Radtour zum Brown County State Park

Bloomington - Dolan - Lake Lemon - Trevlac - Helmsburg - Nashville - Brown County State Park Belmont - Unionville - New Unionville - Dolan - Bloomington (142 km, 1100 Hm)

Route auf bikemap.net

Noch eine Radtour während meines Aufenthalts in Bloomington! Im Radladen Revolution Bike & Bean Bikes habe ich mir das selbe Rennrad ausgeliehen, wie zum BBC Clubride am 7. April. Diesmal bin ich aber allein unterwegs gewesen, um mir den Brown County State Park anzuschauen und dabei Zeit für Landschaft ansehen und Fotos haben zu können.

Zuerst ging es schön über die Hügel nach Nordosten zum Lake Lemon, wo man flach und schnurgerade am Ufer entlangfahren kann. Nach dem in der Landschaft sehr unauffälligem Örtchen Needmore musste ich zum ersten von zwei Mal spontan umplanen, da die Straße plötzlich unbefestigt wurde. Also fuhr ich über Helmsburg nach Nashville, dem zweiten Tagesziel. Hier gibt es jede Menge (Handwerks)kunst-Läden, ein kleines Freilichtmuseum mit Holzhäusern aus dem 19 Jahrhundert und ein paar Touristen. Hier hätte ich besser mal Mittag essen sollen.

Am Südufer des Lake Lemon.

Indiana.

Kurz hinter Nashville beginnt der Brown County State Park, und zwar mit einer überdachten Holzbrücke. Am Eingang darf ich $2.00 zahlen und erhalte eine Karte vom Park. Die zwei Kassierer mussten sich aber schon nochmal untereinander absprechen, wie viel der Eintritt für Radfahrer kostet. Der Amerikaner fährt nicht nur mit dem Auto in den Park, er fährt auch mit dem Auto durch den Park. Ein Drive-in, wo man Natur kaufen kann! Von dem Eintrittsgeld werden offensichtlich Rasenmäher, reichlich und teilweise überdachte Picknickplätze, Asphalt sowie Holzfäller (für Aussichtspunkte) bezahlt. Es gibt neben der schönen glatten Straße auch noch Wanderwege, Reitwege und Mountainbike-Strecken. Und natürlich mehrere Campingplätze.

Das Schöne an dem Park ist, dass die Straße meist auf Höhenzügen verläuft und dort viele Aussichtspunkte angelegt sind. Endlich mal Fernblicke im hügeligen Indiana! Als Höhepunkt gab es sogar einen Tausender. Der Weed Patch Hill mit stolzen 1056 feet der höchste Punkt in Südindiana und dritthöchster im gesamten Bundesstaat. 1056 feet sind übrigens 322 m - der höchste Punkt Dresdens ist 383 m. Auf dem Weed Patch Hill steht ein luftiger alter Feuerwachturm. Da die Bäume ihn überragen, ist der Ausblick jedoch nicht wirklich überragend.

Der alte Feuerwachturm am höchsten Punkt Südindianas.

Blick vom Turm hinab auf den Park.

Besseren Ausblick bieten da die vielen Vistas, welche durch Baumfällung extra angelegt sind und natürlich immer mit Parkplatz und Picknickplatz ausgestattet sind. Außer Wald sieht man nicht viel. Im Herbst ist es aber sicher richtig schön, da der Park von Laub- und Mischwald geprägt ist. Meine Hoffnung, im Park Mittag zu Essen, zerstreute sich schnell. Es gibt hier keinen Imbiss, wohl, weil der Amerikaner sein Picknick im Pick-up mitbringt. Im winzigen Camp Store konnte ich immerhin eine Flasche Wasser kaufen.

Ausblick mit Raubvogel.

Ausblick mit Mali.

Schön für mich als Radkletterer war, dass es im Süden eine kleine Schleife mit einer steilen Abfahrt zum Strahl Creek gibt, die ich wieder rauf musste. Kurz, aber knackig. Und im Süden war auch recht wenig los. Mir schien, dass von dem morgendlich eher trüben, kühlen und windigen Wetter nur wenige Amerikaner in den Park gelockt wurden. So blieben fast alle Picknickplätze unbesetzt. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie das hier im Sommer aussieht.

Flache Straße im Park.

Steile Straße im Park.

Nach dem Park bin ich auf der Haupstraße IN46 nach Belmont gefahren (wo es nichts zu Essen gab) und am Brummetts Creek nach Unionville (wo es auch nichts zu Essen gab). Da ich noch Zeit und Kraft hatte, bin ich, soweit meine Karte das hergab, noch ein paar Kringel und Zacken gefahren, statt direkt nach Bloomington wieder hineinzufahren. So kam ich in New Unionville sogar bei einem Laden vorbei, wo ich ziemlich ausgehungert (typisch Mali auf Radtouren...) mir neben einer Banane jede Menge schrecklich süße, billige amerikanische Snacks verabreichte. Das war zwar nicht gut für den Magen, gab aber wieder etwas Kraft. Dann bin ich noch in Bloomington aus Spaß an der Freude den B-Line Trail bis an sein Südende gefahren und über den Campus zurück in die Wohnung. Wieder ein erlebnis- und lehrreicher Tag.

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