1. Tag: Isergebirge und Elbe

Zugfahrt nach Chrastava - Jizersko magistrála - Elbe - Dvůr Kralové nad Labem - Nové Město nad Metují (147 km)

Bäume, Nebel und ein Rad
Letztes Jahr gab es im Isergebirge mehr Aussicht
Rote Felsen im Elbtal
Rote Felsen im Elbtal in Klášterská Lhota
Černá Hora
Černá Hora vom Elbtal aus gesehen,
Wolken hängen über dem Riesengebirge
Um am ersten Tag möglichst weit nach Osten vorwärts zu kommen, begann der Tag mit einer Zugfahrt. Ich wollte 7:37 Uhr mit dem RE nach Zittau fahren. Beim Einsteigen bemerkte ich, dass der Zug bis nach Liberec weiterfährt. Nicht schlecht, da kann ich mir noch ein paar Kilometer an der Neiße sparen. Im Radabteil wurde es unterwegs sogar richtig voll - alle wollten bis nach Liberec fahren. Schon im Zittauer Gebirge waren die dichten, tief hängenden Wolken zu sehen. Wie wird es wohl im Isergebirge aussehen? Nach der Grenzüberquerung kaufe ich beim tschechischen Schaffner noch die Fahrkarte von Zittau bis Chrastava - eine Statation vor Liberec. Dort starte ich um 9:40 Uhr meine Tour. Es ist kühl, etwa 12°. Ich folge Radweg 22, die Jizersko magistrála, über Mníšek auf das Plateau des Isergebirges hinauf. Ab etwa 600 m Höhe komme ich in die Wolken rein, vom Ještěd kann ich nur den Fuß sehen. Und mit zunehmender Höhe wird es auch kälter. Bei etwa 7° und Nieselregen muss ich in die Wintersportabteilung meiner Packtasche gehen und Überschuhe, Jackenärmel sowie warme Handschuhe greifen. Hee, das ist Sommerurlaub! Ich gewöhne mich heute dran, 12° als sommerlich zu empfinden.
Am Aussichtspunkt unterhalb des Holubník, wo ich letztes Jahr einen feinen Blick hatte, war natürlich nur dichte Nebelsuppe zu bewundern. An der Kreuzung des Radwegs mit der Straße 290 biege ich rechts ab, folge also dem Radweg 22 nicht weiter. Dafür geht es bergab, hinaus aus dem Nebelmeer, vorbei am Stausee Souš. Mir kommt eine Gruppe Radreisender - der outdoorkataloggleichen Ausrüstung nach zu urteilen aus Deutschland - entgegen. Über Kořenov komme ich ins Tal der Jizera, welche ich bergab fahre. Je tiefer ich komme, desto freundlicher wird das Wetter. Hinter Jilmenice - es geht inzwischen wieder bergan Richtung Vrchlabí - kommt sogar die Sonne raus! Vom Nordwind getrieben bleiben die dichten Wolken im Riesengebirge hängen und südlich ist es freundlich: ich lasse mich von gar sommerlichen 18° verwöhnen.
Durch Branná geht es ins Elbtal und dann mit Rückenwind an der Elbe nach Hostinné zum Einkaufen. Unterwegs kann ich Blicke zurück zum Riesengebirge genießen, nur Černá Hora ist zu sehen, der Rest verhüllt sich in dichte Wolken. In Nemojov mache ich große Pause auf einer sonnigen Wiese. Hier ist das Elbtal mal steiler, die Elbe muss einen kleinen Gebirgszug durchqueren. Dann weiter durch Dvůr Kralové nach Jaroměř. Dort verlasse ich die Elbe und fahre die 285 durchs Flachland nach Nové Město nad Metují. Zur Abwechslung wird böiger Seitenwind serviert. Kurz nach fünf komme ich in Nové Město an. Die historische Altstadt ist auf einem Felsen in einer Schleife des Flusses Metuje gebaut. Dort gibt es einen netten Marktplatz, über den jedoch eine Hauptstraße quer drüber geht. Am einzigen Hotel am Markt bekomme ich ein Zimmer.
Marktplatz von Nové Město nad Metují
Denkmalgeschützter Marktplatz von Nové Město nad Metují
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