Kirche in Český Jiřetín
Von Fláje umgesetzte Holzkirche in Český Jiřetín
Blick zum Schwartenberg
Blick zum Schwartenberg im Flöhatal vor Neuhausen

1. Tag: Hinauf nach Seiffen

Dresden - Tharandt - Beerwalde - Wilde Weißeritz - Neuhermsdorf - Deutschgeorgenthal - Seiffen (84 km, 1230 Hm)

Die ersten zwei Tage waren die bergigsten der Tour. Wir hatten uns grob vorgenommen, entlang der Waldnaab und Naab zur Donau zu fahren. Die Waldnaab kommt aus der tschechisch-bayrischen Grenzregion, und da muss man ja erstmal hinkommen. Die reizvollste und im Vergleich gar nicht so bergige Strecke führt direkt auf den tschechischen Erzgebirgskamm hinauf, dort oben etwas entlang und über Karlovy Vary (Karlsbad) hinein nach Bayern (Oberpfalz).
Also hieß es am ersten Tag Höhenmeter sammeln. Der einzige brauchbar gelegene Campingplatz ist oben in Seiffen. Wir fuhren erst im bzw. etwas oberhalb des Tals der Wilden Weißeritz. Der Feldweg oberhalb von Beerwalde hätte vielleicht nicht sein müssen, aber es ging so ganz gut allmählich hinauf. Dann den Becherbachweg hinauf nach Neuhermsdorf und auf dem Bahndamm weiter. Der erste richtig steile Anstieg war nach dem Teichhaus hinauf zur Fischerbaude. Über den Ringelweg fuhren wir runter nach Deutschgeorgenthal. Dort schauten wir mal rüber ins tschechische Český Jiřetín zur Holzkirche, welche im Zuge des Baus der Talsperre Fláje umgesetzt wurde. Innen gibt es eine kleine feine Ausstellung über den den alten Ort Fláje, die Umsetzung der Kirche und den Talsperrenbau. Lohnenswert.
Danach ging es entlang der Rauschenbachtalsperre, hinab ins Flöhatal, durch Neuhausen vorbei am größten Nußknacker der Welt und dann zum Endanstieg hinauf nach Seiffen. Im Zentrum wimmelte es von Mountainbikern, da an dem Wochenende der Erzgebirgsmarathon stattfand. Zum Glück kamen wir auf die Idee, uns genau nach den Straßensperrungen für das am nächsten Tag stattfindende Rennen zu erkundigen. Unser Zeitplan für Tag 2 wurde dadurch deutlich nach vorne geschoben...
Der Campingplatz ist ein gutes Stück oberhalb des Ortes auf einer Bergwiese mit Aussicht und nettem Sonnenuntergang gelegen.


Erzgebirgsmagistrale
Unterwegs auf der Erzgebirgsmagistrale
Klínovec Gipfelfoto
Auf dem Dach der Tour: Klínovec (1244m)

2. Tag: Aufs Dach der Tour und hinab ins Egertal

Seiffen - Olbernhau - Kalek - Erzgebirgskamm - Měděnec - Klínovec - Jáchymov - Velký Rybník (97 km, 1360 Hm)

Kurz nach halb 8 brachen wir auf, um möglichst früh nach Olbernhau zu kommen. Bis dahin sollte die Straße für den Erzgebirgsmarathon ab spätestens um 9 gesperrt sein. Kühl war es so früh im im Seiffengrund. In Olbernhau bogen wir ins schöne Natzschungtal ab, um bei Rübenau auf dem Erzgebirgskamm die Grenze nach Tschechien zu überqueren. Ab dort folgten wir dem Radweg 23, der Erzgebirgsmagistrale, auf kleinen Straßen immer auf dem Kamm des Gebirges entlang. Irgendwie ist der Radweg mit dem ganzen Gepäck welliger als ich ihn von meinen Touren mit dem Rennrad in Erinnerung hatte. Aber wie immer ist es sehr schön hier oben. Kurz hinter der Přísečnice-Talsperre machten wir Mittagspause. In Měděnec gab es Blicke hinab ins Egertal und Kofola für alle. Die weitere Strecke führte dann auf Radweg 36 ganz dicht am Klínovec vorbei. Den fakultativen Abstecher zum höchsten Berg der Tour und höchsten Berg des Erzgebirges ließen wir uns nicht entgehen. Gut gelaunt gab es dann ein Gipfelfoto auf 1244 Meter ü. NN. Durch die aufkommende Bewölkung war jedoch die Sicht nicht mehr so gut und wir hatten es plötzlich eilig vom Erzgebirgskamm runter zu kommen, da heute Gewitter für den Nachmittag angesagt waren. Also stürzten wir uns in die lange Abfahrt auf der Hauptstraße von Boží Dar nach Jáchymov und weiter bis kurz vor Ostrov. Kurz nach dem Einkauf in Hroznětín kam dann das Gewitter, mit heftigen Regen. Mit Regensachen schafften wir noch die ein, zwei Kilometer bis nach Velký Rybník und stellten uns dort an einem Buswartehäuschen unter. Wir verwarfen den Plan, noch bis nach Karlovy Vary zu fahren und nahmen uns, nachdem der Regen aufgehört hatte, eine Bungalow gleich hier in Velký Rybník. Dort konnten wir Sachen trocknen und noch einmal etwas Zivilisationsluxus wie ein Bett, Fernsehen, Kühlschrank etc. genießen.



Klínovec und Fichtelberg
Die zwei Großen des Erzgebirges: Klínovec und Fichtelberg
Karlovy Vary (Karlsbad)
Karlovy Vary (Karlsbad)
Jan Svatoš
Brücke über die Ořhe (Eger) bei der Felsformation Jan Svatoš
Loket
Loket

3. Tag: Karlsbad und dann im Egertal nach Cheb

Velký Rybník - Karlovy Vary - Loket - Sokolov - Kynšperk nad Ořhí - Cheb (79 km, 640 Hm)

Von Velký Rybník ist es nicht weit bis nach Karlsbad rein. Dort kauften wir ein und genossen mitten in der Touristen-Stadt unser zweites Frühstück. Die Stadt machte schon einen ganz schön edlen Eindruck auf uns. Wir fuhren im Tal der Teplá aus der Stadt hinaus und vom Stausee bei Březová wieder hinab ins Tal der Eger (Ohře). Von dort bis Loket (Radweg 2009) ist das Tal landschaftlich sehr schön und tief eingeschnitten. Es hat den Charakter eines Erholungsgebietes. Im Fluss wird gepaddelt und auf dem Weg entlang des Ufers gewandert und mit dem Rad gefahren. An der Felsformation Jan Svatoš gab es eine nette schwankende Brücke, wo wir unsere bepackten Räder erstmal hochhieven mussten. In Loket haben wir uns auch kurz umgesehen, es gibt (wie oft in tschechischen Städten) einen netten Marktplatz und dazu eine Burg. Die Altstadt ist auf einem Berg in einer Schleife der Eger erbaut. Sehenswerte Stadt. Dann ging es weiter entlang der Eger, durch Sokolov, vorbei an Industriegebieten und Kraftwerken (in der Nähe nördlich der Eger gibt es Braunkohletagebau) nach Kynšperk nad Ořhí und weiter bis nach Cheb. Auch Chebs Altstadt ist sehr sehenswert, mit einen großen Markplatz, gotischen Kirchen und einer Burg, die wir jedoch verpasst haben. Nach der kurzen Besichtigung ging es zum Campingplatz am Stausee Jesenice südöstlich der Stadt. Ein riesiger Edel-Campingplatz.


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