Osterzgebirge-Radtour

Es ist 2006 vielleicht die letze Chance nochmal eine große Tour im Erzgebirge zu unternehmen. Starker Westwind ist angesagt, aber kein Regen und (herbstlich) angenehme 16 Grad in den Bergen. Ich entscheide mich für das komplette Menu Osterzgebirge. Von Dresden in nahezu gerader Linie, alle Berge und Täler ignorierend, nach Frauenstein. Dass heißt Possendorf, durch die Dipp'ser Heide, Dippoldiswalde, Reichstädt und vorbei an der Talsperre Lehnmühle. Das alles bei sturem Südwestwind, der es irgendwie recht kühl macht. Nach Frauenstein zur Talsperre Lichtenberg. Dort gibt es südlich einen netten Rad- und Wanderweg, der letztlich ins Tal der Freiberger Mulde führt. Recht angenehm fährt sich auch die Straße leicht hinauf nach Rechenberg-Bienenmühle. Dort wartet der steile, aber nicht so lange Anstieg zum Ringelweg auf den (gegenwindgeplagten) Radfahrer. Dann geht's über die Grenze nach Český Jiřetín. Die Straße hinauf zur Flaye-Talsperre fährt sich auch ganz angenehm, so ohne Gegenwind. Von der Staumauer aus nun einfach der Krušnohosrká magistrála (Erzgebirgsmagistrale), dem Radweg 23, nach Osten folgen. Oberhalb des Flaye-Tals, schiebt der Wind prächtig. Endlich geht's mal richtig voran! Die Hänge rund um Mikulov zeigen bunte Herbstfärbung, siehe Foto.
Blick ins Tal von Mikulov und zum Bouřňák (Stürmer)
Blick ins Tal von Mikulov und zum Bouřňák (Stürmer)
Hinter Cínovec suche ich nach einem günstigen Weg runter zum Radweg 3010, ein Radweg direkt am Erzgebirgs-Abhang, den ich noch nie gefahren bin (naja, im Winter auf Ski schon). Ich vertraue meiner Karte und stolpere den blauen Wanderweg hinab. Eine dumme, aber immerhin Zielführende Idee: kurz nachdem ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, noch vor Dubí jemals wieder Asphalt zu Gesicht zu bekommen, fahre ich plötzlich auf einer wunderbar kleinen, für Autos gesperrten Straße. Der blaue Wanderweg ist aber nicht zu empfehlen, es sei denn man ist wirklich MTBler. Das nächste mal nehme ich die Europastraße nach Dubí und biege an der richtigen Stelle links ab. Der Radweg 3010 ist wunderbar: Es gibt hin und wieder schöne Blicke hinab ins Tal, geht kaum hoch oder runter und ist schön ruhig. Raus kommt man am Mückentürmchen, dessen Besuch sich immer lohnt. Heute zaubern zerklüftete Wolken bizarre Sonnenstrahlflecken auf Teplice und die Kegelberge lugen über den Horizont.
Unterwegs auf Radweg 3010
Unterwegs auf Radweg 3010
Blick vom Mückentürmchen hinab nach Teplice
Blick vom Mückentürmchen hinab nach Teplice
Nun, dann geht es einfach rüber nach Fürstenau und Lauenstein. Dort gibt es einen Bäcker direkt am Marktplatz mit preiswert lecker Kuchen. Nebenbei kann man sich ja auch das Schloß ansehen. Dann einfach das Müglitztal hinab ist zu langweilig, ich nehme noch den Berg von Glashütte nach Niederfrauendorf mit, um so im Lockwitztal nach Kreischa zu rollen. Über Kautzsch und Rippien gehts dann direkt in Dresdens Süden rein. Eine richtig schöne Osterzgebirgs-Tour auf 155 km verteilt.
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