Auersberg-Radtour

Pockau - Reitzenhain - Měděnec - Boží Dar - Johanngeorgenstadt - Auersberg - Schwarzenberg - Annaberg - Marienberg - Pockau (179 km, 2500 Hm)

Route auf bikemap.net

Der Auersberg stand schon lange auf meiner Warteliste, habe ich ihn doch bei der Vier-Tausender-Tour schon gesehen, aber ausgelassen. Von Dresden wird es bis zum Auersberg hin und zurück aber auch ganz schön viel. Da ich mir unterwegs immer gern was ansehe und Zeit für neues nehme (in Johanngeorgenstadt war ich auch noch nicht), war ein Urlaub in Pockau die Gelegenheit auf angenehmer Distanz den Auersberg zu erkunden.

Im Tal der Schwarzen Pockau
Morgens im Tal der Schwarzen Pockau
Zu Beginn geht es das Tal der Schwarzen Pockau (auch Schwarzwasser genannt) hinauf. Im oberen Verlauf gibt es nur einen unbefestigten Wander- und Radweg, der zu dieser frühen Stunde menschenleer ist. Typisch für den Herbst war es natürlich noch recht kühl, aber es geht ja leicht bergan, so dass es warm wird. Das Tal ist wirklich eines der schönsten des Erzgebirges.
Oben kommt man in Kühnheide raus. Und plötzlich steigt die Temperatur innerhalb weniger Minuten von 5 auf 15 Grad. Hier oben knallt die Sonne vom blauen Himmel runter. Dann fahre ich weiter nach Reitzenhain und auf der Hauptstraße über die Grenze nach Tschechien. Dort dann rechts ab auf meinen Lieblingsradweg: die Erzgebirgsmagistrale. Sie führt immer auf der Kammhöhe vorbei am Hirtstein und der Přísečnice-Talsperre nach Měděnec. Von dort gibt es einen feinen Blick ins Egertal hinab. Danach geht es immer weiter hinauf, vorbei an einer wunderbaren Aussicht auf die 2 Großen des Erzgebirges: Klínovec und Fichtelberg ganz in der Nähe lassen das Radlerherz höher schlagen:

Klínovec und Fichtelberg
Immer wieder schön zu sehen: Klínovec und Fichtelberg
Aber heute fahre ich an den Zweien vorbei. In Boží Dar überquere ich die Hauptstraße, die nach Jáchymov hinab führt, und biege ab nach Potůčky. Diese kleine Straße führt durch ein sehr ruhiges, oben auch recht flaches Hochtal. Es erinnert an eine Großausgabe des Schwarzwassertals. Das Tal endet in Potůčky, direkt gegenüber von Johanngeorgenstadt. Dort habe ich mich mal kurz umgesehen. In Johanngeorgenstadt wurde ein Teil der Altstadt abgerissen nachdem es durch massiven Uranbergbau ab 1945 zu Bergschäden kam. Statt Häusern gibt es dort jetzt so eine Art Stadtwald mitten in der Stadt, die Stadtkirche wirkt etwas verloren. Ein auf dem ersten Blick etwas verborgenes Zeugnis des Schadens, den der intensive Bergbau anrichten kann - die Große Pinge in Altenberg zeigt, was noch alles so passieren kann.
Blick vom Auersberg
Blick vom Auersberg-Turm Richtung Fichtelberg und Klínovec, im Vordergrund die Radarstation
Annaberg
Annaberg mit St.-Annen-Kirche, im Hintergrund der Pöhlberg
Nach Johanngeorgenstadt beginnt der Aufstieg zum Auersberg. Ab Sauschwemme geht es die Stichstraße hinauf, erst recht flach, dann aber doch sehr steil. Auf 1019 m endet die Kletterei. Oben lädt ein Gasthaus zum Mittag ein und vom Turm gibt es eine schöne Fernsicht, zurück zu Klínovec und Fichtelberg und vielen anderen Bergen. Neben dem Aussichtsturm gibt es noch eine klobige Radarstation, welche dem Berg eine charakteristische Silhouette verschafft.
Der Rückweg beginnt mit einer sehr schnellen Abfahrt. Mit über 82 km/h kann ich meinen alten Geschwindigkeitsrekord hier deutlich schlagen. Dann in Steinbach links ab, eine kleine Straße hinab nach Erlabrunn. Diese führt durch ein kleines Tal, wo es Felsen gibt, die an die Greifensteine erinnern. Dazu eine neu gemachte Asphaltstraße auf der keine Autos fahren dürfen, so dass es sich prächtig rollt. Ab Erlabrunn geht es das Schwarzwassertal (diesmal nicht die Schwarzen Pockau!) hinab nach Schwarzenberg. Die Altstadt sieht sehenswert aus, aber die Hauptstraße führt dran vorbei und genug Zeit für eine Besichtigung habe ich nicht mehr. Dann immer wieder bergauf und bergab über Elterlein, Hermannsdorf und Dörfel nach Annaberg-Buchholz. Vom Hang oberhalb von Dörfel, gegenüber der Annaberger Altstadt und dem Pöhlberg bietet sich ein wirklich schöner Blick auf die Bergstadt. Da ich sowieso quer durch Annaberg muss, mache ich am Marktplatz kurz halt und fahre auch an der nicht zu übersehenden St.-Annen-Kirche vorbei.
Dann geht es weiter die Serpentinen von Geyersdorf hinab, nach Mildenau und in Großrückerswalde den letzten größeren Anstieg hinauf nach Marienberg. Wieder eine sehenswerte Bergstadt. Von da aus geht es ins Tal der Schwarzen Pockau zurück zum Ausgangspunkt der Tour.
Eine sehr schöne Tour, auf der ich viel neues entdeckt habe.
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