Osterzgebirge-Radtour

Dresden - Reichstädt - Holzhau - Talsperre Fláje - Stürmer - Mückentürmchen - Zinnwald - Dresden (156 km)

O-Erzgebirg wie bist du schie!
"O-Erzgebirg wie bist du schie!" (Reichstädt)
Herbstlaub vor blauem Himmel
Überall Herbst
Das herrliche Wetter lädt ein zur traditionellen Herbstrunde im Osterzgebirge. Am Morgen hängt noch Nebel im Elbtal, aber schon an der Lockwitz ist es klar. Und warm. Nach dem Dippoldiswalde durchfahren ist, kommt die lange Ortsdurchfahrt durch Reichstädt. Am oberen Ortsende macht ein liebevoll gestalteter Giebel Vorfreude auf das, was noch kommt: "O-Erzgebirg wie bist du schie!" heißt es da zu recht.
Nach der ruhigen Durchfahrt des (wilden) Weißeritztals unterhalb der Talsperre Lehnmühle probiere ich in Reichenau mal was neues: Statt wie sonst nach Frauenstein hinauf zu rollen fahre ich eine kleine Straße hinauf und dann hinab zur Illingmühle. Hier könnte man sogar die nicht befestigte Straße durchs Gimmlitztal erkunden, aber ich habe schon genug gebummelt und fahre gerade weiter auf dem Krötenbachweg durch den Töpferwald. Dieses Waldstück kenne ich sonst nur vom Skilaufen, aber auch mit dem Rad ist es nett, es gibt viel Asphalt hier. Zudem ist es eine nette Variante um von Frauenstein zum Ergebirgskamm zu kommen. Im Vergleich zur Bundesstraßen-Variante spart man sich das Tal von Nassau und viele motorisierte Verkehrsteilnehmer. Auf der Abfahrt den Brettellenweg hinab nach Holzhau gibt es herlich bunten Laubwald zu bestauen. Der Anstieg durch Holzhau hinauf zur Fischerbaude wird mit stattlichen 18% ausgewiesen. Aber irgendwie bin ich ganz froh dass es nur maximal 14% waren. Von oben Blicke hinüber zum Herbstwald. Dann weiter den Ringelweg und hinab nach Deutschgeorgenthal. Erschreckenderweise rollen hier auch Autos über die Grenze, wo früher nur ein Grenzübergang für Fußgänger war. Die Fahrt hinauf zur Talsperre Fláje ist trotzdem schön und an der Mauer wird wie immer kurz gerastet.
Dann aber weiter auf der Krušnohosrká magistrála (Radweg 23) Richtung Osten. Vor Nové Město sehe ich Nebelschwaden das Tal zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) hinaufziehen. Das Nordböhmische Becken ist randvoll damit! Kurzentschlossen fahre ich zum Stürmer rauf, um mir das erstmal von oben anzusehen. Nicht viel ist zu sehen, nur der Erzgebirgskamm und die Milešovka im Böhmischen Mittelgebirge ragen aus dem Nebelmehr heraus. Die Leute unten in Teplice erleben heute einen triesten Tag, während hier mehr als 500m höher die Sonne lacht. In der Baude auf dem Stürmer gibt es lecker Gulasch, womit diese Tour endgültig zur Genussbummeltour wird.
Zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) wabert Nebel bis zum Kamm hinauf
Zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) wabert Nebel bis zum Kamm hinauf
Blick vom Stürmer zum Mückentürmchen
Blick vom Stürmer zum Mückentürmchen
Dann weiter auf der Magistrale. Ich will noch bis zum Mückentürmchen, welches, wie ich sehe, nicht vom Nebel verschluckt ist. Am (gut besuchten) Golfplatz von Cinovec rast mir ein Porsche entgegen. Überhaupt sind hier oben viel zu viele Autos unterwegs, dafür seltsam wenig Radfahrer. Haben sie sich die Tschechen etwa vom bedeckten Himmel abschrecken lassen? Doch vorm Mückentürmchen nimmt die Schar der Wanderer stark zu, der Parkplatz ist voll und oben Hochbetrieb. Nunja, von der Sicht nichts neues. Unten Nebel, oben Sonne. Aber wir waren mal wieder da. Es ist bereits nach vier Uhr. Zeit für den Rückweg, wer noch im Tageslicht nach Dresden will. Das Müglitztal meident rolle ich noch auf dem Kamm bis nach Zinnwald und dann den üblichen Weg hinab zum und durchs Lockwitztal.
Achja, und ganz viel Goldenen Herbst immer wieder unterwegs, der Farbkollaps für den Sehsinn.
Und wer noch will kann den Bericht der Herbstrunde vor 2 Jahren lesen.
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