Fláje-Radtour im April

Dresden - Schmiedeberg - Holzhau - Talsperre Fláje - Stürmer - Rehefeld-Zaunhaus - Altenberg - Dresden (139 km)

Rast an der Loipe beim Teichhaus
Rast an der Loipe beim Teichhaus
70cm Altschnee auf dem Kamm bei Fláje
70cm Altschnee auf dem Kamm bei Fláje
Schneefelder queren die Kammstraße vor Moldava
Schneefelder queren die Kammstraße vor Moldava
Diesmal gibt es keinen Weg vorbei
Diesmal gibt es keinen Weg vorbei
In den Kammlagen des Erzgebirges sind Sonnenschein und über 15 Grad angesagt. Und Schnee ist auch lange nicht gefallen. Also Zeit, das Erzgebirge wieder mal per Rad zu erkunden. Anfahrt wie oft über Kreischa, Dippoldiswalde und Schmiedeberg. Untwegs nehme ich die vor Schmelzwasser rauschenden Bäche wahr. Beim Anstieg hinauf nach Neuhermsdorf sorgen die Schneereste links und rechts der Straße für angenehme Kühlung. Die Fahrbahn selbst ist meist trocken.
Bald jedoch durchkreuzt der Schnee meine Tourplanung: Ab Neuhermsdorf wollte ich eigentlich den Radweg neben der Loipe nehmen, aber er ist noch zugeschneit. Also bleibe ich auf der Straße und probiere am Teichhaus, ob die Torfstraße (Richtung Fischerbaude) befahrbar ist. Fehlanzeige. Beim genauen Nachsehen komme ich durch 30cm tiefen Schnee. Und sinke Teilweise bis weit über die Knöchel ein (nein, gefahren bin ich da nicht mehr). Aber immerhin fällt dabei die erste kleine Pause an. Und der skurrile Anblick des Rennrads am noch winterlichen Rastplatz.
Die Alternativroute führt über Holzhau hinab nach Rechenberg-Bienenmühle und dann den Berg hinauf und wieder runter nach Deutschgeorgenthal. Dort über die Grenze und hinauf zur Staumauer der Fláje-Talsperre. Der Stausee ist fast noch komplett zugefroren. Ich frage mich, ob die Straße in Richtung Moldava befahrbar ist. Im Winter wird sie nie geräumt. Hier sieht es erstmal gut aus. Und bald überholt mich ein einheimisches Auto. Scheint also befahrbar zu sein...
Kurz danach kommt eine Passage wo sich links und rechts der Straße gut 70cm Schnee auftürmen. Die Straße selbst ist von Matsch oder fließendem Wasser bedeckt. An dieser Stelle finde ich es noch amüsant und mache mir keine Gedanken, dass es noch schlimmer kommen könnte. Weiter vorn kommt die Straße aus dem Wald raus und da sollte ja genug Sonne für das Abschmelzen gesorgt haben.
Hat es aber nicht.
Immer wieder queren Schneefelder die Straße und ich muss mein Rad tragen. Dabei immer bedacht, die Schuhe nicht zu nass werden zu lassen. Nasse Schuhe bei der Abfahrt ins Elbtal sind unter Umständen keine gute Idee. Und irgendwann sehe ich dann das eine Auto was an mir vorbei gefahren ist im Schnee stehen. Im Schnee feststecken. Der Fahrer bittet um Anschiebe-Hilfe. Aber auch zu zweit bekommen wir den Kleinwagen nicht weg. Ich darf weiterfahren (tragen), und er bastelt an einer Lösung mit Tannenzweigen. Ich hoffe mal, er steht nicht heute noch da.
Das mit dem Schnee auf der Straße wird auch oben, wo die Straße aus dem Wald des Fláje-Tals herausgekommen ist, nicht besser. Hier kann ich dann mal Schneefelder umfahren, statt durchzulaufen. Aber das dickste kommt zum Schluss: Die letzten ca. 500m vor der Mündung in die Straße von Nové Město nach Moldava sind nahezu komplett schneebedeckt. Links und rechts ist Wald, also ist kein Ausweichen möglich. Also, trage/schiebe ich mein Rad da durch. Wieder sinke ich teilweise tief in den Schnee ein. Kurz vor dem Ende begegne ich einem tschechischen Radfahrer. Ich kann ihm klar machen, dass es keine so gute Idee ist, dort lang fahren zu wollen. Oder er liest es an meinem Auftreten ab. Zumindest habe ich nun komplett durchgeweichte Radschuhe und nasse Füße. Schön warm ist es, als die nackten Füße den warmen, trockenen Asphalt berühren. Die Socken werden ausgewrungen. Die Sohlen zum trocknen auf den Asphalt gelegt.
Für die letzten 10 km ab der Fláje-Talsperre habe ich 2 Stunden gebraucht. Der eigentlichen Plan, noch weiter auf dem tschechischen Erzgebirgskamm zu fahren, verwerfe ich. Aber ich fahre noch kurz auf den Stürmer hinauf. Die Straße ist geräumt, aber es ist leider schlechte Fernsicht heute. Und dann nach Moldava, noch was zu Essen kaufen, und rüber nach Rehefeld. Als Rückweg wähle ich Altenberg - Falkenhain - Lockwitztal. Das ganze war ja eigentlich eine recht unspektakuläre Strecke, aber durch den Schnee, mit dem ich in diesen Mengen nicht gerechnet habe, war es doch recht aufregend.
Die Talsperre Fláje ist noch mit Eis bedeckt
Die Talsperre Fláje ist noch mit Eis bedeckt
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