Radtour zur Labská bouda im Riesengebirge

Jonsdorf - Hrádek nad Nisou - Chrastava - Jizersko magistrála - Kořenov - Rokytnice nad Jizerou - Rezek - Vrbatova bouda - Labská bouda - Rokytnice nad Jizerou - Tanvald - Josefův Důl - Královka - Liberec - Hrádek nad Nisou - Jonsdorf (226 km, 3677 Hm)

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Imbiss an der Vrbatova bouda und Blick zur Schneekoppe
Imbiss an der Vrbatova bouda und Blick zur Schneekoppe
Blick zur Labská bouda und der Schneegrubenbaude auf dem Kamm
Blick zur Labská bouda und der Schneegrubenbaude auf dem Kamm
Wegweiser an der Labská bouda
Wegweiser an der Labská bouda
Ein Kurzurlaub im Zittauer Gebirge bot die Gelegenheit das Riesengebirge mit dem Rad zu besuchen. Ziel der Tour ist die Labská bouda, eine monumentale Beton-Bergbaude aus den 70er Jahren, welche ganz in der Nähe der Elbquelle (Pramen Labe) gelegen ist. Die Baude ist nach einer Zeit des Verfalls inzwischen wieder bewirtschaftet. Zuvor erreicht man mit 1400 m in der Nähe der Bergbaude Vrbatova bouda einen der höchsten mit dem Rad (offiziell) erreichbaren Punkte des Riesengebirges. Insgesamt eine recht bergige Tour vom Zittauer Gebirge und der Neiße quer durch das Isergebirge hinauf zum Riesengebirge.

Nach dem Start in Jonsdorf rolle ich über Olbersdorf und Eichgraben hinab zum Grenzübergang an der Neiße bei Hrádek nad Nisou. Auf der Anhöhe vor Eichgraben bietet sich ein wunderbarer Blick zum Isergebirge der tief stehenden Morgensonne entgegen. Nach dem Grenzübergang geht es erstmal bis Chrastava sehr gemütlich den Neißeradweg (Nummer 14) entlang, wo auch mehr und mehr Straßenstücken neu asphaltiert sind. Ab Chrastava dann die 592, die gerade gebaut wurde und daher etwas unbefestigt war, nach Mníšek und ab dort nach Oldřichov. Ab hier folge ich Radweg 22 hinauf auf das Plateau des Isergebirges. Knap 500 Höhenmeter sind es bis zum Aussichtspunkt unterhalb des Holubník, den ich von zwei Mehrtagestouren schon kenne (im Nebel und bei bestem Wetter). Diesmal ist wieder gute Sicht hinab ins Tal und zum Smrk, dem größten Berg im böhmischen Isergebirge. Unterhalb der Jizera (1122 m) wird bei etwa 980 m vorerst der höchste Punkt erreicht. Danach fahre ich an der Talsperre Souš vorbei hinab und wieder etwas hinauf nach Kořenov und weiter runter zur Kreuzung der Hauptstraßen 10 und 14 an der Jizera unterhalb Harrachov. Geschützt vom Gegenwind rolle ich nun im Tal hinab die 14 bis nach Rokytnice. Ab dort beginnt quasi der Endandstieg. Das untere Ortsende liegt bei ca. 470 m. Die Hauptstraße 294 zieht sich den Ort hinauf, vorbei an Einkaufsgelegenheiten, und immer höher bis bei etwa 880 m das Gasthaus Rezek erreicht ist. Dort biege ich links in einen asphaltierten Wanderweg ab (grüner Wanderweg, Radweg 8A), der nun etwa in dieser Höhe parallel der Höhenlinien verläuft. An einer Kreuzung folgt der Radweg dem gelben Wanderweg scharf rechts und steil hinab. Etwa 200 Höhenmeter baue ich auf diese weise wieder ab und stehe dann bei Skelné Hutě auf 690 m im Tal der Jizerka. Ab nun geht es wirklich nur noch hinauf, im Tal bis nach Misečky (Parkplatz und Restaurants) und dann zum Finale ein paar lange Kehren hinauf auf fast 1400 m. Der Anstieg ist aber recht gut zu fahren, die Kehren sind nicht steiler als 8%. Unterwegs trifft man natürlich vor allem auf Wanderer aber auch auf Radfahrer, zumeist mit dem MTB unterwegs. Oben bei der Vrbatova bouda ist der höchste Punkt der Tour erreicht und es bietet sich ein feiner Blick zur Schneekoppe, Černá Hora und anderen Bergen des Riesengebirges. Ein kleiner Hauch von Hochgebirge liegt in der Luft. Zur Labská bouda sind es noch 100 Höhenmeter bergab auf einer asphaltierten Straße. Unterwegs gibt es Blicke zur Schneegrubenbaude, hinab ins Elbtal und zum Spindlerpass. Und natürliche jede Menge Wanderer.

Mein Rückweg ist ein gutes Stück erstmal genauso wie der Hinweg, aber ich fahre nicht mehr hinauf auf das Isergebirgsplateau, sondern die Haupstraßen 10 und 14 nach Tanvald, was dank geringer Steigungsprozente, bestem Asphalt und Rückenwind prima geht. Dann weiter das Kamenice-Tal nach Josefův Důl und von dort aus hinauf nach Hrabětice. An der Kreuzung mit dem Imbiss in der kleinen Kapelle fahre ich geradeaus Radweg 3020 weiter folgend hinauf zur Královka (859 m), einem Berg mit Aussichtsturm und Restaurant. Ab dort geht es über Rudolfov fast nur noch runter bis zur Neiße bei Liberec. So richtig komme ich dabei nicht in die Stadt hinein. Unten an der Autobahn und Eisenbahnstrecke stehen dann auch schon Hinweisschilder für den Neißeradweg (14), dem ich nach Chrastava und weiter wie auf dem Hinweg bis zum Grenzübergang bei Hrádek folge. Auf dem letzen Stück nach Jonsdorf bietet sich eine schöne Abendstimmung mit der Lausche am Horizont.
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