Hirtstein-Radtour

Der Hirtstein liegt ein gutes Stück südlich von Marienberg, bei Satzung, direkt an der tschechischen Grenze. Er ist 889 m hoch, es gibt eine Hirtsteinbaude oben drauf, Basaltsäulen und einen netten Blick zu den Gipfeln des Mittleren- und des Westerzgebirges.

Blick vom Staudamm der Talsperre Fláje
An der Fláje-Talsperre
Meine Radtour führt durch Schmiedeberg hinauf zum Grenzübergang Neurehefeld. Hinter Moldava rechts ab, auf die Krušnohosrká magistrála (Radweg 23, siehe Klínovec-Radtour) - der Radweg, der auf dem Kamm bis ins Westerzgebirge führt. An der Fláje-Talsperre gibt es die erste kurze Rast. Noch sind die Straßen ruhig, von Moldava bis hierher sah ich nur ein einziges Auto. Erst auf dem Weg nach Mníšek begegne ich den ersten Radfahrern. Die Straßen sind inzwischen vom Regen der vergangenen Nacht getrocknet. Oben in Malý Háj wird der Radfahrer heute von einem wunderbaren Rundblick belohnt, in der Ferne sind sogar schon die zwei ganz Großen des Westerzgebirges zu erahnen, und natürlich der Hirtstein. Herrlich saftig grüne Wiesen, dem Regen der letzten Tage (und Nächte) sei Dank.

Panorama von Malý Háj
180°-Panorama von Malý Háj


In der Hoffung, eine ebenso gute Sicht hinab nach Chomutov zu haben, fahre ich spontan hinab nach Boleboř. Leider nur Dunst und sonst nix zu sehen. Dafür handle ich mir 200 recht steile Höhenmeter auf ziemlich miesen Asphalt ein. Und natürlich den zusätzlichen Umweg, um noch bei Volárna vorbeizukommen - meine fest eingeplante Wasser-Tankstation. Bei etwa 110 km mache ich dann mit voll gefüllten Trinkflaschen endlich Pause am Volárenský Rybník.

Blick hinab nach Kalek
Blick hinab nach Kalek
Dann geht es hinab nach Kalek und immer weiter auf der 23 zum Grenzübergang Reitzenhain. Dort dann gleich links ab nach Satzung, der kleine Ort direkt unterhalb des Hirtsteins. Dann geht es noch ein wenig hinauf und kurz nach 13 Uhr bin ich oben. Pöhlberg, Fichtelberg und Klínovec gibt es zu sehen. Man könnte in der Baude einkehren, aber das überlasse ich lieber den mit Auto angereisten Ausflüglern. Nach kurzer Begutachtung der Basaltsäulen (die am Zlatý Vrch bei Česká Kamenice sind größer) mache ich mich wieder auf den Rückweg.

Vor Kühnheide gabele ich einen Radfahrer im Bioracer-Trikot auf, seinen Freilauf höre ich dann das ganze Natzschungtal hinab hinter mir rasseln - während ich im Gegenwind strample. Aber ich fahre vorne lieber mein Tempo - immer schön ruhig. Das Natzschungtal ist übrigens sehr schön, hier war ich noch nie. Es recht ruhig und immer wieder gibt es Felsen am steilen Hang. Und eh man sich's versieht ist man unten in Olbernhau auf 460 m. Ich brauche dringend Nahrhaftes und finde gleich hinter der Kreuzung die Hüttenmühle. Hier gibt es eine lange Eiskarte (die ich trotz der 27° ignoriere), Kuchen und auch Mittagsgerichte. Und das ganze im Garten hinter dem Haus.

Nun, der Rest war dann irgendwie anstrengend. Der Tachometer stand bei 150, der Wind kam von vorn und es ging so langsam wieder hinauf, durch Neuhausen, Deutschgeorgenthal (kurz mal über die Grenze um Wasser und Banane zu kaufen), der Ringelweg oberhalb von Holzhau bis ich letztlich in Neuhermsdorf wieder auf Erzgebirgskamm-Niveau war. Von hier dann hinab nach Dresden, einfach nur noch fahren, nicht denken. Am Schluß sind es 236 km - genug, um erschöpft sein zu dürfen. Achja, danke fürs Wetter - oben auf dem Kamm immer angenehm, nicht zu warm, und keins der angekündigten Gewitter hat mich erwischt.
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