2. Tag: Isergebirge und Zittauer Gebirge

Harrachov - Jizersko magistrála - Hrádek nad Nisou - Chata Luž (90 km)
Streckenprofil
Hochmoor bei Jizerka im Isergebirge
Hochmoor bei Jizerka im Isergebirge
Sehr gute Radstrecken im Isergebirge
Sehr gute Radstrecken im Isergebirge
Aussichtspunkt unterhalb des Holubník
Aussichtspunkt unterhalb des Holubník
Nach dem Frühstück geht es erstmal hinab ins Tal der Jizera und dann - wieder auf dem Radweg 22 - hinein ins Isergebirge. Ab Kořenov geht es bis auf 900 m hinauf. Der Radweg verläuft auf einer schönen kleinen Asphaltstraße (ganz kurzen Stücken mal mit Betonplatten), die ab Jizerka für Autos gesperrt ist. Ab da sind nur noch Wanderer und Radfahrer zugelassen. Hier ist es wunderbar: blauer Himmel, grüne Bäume und gelbes Gras, dazu die Ruhe, ein schöner Radweg und nur leichte Anstiege. Das Isergebirge ist wesentlich weniger Steil als das Riesengebirge. In diesem Teil, rund um den Berg Jizera herum, gleicht es eher einem leicht bergigem Hochplateau, immer so zwischen 800 und 1000 m. Es ist wieder mal Radfahrers Traum, der hier in Erfüllung geht! Und ich bin nicht der erste, der das gemerkt hat. Es sind hier auch einige andere mit dem Mountainbike unterwegs.

Unterhalb des Holubník fällt das Isergebirge steil ab. Der Radweg verläuft ein Stück direkt am Abhang und an einem Aussichstspunkt kann man den Blick ins 500 m tiefer gelegene Tal genießen. Unten ist die Kirche von Hejnice deutlich zu sehen. Nach einer kurzen Rast fahre ich weiter. Nun lässt sich der Ještěd auch mal wieder am Horizont blicken. Langsam geht es deutlich bergab, und ich bin fast etwas traurig, das Isergebirge schon zu verlassen. Es war das schönste Stück meiner ganzen Radtour und die Isergebirgs-Fahrrad-Magistrale ist nun mein neuer Lieblingsradweg. Irgendwo im Wald nutze ich die Ruhe zu einer ausgedehnten Mittagspause, bevor ich ganz hinab nach Oldřichov fahre. Dann geht es durch Mníšek nach Chrastava, wo der Radweg 22 endet. Ich bin nun im Tal der Lužická Nisa (Neiße) angekommen und lasse mich auf dem Radweg Nummer 14 bis nach Hrádek nad Nisou rollen. Dort statte ich der Bundesrepublik einen kurzen Besuch ab und fahre über Hartau bergauf nach Lückendorf. Dahiner gehts einen winzigen 17-Prozenter gerade runter, wo ich meinen Geschwindigkeitsrekord das zweite mal dieses Jahr verbessere. Zwischen Oybin und dem Hochwald gelange ich in Hain wieder in die Česká Republika zurück. Dann geht es hinab durch Krompach und die letzen Meter steil bergan nach Myslivny, eine Ansammlung einger Häuser, darunter auch die Chata Luž - die Lauschebaude. Es ist 16:00 Uhr, ich bin ganz schön erschöpft und bestelle mir erst mal einen leckeren Palačinka. Zu meiner Freude ist ein Zimmer frei, so dass ich hier bleiben kann, wie ich es mir vorgenommen habe.

Blick von der Lausche
Blick von der Lausche
Ich mache mich gleich auf den Weg zur Lausche, die hier nur einen Katzensprung entfernt ist (will heißen: 150 Höhenmeter). Dort oben kann ich in der Abendsonne einen schönen Rundblick genießen, nur leider ist die Sicht in Richtung Osten, zum Ještěd, zum Isergebirge und zum Riesengebirge durch Bäume versperrt. Auf dem windigen Gipfel verspeise ich übrig gebliebene Nahrungsvorräte.
Wieder ein sehr schöner, bergiger Tag. Etwa 1200 Höhenmeter Anstieg und 90 km waren es heute. Dazu eine gute Portion Rückenwind und viel Sonne.
Morgen geht es dann zurück in die Heimat.
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