4. Tag: Zugfahrt und Regen im Erzgebirge

Kostelec nad Orlicí - Hradec Králové - Zugfahrt nach Ústí nad Labem - Petrovice - Dresden (110 km)

Hradec Králové
Hradec Králové
Hradec Králové
Hradec Králové
Kurz vor 9:00 Uhr fahre ich los. Das Ziel ist Hradec Králové und ab dort mit der Bahn nach Ústí nad Labem. Mit Hilfe von kleinen Straßen und Radwegen kann ich die Haupstraße (die gleiche wie gestern) fast komplett vermeiden. Zudem bietet mir Wald Schutz vor dem Gegenwind. In Hradec Králové habe ich mich kurz in der historischen Altstadt umgeschaut. Im Bahnhof kaufe ich die Fahrkarte, was auch problemlos gelingt - Dank eines Ausdrucks von der Verbindung, die ich fahren wollte. 12:08 Uhr nach Nybmurk und dort in den Zug nach Ústí umsteigen. Kurz nach drei wäre ich dann dort. Ich hatte mir extra unter www.vlak.cz Verbindungen mit Fahrrad-Transport rausgesucht. Da gibt es dann Wagen mit Fahrrad-Abteil. Nur leider passt bestenfalls ein Kinderrad derart rein, dass es nicht im Weg steht. Und Stehen ist auch so eine Sache - es mangelt an jeglichen Haltevorrichtungen. Also lege ich mein Rad einfach hin, was maximal Platz kostet. Wenn Leute aus- oder einsteigen wollen, muss ich mein Rad aus dem Weg räumen. Da sich kein Schaffner beschwert, nehme ich an, dass das der übliche Weg ist hier ein Rad unterzubringen (bei Zügen ohne Fahrradabteil aber mit Gepäckwagen gibt man das Rad als Gepäck ab). Die Züge sind laut, die Wagen wie früher. Ruckeln, knirschen, rattern, quitschen - so richtig Eisenbahn eben.
In Ústí empfängt mich Nieselregen. Ich kämpfe mich nach Osten an der Elbe aus der Stadt, durch sich stauende Autos, auf nicht vorhandene Fußwege ausweichend. Ich mag diese Stadt nicht. Von der E442 biege ich links ab nach Ryjice. Es geht steil hinauf. Dafür ist es sehr ruhig hier. Es folgt eine landschaftlich reizvolle Abfahrt von Mnichov nach Čermná. Man sieht das Erzgebirge in den Wolken stecken. Von Libouchec fahre ich hinauf nach Tisá. Am Ortseingang fängt es an zu Regnen. Zu Schütten. Die Winterausrüstung muss wieder her. In Petrovice fülle ich meine Gepäcktasche nochmal mit Leckereien auf. Während der Abfahrt im Bahratal bessert sich das Wetter, der Regen hört auf. Dann durch Pirna, Elberadweg und Pillnitz. Schön ruhig ist es hier bei solchem Wetter. Und wie zum Hohn scheint mir auf den letzten Metern nach Hause die Abendsonne ins Gesicht. Verdammt, wo habe ich nur die Sonnencreme gelassen?
Fahrradabteil im tschechischen Zug
Fahrradabteil im tschechischen Zug

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