspitze

8. Tag: In Ulm auf den höchsten Kirchturm der Welt

Dillingen an der Donau - Gundelfingen - Ulm - Erbach - Rottenacker (90 km, 230 Hm)

Gleich nach dem Start gab es den ersten Platten der Tour. Daher organisierten wir in Gundelfingen auch gleich einen neuen Reifen für Inas Rad. Danach kamen wir nach Ulm. Schon von weitem war der mächtige Turm des Ulmer Münsters zu sehen. Auf dem Donauradweg kamen wir bequem in die Stadt rein. Wir parkten unsere Räder an der alten Stadtmauer und erkundeten die Altstadt zu Fuß. Es gibt dort eine Mischung aus sehenswerten historischen Gebäuden und kontrastierenden modernen Bauten, aber vor allem auch viele langweilige Stadthäuser. Im Gegensatz zum Großteil der Altstadt hat das Münster den Krieg überstanden. Mit seinem 161 m hohem Turm besitzt es den höchsten Kirchturm der Welt, aber schon das Kirchenschiff ist riesig. Es sollen 768 Stufen sein, die man bis zur Aussichtsplattform in 143 m Höhe erklimmen muss. Dabei ist der Aufstieg, typisch für gotische Kirchen, sehr eng und luftig. Wenn man dann einen Platz an der Aussicht ergattert hat, bietet sich ein weiter Blick und die Stadt liegt wie Spielzeug unter dem Betrachter. Definitiv ein weiterer Höhepunkt der Tour.
Erst nach um vier setzten wir uns wieder in Bewegung, immer die Donau entlang, die irgendwie immer kleiner wurde. Sie war lange nicht mehr der gewaltige Strom wie in Regensburg, wirkte eher wie die gemächlich dahinfließende Spree. Wir fuhren noch bis Rottenacker, wo es an der Kiesgrube Richtung Volkersheim einen kleinen Zeltplatz gibt. Es war wohl einer der schönsten Zeltplätze der Tour: ein blauer Badesee, keine Caravans, Ruhe, Möven am Strand, das erste mal Baden. Und auch der am Abend herangezogene Regen störte nicht.


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