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Picardellics Picardellics Velo-Team Dresden e.V.
Zwinkis Seite Sehr Empfehlenswert: Berichte von Rennradtouren um Dresden, Fotos, Tourenverzeichnis, FAQ. Etwas Zeit einplanen!


Urlaubs-Radtouren

Radfahren macht mir irre Spass. Und weil es auch andere Leute gibt, denen es ähnlich ergeht, findet sich hin und wieder ein Trüppchen zusammen, welches sich auf das Abenteuer Radtour einlässt. Inzwischen hab ich schon fünf solche großen Radtouren hinter mir. Im Sommer 2006 und 2007 habe ich allein kurze Urlaubstouren unternommen. Hier sind Berichte dieser Touren:

Wann? Wieweit? Wohin?
August 2009 1215 km Dresden - Regensburg - Bodensee - Besançon
September 2007 552 km Durch Isergebirge, Adlergebirge und Altvatergebirge zum Praděd
September 2006 329 km Riesengebirge - Dresden: 4 Gebirge in 3 Tagen
August 2004 1004 km Wandern in der Hohen Tatra und mit dem Rad nach Dresden zurück
August 2002 643 km Dresden - Riesengebirge - Doksy - Dresden
Juli 2001 1550 km Wien - Balaton - Donau - Prag - Dresden
Juli 2000 1038 km Dresden - Rügen


Radtour Dresden - Besançon

Blick auf Besançon
Blick von der Zitadelle auf die Altstadt von Besançon

Bike route 290313 - powered by Bikemap 

Das Ziel der Radtour 2009 war Besançon, eine Stadt im Osten Frankreichs. Wir - Ina, Jojo und Mali - wollten dort Bekannte besuchen und haben die Hinfahrt mit dem Rad absolviert. Zurück ging es dann mit dem Zug. Nicht nur in Besançon, auch auf der Strecke gab es immer wieder viel Neues zu sehen. Gingen meine letzten Touren doch eher durch Tschechien, verbrachten wir diesmal die meiste Zeit in Süddeutschland. Neues Terrain für mein Rad. Und so haben wir uns zum Beispiel Regensburg, Ulm und den Bodensee angesehen. Nach 1215 km und 14 Tagen hatten wir das Ziel erreicht und haben uns dort 2 Tage aufgehalten, bevor es dann zurück nach Dresden ging.

Hier gibt es den Bericht der Tour, unterteilt in 5 Abschnitte:

Übers Erzgebirge und durch Nordböhmen
Wondreb, Waldnaab und Naab nach Regensburg
Von Regensburg aus an der Donau stromaufwärts
Zum Bodensee und am Rhein entlang
Basel, Elsass und im Doubs-Tal nach Besançon
Epilog



Kirche in Český Jiřetín
Von Fláje umgesetzte Holzkirche in Český Jiřetín
Blick zum Schwartenberg
Blick zum Schwartenberg im Flöhatal vor Neuhausen

1. Tag: Hinauf nach Seiffen

Dresden - Tharandt - Beerwalde - Wilde Weißeritz - Neuhermsdorf - Deutschgeorgenthal - Seiffen (84 km, 1230 Hm)

Die ersten zwei Tage waren die bergigsten der Tour. Wir hatten uns grob vorgenommen, entlang der Waldnaab und Naab zur Donau zu fahren. Die Waldnaab kommt aus der tschechisch-bayrischen Grenzregion, und da muss man ja erstmal hinkommen. Die reizvollste und im Vergleich gar nicht so bergige Strecke führt direkt auf den tschechischen Erzgebirgskamm hinauf, dort oben etwas entlang und über Karlovy Vary (Karlsbad) hinein nach Bayern (Oberpfalz).
Also hieß es am ersten Tag Höhenmeter sammeln. Der einzige brauchbar gelegene Campingplatz ist oben in Seiffen. Wir fuhren erst im bzw. etwas oberhalb des Tals der Wilden Weißeritz. Der Feldweg oberhalb von Beerwalde hätte vielleicht nicht sein müssen, aber es ging so ganz gut allmählich hinauf. Dann den Becherbachweg hinauf nach Neuhermsdorf und auf dem Bahndamm weiter. Der erste richtig steile Anstieg war nach dem Teichhaus hinauf zur Fischerbaude. Über den Ringelweg fuhren wir runter nach Deutschgeorgenthal. Dort schauten wir mal rüber ins tschechische Český Jiřetín zur Holzkirche, welche im Zuge des Baus der Talsperre Fláje umgesetzt wurde. Innen gibt es eine kleine feine Ausstellung über den den alten Ort Fláje, die Umsetzung der Kirche und den Talsperrenbau. Lohnenswert.
Danach ging es entlang der Rauschenbachtalsperre, hinab ins Flöhatal, durch Neuhausen vorbei am größten Nußknacker der Welt und dann zum Endanstieg hinauf nach Seiffen. Im Zentrum wimmelte es von Mountainbikern, da an dem Wochenende der Erzgebirgsmarathon stattfand. Zum Glück kamen wir auf die Idee, uns genau nach den Straßensperrungen für das am nächsten Tag stattfindende Rennen zu erkundigen. Unser Zeitplan für Tag 2 wurde dadurch deutlich nach vorne geschoben...
Der Campingplatz ist ein gutes Stück oberhalb des Ortes auf einer Bergwiese mit Aussicht und nettem Sonnenuntergang gelegen.


Erzgebirgsmagistrale
Unterwegs auf der Erzgebirgsmagistrale
Klínovec Gipfelfoto
Auf dem Dach der Tour: Klínovec (1244m)

2. Tag: Aufs Dach der Tour und hinab ins Egertal

Seiffen - Olbernhau - Kalek - Erzgebirgskamm - Měděnec - Klínovec - Jáchymov - Velký Rybník (97 km, 1360 Hm)

Kurz nach halb 8 brachen wir auf, um möglichst früh nach Olbernhau zu kommen. Bis dahin sollte die Straße für den Erzgebirgsmarathon ab spätestens um 9 gesperrt sein. Kühl war es so früh im im Seiffengrund. In Olbernhau bogen wir ins schöne Natzschungtal ab, um bei Rübenau auf dem Erzgebirgskamm die Grenze nach Tschechien zu überqueren. Ab dort folgten wir dem Radweg 23, der Erzgebirgsmagistrale, auf kleinen Straßen immer auf dem Kamm des Gebirges entlang. Irgendwie ist der Radweg mit dem ganzen Gepäck welliger als ich ihn von meinen Touren mit dem Rennrad in Erinnerung hatte. Aber wie immer ist es sehr schön hier oben. Kurz hinter der Přísečnice-Talsperre machten wir Mittagspause. In Měděnec gab es Blicke hinab ins Egertal und Kofola für alle. Die weitere Strecke führte dann auf Radweg 36 ganz dicht am Klínovec vorbei. Den fakultativen Abstecher zum höchsten Berg der Tour und höchsten Berg des Erzgebirges ließen wir uns nicht entgehen. Gut gelaunt gab es dann ein Gipfelfoto auf 1244 Meter ü. NN. Durch die aufkommende Bewölkung war jedoch die Sicht nicht mehr so gut und wir hatten es plötzlich eilig vom Erzgebirgskamm runter zu kommen, da heute Gewitter für den Nachmittag angesagt waren. Also stürzten wir uns in die lange Abfahrt auf der Hauptstraße von Boží Dar nach Jáchymov und weiter bis kurz vor Ostrov. Kurz nach dem Einkauf in Hroznětín kam dann das Gewitter, mit heftigen Regen. Mit Regensachen schafften wir noch die ein, zwei Kilometer bis nach Velký Rybník und stellten uns dort an einem Buswartehäuschen unter. Wir verwarfen den Plan, noch bis nach Karlovy Vary zu fahren und nahmen uns, nachdem der Regen aufgehört hatte, eine Bungalow gleich hier in Velký Rybník. Dort konnten wir Sachen trocknen und noch einmal etwas Zivilisationsluxus wie ein Bett, Fernsehen, Kühlschrank etc. genießen.



Klínovec und Fichtelberg
Die zwei Großen des Erzgebirges: Klínovec und Fichtelberg
Karlovy Vary (Karlsbad)
Karlovy Vary (Karlsbad)
Jan Svatoš
Brücke über die Ořhe (Eger) bei der Felsformation Jan Svatoš
Loket
Loket

3. Tag: Karlsbad und dann im Egertal nach Cheb

Velký Rybník - Karlovy Vary - Loket - Sokolov - Kynšperk nad Ořhí - Cheb (79 km, 640 Hm)

Von Velký Rybník ist es nicht weit bis nach Karlsbad rein. Dort kauften wir ein und genossen mitten in der Touristen-Stadt unser zweites Frühstück. Die Stadt machte schon einen ganz schön edlen Eindruck auf uns. Wir fuhren im Tal der Teplá aus der Stadt hinaus und vom Stausee bei Březová wieder hinab ins Tal der Eger (Ohře). Von dort bis Loket (Radweg 2009) ist das Tal landschaftlich sehr schön und tief eingeschnitten. Es hat den Charakter eines Erholungsgebietes. Im Fluss wird gepaddelt und auf dem Weg entlang des Ufers gewandert und mit dem Rad gefahren. An der Felsformation Jan Svatoš gab es eine nette schwankende Brücke, wo wir unsere bepackten Räder erstmal hochhieven mussten. In Loket haben wir uns auch kurz umgesehen, es gibt (wie oft in tschechischen Städten) einen netten Marktplatz und dazu eine Burg. Die Altstadt ist auf einem Berg in einer Schleife der Eger erbaut. Sehenswerte Stadt. Dann ging es weiter entlang der Eger, durch Sokolov, vorbei an Industriegebieten und Kraftwerken (in der Nähe nördlich der Eger gibt es Braunkohletagebau) nach Kynšperk nad Ořhí und weiter bis nach Cheb. Auch Chebs Altstadt ist sehr sehenswert, mit einen großen Markplatz, gotischen Kirchen und einer Burg, die wir jedoch verpasst haben. Nach der kurzen Besichtigung ging es zum Campingplatz am Stausee Jesenice südöstlich der Stadt. Ein riesiger Edel-Campingplatz.




Radwegweiser
Wo geht's lang? Radwegweiser im Wondrebtal
Blick zu den Bergen des Steinwalds
Südlich von Mitterteich: Blick zu den Bergen des Steinwalds

4. Tag: Im Wondreb- und Waldnaabtal

Cheb - Waldsassen - Mitterteich - Windischeschenbach - Neustadt an der Waldnaab (61 km, 630 Hm)

Heute haben wir es etwas ruhiger angehen lassen, waren doch die letzten Tage gut gefüllt mit Bergen, Abfahrten, Ausblicken, Marktplätzen und Altstädten. Auf dem Weg zur Hauptstraße Richtung Bayern entdeckten wir einen neu angelegten Radweg, der in unseren Karten noch nicht verzeichnet war. Er führt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse (Cheb-Waldsassen) über die tschechisch-deutsche Grenze. Das war natürlich Ideal: So kamen wir ganz entspannt nach Bayern rein. Vor dem Kloster Waldsassen gibt es das zweite Frühstück.
Danach nahmen wir den Wondreb-Radweg. Die Ausschilderung ist nicht zu übersehen - wenn man sie erstmal unter all den anderen Wegweisern identifiziert hat. Der Radweg führt meist auf unbefestigten Wegen oder ruhigen Straßen lang. Es gibt ab und zu kleine Steigungen, aber insgesamt ist der Weg sehr angenehm zu fahren. Bei Falkenberg wechseln wir zum Waldnaabradweg. Bis nach Neustadt verläuft dieser Radweg aber nicht immer am Ufer, da es oft keinen Weg direkt am Flusslauf gibt. Südlich von Falkenberg gibt es einen Abschnitt wo das Tal eng eingeschnitten ist, mit viel Wald und Wanderweg. Sowohl rein als auch raus aus diesem Tal kostet es einige Höhenmeter. Dieser Abschnitt scheint auch von Wanderern sehr beliebt zu sein, wir waren als Radfahrer dort deutlich in der Minderheit. Diese kurze Tagesetappe endete in Neustadt an der Waldnaab.


Naabradweg
Der untere Naabradweg
Naabmündung
An der Mündung der Naab in die Donau

5. Tag: An der Naab bis nach Regensburg

Neustadt an der Waldnaab - Weiden - Nabburg - Schwandorf - Burglengenfeld - Regensburg (113 km, 390 Hm)

Der Tagesplan war einfach: Immer den Naabradweg so weit es geht nach Süden. Zuerst ging es noch ein kurzes Stück an der Waldnaab, bis sie sich zwischen Weiden und Wernberg-Köblitz mit der Heidenaab zur Naab vereinigt. Die Herausforderung war eher die hochsommerliche Wärme, an die wir uns ab heute gewöhnen konnten. Etwas störend ist die Autobahn 93, die ebenfalls im Naabtal verläuft, so dass der Radweg sich immer um die Autobahn windet. Hinter Naabburg ging es sogar mal ein Stück direkt neben der Autobahn entlang.
Bei der späten Mittagspause hinter Schwandorf hatten wir um 16 Uhr erst 60 km auf dem Tageszähler, hatten uns aber motiviert, noch an ein paar Campingplätzen vorbei zu fahren und es vielleicht noch bis nach Regensburg zu schaffen. Das untere Naabtal hat uns auch wieder gut gefallen, da die Autobahn (und mit ihr wohl die vielen Industrie- und Gewerbegebiete) ins Regental rüber gewechselt haben. Auf dem gut ausgebauten Radweg kamen wir so tatsächlich bis zur Donau. An der Mündung der Naab gibt es eine Fußgängerbrücke, wo wir bester Laune den Erfolg feierten, es in 5 Tagen bis zur Donau geschafft zu haben. Dann ging es über die Donau und ein Stück stromabwärts bis zum Campingplatz in Regensburg, den wir erst nach halb 8 erreichten. Für Großstadtcamping üblich ist der Campingplatz natürlich recht voll und teuer, aber dafür freuen wir uns auf die Stadtbesichtigung morgen Vormittag!




Hinter dem Donaudurchbruch
Touri-Boot hinter dem Donaudurchbruch am Kloster Weltenburg

6. Tag: Regensburg und Donaudurchbruch

Regensburg - Kehlheim - Donaudurchbruch per Schiff - Neustadt an der Donau - Menning (79 km, 290 Hm)

Nach dem Frühstück ging es endlich rein in die Altstadt von Regensburg - die Türme des Doms wiesen uns den Weg. Mit Hilfe des Plans von der Touri-Info klapperten wir die Top-5 Sehenswürdigkeiten ab: Natürlich der alles überragende Dom, das alte Rathaus, das Schloss von Thurn & Taxis, die Porta Praetoria und zuletzt die Steinerne Brücke. Dabei kamen wir durch viele kleine Straßen und Gassen der sehr schönen mittelalterlichen Altstadt. Regensburg ist wirklich sehenswert!
Nach der kurzen Stadtbesichtigung ging es dann gegen Mittag stromaufwärts weiter Richtung Besançon. Vorbei an einem Römerkastell kamen wir nach Kelheim. Über dem Ort thront die Befreiungshalle und im Ort wimmelt es von Radfahrern. Kein Wunder, denn hier ist Treffpunkt von Altmühl und Donau. In Kelheim stiegen wir ganz dekadent in ein Touri-Boot, um den Donaudurchbruch vom Fluss aus zu sehen. Vom Radweg hätte man wohl nicht so viel gesehen. Auf dem Schiff gab es das erste (!) Eis der Radtour - ganz so, wie es sich für einen richtigen Touri-Tag gehört. Das Kloster Weltenburg schauten wir uns aber dann nicht mehr an, um nicht ganz unter all den Touristen unter zu gehen. Dann also den Donau Radweg immer weiter, wobei manchmal die Streckenführung etwas nervte: ein unerreichbarer Radweg auf der Brücke bei Neustadt sowie häufige Stadt- und Dorf-Rundfahrten. Innerorts ist man jedoch mit einer 1:150.000er Karte der Ausschilderung meist schonungslos ausgeliefert. Im weiteren Verlauf an der Donau haben wir immer wieder versucht, solche Rundfahrten zu vermeiden, nur da nicht, wo wir wirklich mal eine Runde durch den Ort drehen wollten. Am Abend schlugen wir in Menning unser Lager auf dem kleinen Zeltplatz hinter dem Gasthof "Unterer Wirt" auf.


Regensburg: Dom und die Steinerne Brücke
Regensburg: Dom und die Steinerne Brücke
Liebfrauenmünster zu Ingolstadt
Das Liebfrauenmünster zu Ingolstadt
Jagdschloss Grünau bei Neuburg
Jagdschloss Grünau bei Neuburg an der Donau

7. Tag: Immer an der Donau entlang ...

Menning - Ingolstadt - Neuburg an der Donau - Donauwörth - Dillingen an der Donau (112 km, 470 Hm)

Heute war ein eher unspektakulärer Tag. Wir folgten wie gestern den Donauradweg stromaufwärts und schauten uns an, was so direkt an der Strecke lag. In Ingolstadt drehten wir eine kurze Runde durch die recht nette Altstadt (Liebfrauenmünster, Herzogschloss, Kreuztor). Es gibt auch eine lustige Donaubrücke (Glacisbrücke), deren Radwege seitlich der Fahrbahn eine Berg- und Talfahrt machen.
Im weiteren Streckenverlauf gab es noch das Jagdschloss Grünau, Neuburg an der Donau, Schloss Leitheim und Donauwörth zu sehen (und meinen großen Obsteisbecher...). Etappenziel war der direkt an der Donau gelegene Campingplatz in Dillingen.
Und hier noch ein paar Worte zum Donauradweg: Uns begegneten während der 3 Tage an der Donau keine - wirklich keine - Radtourenfahrer, die, so wie wir, stromaufwärts fuhren. Dagegen kamen uns durchaus einige entgegen. Scheinbar steht irgendwo geschrieben, man solle die Donau doch bitte von der Quelle aus fahren? Wer weiß, was wir verpasst haben... Oft war der Donauradweg jedoch nicht so schön wie zum Beispiel die Waldnaab. Entlang der Donau gab es viele Industrie- und Gewerbegebiete und weniger Natur und schöne Landschaften als auf den ersten Tagen unserer Tour. Aber vielleicht ist die Donau im Oberlauf besser? Wir haben es nicht herausgefunden.


Das Ulmer Münster
Das Ulmer Münster mit dem 161 m hohen Turm
Luftig-filigraner Kirchturm
Aufstieg bis zur Turmspitze

8. Tag: In Ulm auf den höchsten Kirchturm der Welt

Dillingen an der Donau - Gundelfingen - Ulm - Erbach - Rottenacker (90 km, 230 Hm)

Gleich nach dem Start gab es den ersten Platten der Tour. Daher organisierten wir in Gundelfingen auch gleich einen neuen Reifen für Inas Rad. Danach kamen wir nach Ulm. Schon von weitem war der mächtige Turm des Ulmer Münsters zu sehen. Auf dem Donauradweg kamen wir bequem in die Stadt rein. Wir parkten unsere Räder an der alten Stadtmauer und erkundeten die Altstadt zu Fuß. Es gibt dort eine Mischung aus sehenswerten historischen Gebäuden und kontrastierenden modernen Bauten, aber vor allem auch viele langweilige Stadthäuser. Im Gegensatz zum Großteil der Altstadt hat das Münster den Krieg überstanden. Mit seinem 161 m hohem Turm besitzt es den höchsten Kirchturm der Welt, aber schon das Kirchenschiff ist riesig. Es sollen 768 Stufen sein, die man bis zur Aussichtsplattform in 143 m Höhe erklimmen muss. Dabei ist der Aufstieg, typisch für gotische Kirchen, sehr eng und luftig. Wenn man dann einen Platz an der Aussicht ergattert hat, bietet sich ein weiter Blick und die Stadt liegt wie Spielzeug unter dem Betrachter. Definitiv ein weiterer Höhepunkt der Tour.
Erst nach um vier setzten wir uns wieder in Bewegung, immer die Donau entlang, die irgendwie immer kleiner wurde. Sie war lange nicht mehr der gewaltige Strom wie in Regensburg, wirkte eher wie die gemächlich dahinfließende Spree. Wir fuhren noch bis Rottenacker, wo es an der Kiesgrube Richtung Volkersheim einen kleinen Zeltplatz gibt. Es war wohl einer der schönsten Zeltplätze der Tour: ein blauer Badesee, keine Caravans, Ruhe, Möven am Strand, das erste mal Baden. Und auch der am Abend herangezogene Regen störte nicht.




Blick ins Deggenhauser Tal
Blick ins Deggenhauser Tal
Zelte direkt am Wasser
Unser Zeltplatz direkt am Bodensee
Sonnenuntergang am Bodensee
Abends am Bodensee

9. Tag: Von der Donau zum Bodensee

Rottenacker - Riedlingen - Hohentengen - Pfullendorf - Uhldingen-Mühlhofen - Seefelden (109 km, 530 Hm)

Heute hatten wir uns vorgenommen den Sprung von der Donau bis zum Bodensee zu schaffen. Dazwischen liegt leicht bergiges Gelände, so dass wir uns nach einiger Zeit mal wieder auf eine Bergetappe einstellten. Nach dem frühen Start kürzten wir erstmal etwas vom Donauradweg ab und fuhren unterhalb des Berges Bussen nach Riedlingen. Von da ab folgten wir wieder der immer kleiner werdenden Donau stromaufwärts. Aber nur ein kurzes Stück, denn bei Hundersingen nahmen wir Abschied und bogen ab nach Süden. Wir folgten so gut es ging auf kleinen Straßen und Radwegen dem Verlauf der Ostrach nach Ostrach. Dann über einen Bergrücken, vorbei an Pfullendorf nach Echbeck. Die Landschaft war wieder mal wesentlich abwechslungsreicher als die letzten Tage. Von Echbeck, dem "Pass" bei über 700 m, bietet sich ein schöner Blick ins Deggenhauser Tal, welches wir dann genüsslich bergab rollten. In dem Tal stapelten sich die Radfahrer aber auch förmlich, es scheint also recht beliebt zu sein. In Salem machten wir ein paar unnütze Kringel, nur um das Schloss zu sehen, und festzustellen, dass es in unserer Preisklasse dort keinen Kuchen gibt. Dafür genossen wir in Mimmelhausen ein Eis. Die Donauwelle, die wir seit Tagen essen wollten, gab es hier natürlich nicht mehr...
Danach folgten wir der Radweg-Ausschilderung nach Uhldingen-Mühlhofen. Wir fuhren lange durch Ortschaften, überquerten große Hauptstraßen und waren ungeduldig den Bodensee endlich zu sehen, an seinem Ufer zu stehen. Doch es dauerte noch eine ganze Weile, ehe wir den See erreichten. Der Zufall wollte, dass es genau am Campingplatz Seefelden war. Ein sehr schöner Campingplatz direkt am Ufer in einem winzigen Ort, der umgeben von Naturschutzgebieten, abgenabelt vom Hauptstrom der Touristen scheint, da man nur auf kleinen Straßen dort hin gelangt.
Wir schlugen die Zelte direkt am See auf, genossen ein kurzes Bad und freuten uns über den schönen Tag, über das Erreichen eines bedeutenden Etappenziels. Es kommt Urlaubsstimmung auf - kein Wunder, der Campingplatz ist randvoll mit Urlaubern. Also zogen wir nochmal zu Fuß los, die Umgebung erkunden. Mehr oder weniger zufällig fanden wir die Besenwirtschaft, eine urige Gastwirtschaft an einem Bauernhof. Gestärkt besuchten wir noch Unteruhldingen, bekannt für seine Pfahlbauten. Und dort steppte dann endlich der ersehnten Touri-Bär! Das ruhige Seefelden passte irgendwie nicht ins Vorurteil des touristisch voll erschlossenen Bodensees, aber hier an den Pfahlbauen stimmte alles. Hotels, Ferienwohnungen, Souvenirs, teures Eis, viele Leute. Vom Fähranleger bot sich dann auch ein wunderschöner Blick über den Bodensee bei Abendstimmung. Einer der schönsten Tour-Tage.


Bodensee
Bodensee am Morgen
Rheinfall
Der Rheinfall im Regen

10. Tag: Konstanz, Regen und Rheinfall

Seefelden - Fähre nach Konstanz - Stein am Rhein - Schaffhausen - Jestetten (72 km, 440 Hm)

Statt den Bodensee zu umrunden, wollten wir ihn mit der Fähre überqueren. Ab Meersburg nahmen wir die Schnellfähre rüber nach Konstanz. Und trotz des stark bedeckten Himmels konnten wir bei der Überfahrt ein paar Alpengipfel am Horizont ausmachen. In Konstanz sahen wir uns kurz um und dann ging es in die Schweiz rein, den Radweg am Ufer des Untersees. Unterwegs gab es Nieselregen, Gegenwind und Mittagspause. Und während dieser Pause kam ein ordentliches Gewitter runter, es dauerte fast 2 Stunden. Wir waren froh, dass der Pausenplatz halbwegs trocken war.
Nachdem das Gewitter Richtung See abgezogen war, fuhren wir nach Stein am Rhein, der Ort, an dem der Rhein aus dem Untersee herausfließt. Ein touristisch nettes Örtchen voller Touristen. Wir hielten uns jedoch dort nicht lange auf, da wir noch ein Stück zu fahren hatten. Auf der Fahrt nach Schaffhausen begann es wieder zu regnen, wir fuhren dennoch weiter. Der Rheinradweg verläuft hier nicht immer direkt am Rhein, manchmal auch leicht bergig, so dass wir in Kombination mit dem Regen nicht so schnell voran kamen.
Den Rheinfall bei Schaffhausen sahen wir uns natürlich auch noch an. Recht interessant: direkt neben dem Rheinfall stehen Hochhäuser, die natürlich auf keiner Postkarte zu sehen sind. Nehmen wir an. Überprüfen konnten wir das nicht, da die Souvenierläden schon seit 18 Uhr geschlossen hatten. Danach fuhren wir noch bis Jestetten, wo es ein Freibad mit Campingplatz gibt. Der Regen hatte dann auch aufgehört. Aber das Gras ist noch nass. Abgesehen von dem kurzen Gewitter am 2. Tag war das übrigens der einzige wirkliche Regentag.



Stein am Rhein
Stein am Rhein
Laufenburg
Laufenburg
Holzbrücke
Überdachte Holzbrücke über den Rhein in Bad Säckingen

11. Tag: Rheinwärts und Campen in der Schweiz

Jestetten - Kaiserstuhl - Waldshut - Laufenburg - Bad Säckingen - Möhlin (86 km, 460 Hm)

Ein relativ ereignisloser Tag. Immer am Rhein entlang, den ausgeschilderten Radweg folgend. Wir wechselten häufig zwischen Deutschland und der Schweiz, da die Grenze nicht immer direkt auf dem Fluss verläuft. Oft ist auch der Rheinradweg nicht so schön, weil es hier doch sehr viel Industrie und Gewerbe gibt. In Waldshut wurden wir von der Ausschilderung auf eine laute Bundesstraße geworfen. Und direkt danach gab es ein Schweizer Atomkraftwerk. Schön dagegen war es in Laufenburg, wo wir zu Kuchen und Eis einkehrten. Übernachten wollten wir in Mumpf bei Bad Säckingen, aber der Campingplatz erwies sich als "privat" und es wurde auf den Campingplatz in Möhlin verwiesen. Das bedeutete noch ein paar Höhenmeter am Abend, aber wir fanden den Campingplatz und er war auch recht nett. Ruhig und mückenfrei, was will man mehr.




Landschaft bei Wolschwiller
Blick zurück zwischen Basel und Ferrette
Ferrette
Blick auf Ferrette und die Burgruine, die Vogesen am Horizont

12. Tag: Von Basel ins Elsass

Möhlin - Rheinfelden - Basel und Weil am Rhein - Rodersdorf - Bendorf (74 km, 710 Hm)

Auf dem kurzen Stück von Möhlin nach Basel überschritten wir die 1000km-Marke. In Basel angekommen schauten wir uns erstmal kurz in der Altstadt um. Auf der Terrasse unterhalb des Münsters gab es zweites Frühstück mit Blick über den Rhein und zum Schwarzwald. Da der Freilauf von Jojos Rad akute Verschleißprobleme meldete, machten wir noch einen Abstecher nach Weil am Rhein, die nächstgelegene deutsche Stadt, um dort eine Fahrradwerkstadt aufzusuchen. Auf den Gedanken, dass man in Schweizer Radläden mangels passender Währung ja auch elektronisch bezahlen konnte, ist zu diesem Zeitpunkt irgendwie (noch) keiner von uns gekommen...
In Weil am Rhein gab es zwar einen Radladen, aber dort wurden wir wieder weggeschickt. Ob es an dem fehlenden Ersatzteil lag oder daran, dass sie sich nicht die Finger dreckig machen wollten? Auf dem Rückweg nach Basel nahmen wir die Dreiländerbrücke mit, eine Fußgängerbrücke direkt im Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland. Und wir waren da. Und damit zum ersten mal der Tour auf französischem Boden. Aber nur kurz, denn das Problem mit dem Freilauf war immer noch aktuell, also war es die nächste Aufgabe im hektisch engen Basel einen Radladen zu finden. Dazu war die Hilfe der Touri-Auskunft nötig. Und angeblich waren wir heute nicht die ersten, die diese Auskunft brauchten. Im Radladen angekommen gab es das begehrte Teil immerhin, aber zum Einbau wurden wir in die Selbstbau-Werkstatt verwiesen. Nagut, dann machen wir uns selbst die Finger dreckig. Nach einiger Friemelei und mit Hilfe des Radladenpersonals (welches auch lange über Jojos Hinterrad grübelte) schafften wir es und Jojos Rad lief wieder rund.
Damit konnte es weiter gehen und 16:20 war der reelle Start in die Etappe, denn wir wollten noch ein Stück weit nach Frankreich rein fahren. Wir folgten einen Radweg nach Süden aus der Stadt raus, den wir jedoch recht bald aus den Augen verloren. Dann ging es über Biel-Benken (CH), Leymen (F), Rodersdorf (CH), Biederthal (F) erstmal entlang der Grenze von Schweiz und Frankreich. Es wurde langsam Abend und wir hatte noch nicht mal so richtig Mittag gegessen. Dummerweise fanden wir in den kleinen Örtchen hier nirgendwo einen Laden, so dass wir hungrig weiterfahren mussten. In Ferrete, einer netten Kleinstadt mit Burgruine an einem Abhang gelegen, konnten wir uns entscheiden: Den Berg hinab fahren und im Ort einen (erhofften) Laden finden, oder zum Campingplatz nach Bendorf fahren, welcher auf dem Berg liegt, wo wir gerade sind. Wir entschieden uns für die zweite Variante und kamen erst um dreiviertel acht in Bendorf an. Der Campingplatz liegt etwas oberhalb des Ortes und ist sehr schön, ruhig und mückenfrei. Und die zwei netten Elsässer Campingplatzwarte machten uns auch noch extra was zu essen, zum Kompott gab es noch Eis für jeden. Damit war der Abend gerettet.
Ein lustiges Erlebnis war, dass drei Radfahrer mit auffälligen Lichtanlagen noch bei Einbruch der Dunkelheit ankamen, die wir schon in Möhlin auf dem Campingplatz gesehen hatten. Wir waren trotz Panne schneller gewesen...


Basel
Basel

Pont-de-Roide
Das erste mal am Doubs in Pont-de-Roide
Rheinfall
Der Canal du Rhône au Rhin in L'Isle-sur-le-Doubs

13. Tag: Kleiner Bergzuschlag auf dem Weg zum Doubs

Bendorf - Ferrette - Courtavon - Porrentruy - Pont-de-Roide - L'Isle-sur-le-Doubs (83 km, 770 Hm)

Heute früh fuhren wir erstmal wieder nach Ferrette, weil es dort nach Auskunft der Leute vom Campingplatz einen Supermarkt gibt. Zudem konnten wir so die Burgruine und den Ausblick vom Turm in die Vogesen mitnehmen. Danach kauften wir reichlich ein, so dass es im Notfall auch bis nach Besançon reichen würde.
Das Tagesziel hieß dann das Doubs-Tal. Wir hatten lange überlegt, ob wir nördlich über Montbéliard oder südlich, etwas durch die Schweiz und mit ein paar Bergen mehr, fahren sollten. Da wir eigentlich genug Städte gesehen hatten, entschieden wir uns für die Südvariante.
Also ging es von Ferrete über Courtavon in einen Schweizer Zipfel hinein, in dessen Mitte Porrentruy liegt. Danach weiter über Chevenez zurück nach Frankreich, dabei immer leicht bergan. Am "Pass" überquerten wir die Grenze zum Département du Doubs, in dem auch unser Tour-Ziel Besançon liegt. Den Fluss Doubs, Namensgeber für das Département, erreichten wir dann in Pont-de-Roide. Aber wir überquerten den Fluss nur und kürzten ab, statt dem sich schlängelnden Flusslauf zu folgen. Das bedeutete jedoch wieder ein Anstieg. Über Dambelin kamen wir so zum Etappenziel L'Isle-sur-le-Doubs. Dort entdeckten wir auch gleich einen ausgeschilderten Radweg entlang des Doubs. Parallel zum Doubs verläuft übrigens in diesem Abschnitt der Canal du Rhône au Rhin (Rhone-Rhein-Kanal). Beide teilen sich das meist enge Doubs-Tal. In L'Isle-sur-le-Doubs gibt es sonst nicht weiter viel zu sehen, aber immerhin hat das Städtchen einen Supermarkt. Am Abend kehrt Vorfreude auf die morgige Ankunft in Besançon ein. Wir müssen einfach nur den Doubs-Radweg stromabwärts fahren.


Im Doubs-Tal
Im Doubs-Tal
Die Festung von Besançon
Die Festung von Besançon
Der Doubs in Besançon
Der Doubs in der Altstadt von Besançon

14. Tag: Im wunderschönen Doubs-Tal nach Besançon

L'Isle-sur-le-Doubs - Clerval - Baume-les-Dames - Novillars - Besançon (75 km, 280 Hm)

Heute radelte es sich vorzüglich. Es gibt einen ganz neuen Radweg entlang dem Doubs, frischer Asphalt, saubere Schilder, alles wie aus dem Ei gepellt. Die Streckenführung ist fast immer direkt am Ufer des Doubs oder des Kanals und somit tellerflach. Das Doubs-Tal ist wunderschön, begrenzt von Bergen die bis über 250 m über dem Fluss reichen mit grünen Wäldern und weißen Felsen an den Hängen. Im Baume-les-Dames machen wir in der Altstadt auf dem Marktplatz Mittagspause. Die Pause wäre sicher schöner gewesen, wenn der Markplatz autofrei gewesen wäre. Dann ging es weiter am Doubs stromabwärts. Untwegs trafen wir auf die Vélo Garde: Sie kümmern sich um die Sorgen und Sicherheit der Radtouristen auf dem neuen Radweg! Man muss also nicht einmal Werkzeug mitnehmen. Und von den 2 Jungs erfuhren wir auch, der dieser Radweg im Doubs-Tal Teil eines viel größeren europäischen Radwegs ist, der EuroVelo 6 von Nantes an der französischen Mittelmeerküste nach Constanţa am Schwarzen Meer. Vom EuroVelo-Projekt gibt noch mehr europäische Fernradwege.
Etwa um vier kommen wir in Besançon an. Wir folgend der Ausschilderung zum Office de Tourisme, wo wir uns mit einen Stadtplan ausstatten. Damit finden wir uns problemlos zu den Freunden, die wir hier besuchen wollen. Am Abend schauen wir uns nochmal kurz in der Altstadt um tauchen langsam ein in französisches-entspanntes Lebensgefühl.




Altstadt von Besançon
Altstadt von Besançon
Altes Rathaus von Mulhouse
Altes Rathaus von Mulhouse
Am Canal du Rhône au Rhin
Am Canal du Rhône au Rhin

Epilog

Oder: Was an den restlichen Urlaubstagen geschah

Wir haben es geschafft! Nach 1215 km und über 8400 Höhenmetern sind wir am Tourziel angekommen. Wir verbringen noch 2 schöne Tage in Besançon und Umgebung, schauen uns unter anderem die Festung zu Besançon (UNESCO Welterbe) und das Musée du Temps an. Dabei haben wir blauen Himmel, Sonnenschein und 30 Grad. Es fühlt sich an wie Urlaub.
Wir wollen Fahrkarten organisieren für die Rückfahrt. Bisher haben wir nur einen Nachtzug ab Basel gebucht. Und nun suchen wir eine Verbindung so nah wie möglich an Basel heran, wo wir unsere Fahrräder mitnehmen können. Das ist nicht einfach. Im Bahnhof wird nur französisch gesprochen und jeder Schalter gibt andere Auskunft. Jedenfalls gibt es keine durchgehenden Züge nach Basel ... nach Mulhouse nur TGV, wo Fahrradmitnahme nicht ganz einfach ist ... Regionalzüge nach Mulhouse mit umsteigen in Belfort ... aber am Montag ist auf der Strecke Baustelle ... also schon einen Tag eher fahren. Und beim vierten Anlauf einigen wir uns auf diesen Kompromiss einen Tag eher als geplant abzureisen und noch eine Nacht in Mulhouse zu Zelten.
Die Zugfahrt verläuft dann im Gegensatz zum Fahrkartenkauf reibungslos. So haben wir noch einen ganzen Tag Zeit, uns Mulhouse anzuschauen und entlang des Canal du Rhône au Rhin nach Basel zu fahren. Ein recht fauler Tag, der damit endet, dass wir in Basel ein Freibad entern und kurz vor dem Gewitter, welches die tagelange Hitze beendet, am Bahnhof ankommen. Ab da bringt uns der Nachtzug nach Dresden zurück.




Die 4 Tage des Praděd

Praděd-Turm
Praděd-Turm

Vor ein paar Wochen erreichte mich eine Ansichtskarte vom Praděd (Altvater), mit 1491 m der höchste Berg des Altvatergebirges (Hrubý Jeseník) in Tschechien. Darauf war der Gipfel mit dem großen Fernsehturm aus der Vogelperspektive zu sehen. Bei diesem Anblick sagte ich mir: da mußt du auch hin! Wenige Minuten später saß ich über Landkarten und rechnete grob aus, wie schnell man da sein könnte. 3 Tage mit dem Rennrad? Gepäck im Rucksack? Oder Gepäckträger vom Trekkingrad ans Rennrad? Zug für den Rückweg? Schönwettertour um Kleidung zu sparen?
Leider war das Wetter zu meiner Urlaubszeit eher wechselhaft und herbstlich kühl. Trotzdem startete ich am 7. September 2007 meinen Kurzurlaub. Mit Schutzblech und Gepäckträger am Rennrad und einer Fahrradtasche mit dem Nötigsten gepackt geht es los.

1. Tag: Isergebirge und Elbe 147 km 1560 Höhenmeter
 
2. Tag: Adlergebirge und Praděd 133 km 2840 Höhenmeter
 
3. Tag: Altvatergebirge und Gegenwind 158 km 1810 Höhenmeter
 
4. Tag: Zugfahrt und Regen im Erzgebirge 110 km 880 Höhenmeter
 


Karte der Tour



1. Tag: Isergebirge und Elbe

Zugfahrt nach Chrastava - Jizersko magistrála - Elbe - Dvůr Kralové nad Labem - Nové Město nad Metují (147 km)

Bäume, Nebel und ein Rad
Letztes Jahr gab es im Isergebirge mehr Aussicht
Rote Felsen im Elbtal
Rote Felsen im Elbtal in Klášterská Lhota
Černá Hora
Černá Hora vom Elbtal aus gesehen,
Wolken hängen über dem Riesengebirge
Um am ersten Tag möglichst weit nach Osten vorwärts zu kommen, begann der Tag mit einer Zugfahrt. Ich wollte 7:37 Uhr mit dem RE nach Zittau fahren. Beim Einsteigen bemerkte ich, dass der Zug bis nach Liberec weiterfährt. Nicht schlecht, da kann ich mir noch ein paar Kilometer an der Neiße sparen. Im Radabteil wurde es unterwegs sogar richtig voll - alle wollten bis nach Liberec fahren. Schon im Zittauer Gebirge waren die dichten, tief hängenden Wolken zu sehen. Wie wird es wohl im Isergebirge aussehen? Nach der Grenzüberquerung kaufe ich beim tschechischen Schaffner noch die Fahrkarte von Zittau bis Chrastava - eine Statation vor Liberec. Dort starte ich um 9:40 Uhr meine Tour. Es ist kühl, etwa 12°. Ich folge Radweg 22, die Jizersko magistrála, über Mníšek auf das Plateau des Isergebirges hinauf. Ab etwa 600 m Höhe komme ich in die Wolken rein, vom Ještěd kann ich nur den Fuß sehen. Und mit zunehmender Höhe wird es auch kälter. Bei etwa 7° und Nieselregen muss ich in die Wintersportabteilung meiner Packtasche gehen und Überschuhe, Jackenärmel sowie warme Handschuhe greifen. Hee, das ist Sommerurlaub! Ich gewöhne mich heute dran, 12° als sommerlich zu empfinden.
Am Aussichtspunkt unterhalb des Holubník, wo ich letztes Jahr einen feinen Blick hatte, war natürlich nur dichte Nebelsuppe zu bewundern. An der Kreuzung des Radwegs mit der Straße 290 biege ich rechts ab, folge also dem Radweg 22 nicht weiter. Dafür geht es bergab, hinaus aus dem Nebelmeer, vorbei am Stausee Souš. Mir kommt eine Gruppe Radreisender - der outdoorkataloggleichen Ausrüstung nach zu urteilen aus Deutschland - entgegen. Über Kořenov komme ich ins Tal der Jizera, welche ich bergab fahre. Je tiefer ich komme, desto freundlicher wird das Wetter. Hinter Jilmenice - es geht inzwischen wieder bergan Richtung Vrchlabí - kommt sogar die Sonne raus! Vom Nordwind getrieben bleiben die dichten Wolken im Riesengebirge hängen und südlich ist es freundlich: ich lasse mich von gar sommerlichen 18° verwöhnen.
Durch Branná geht es ins Elbtal und dann mit Rückenwind an der Elbe nach Hostinné zum Einkaufen. Unterwegs kann ich Blicke zurück zum Riesengebirge genießen, nur Černá Hora ist zu sehen, der Rest verhüllt sich in dichte Wolken. In Nemojov mache ich große Pause auf einer sonnigen Wiese. Hier ist das Elbtal mal steiler, die Elbe muss einen kleinen Gebirgszug durchqueren. Dann weiter durch Dvůr Kralové nach Jaroměř. Dort verlasse ich die Elbe und fahre die 285 durchs Flachland nach Nové Město nad Metují. Zur Abwechslung wird böiger Seitenwind serviert. Kurz nach fünf komme ich in Nové Město an. Die historische Altstadt ist auf einem Felsen in einer Schleife des Flusses Metuje gebaut. Dort gibt es einen netten Marktplatz, über den jedoch eine Hauptstraße quer drüber geht. Am einzigen Hotel am Markt bekomme ich ein Zimmer.
Marktplatz von Nové Město nad Metují
Denkmalgeschützter Marktplatz von Nové Město nad Metují


2. Tag: Adlergebirge und Praděd

Nové Město nad Metují - Orlická magistrála - Králíky - Kouty nad Desnou - Praděd (133 km)
Streckenprofil 2er Tag
Straße im Adlergebirge
Einsame Straße im Adlergebirge (Orlické hory)
Radweg im Altvatergebirge
Schotterpiste vor Chata Svýcárna
Radweg im Altvatergebirge
Kreuzung vor Chata Svýcárna
Um halb neun komme ich in Nové Město los. Die Straßen sind feucht, aber es regnet nicht. Zuerst geht es nach Deštné v Orlických horach, ein Touristenort, quasi das Tor zum Adlergebirge. Dort kaufe ich erstmal für den Tag ein. Es ist Sonnnabend, wer weiß, wann ich wieder einen offenen Laden finde. Der erstandene Orangensaft entpuppte sich als dickflüssiger Sirup. Mit Mineralwasser 1:1 verdünnt kommt er in die Trinkflaschen. Hm, schön süß, schmeckt fast wie Isodrink. Weiter fahre ich auf Radweg 22 (die Nummer kenne ich von gestern schon) hinauf zum Sattel (Šerlich) bei knapp 1000 m. Und ich stehe nicht mal im Nebel. Das heißt aber nicht, dass ich hier einen schönen Fernblick habe - alles voller Bäume hier. Dann geht es sanft hinab auf einer neu gemachten, kaum befahrenen Straße. Die Straße verläuft im Tal des Flüsschens Divoká Orlice, an der Grenze zu Polen. Die verstreuten Häuschen auf der Wiese erinnern mich etwas an Jizerka im Isergebirge. Eine wunderbar ruhige Gegend. Auf dem etwa 40 km langen Stück durch das Adlergebirge bis zur Abfahrt nach Mladkov begegne ich etwa 20 Autos, 2 Bussen, einem Radfahrer und einer Skirollerfahrerin. Danach folgt ein weniger ruhiger Abschnitt bis nach Králíky. Dort mache ich 12:30 Uhr auf dem Marktplatz Mittagspause.
Mit Králíky habe ich mein Minimal-Tagesziel erreicht. Eigentlich war heute Regen angesagt, aber das Wetter hält durch. Also geht es weiter in Richtung Altvatergebirge (Hrubý Jeseník): hinab nach Hanušovice (dabei zaghafter Nieselregen) und über Jindřichov und den Přemyslovské sedlo ins Tal der Desná. Auf der Abfahrt saue ich mich total ein, da die (schlechte) Straße feucht und voller Blätter und Zweige war. Und schon 14:40 Uhr bin ich in Kouty nad Desnou. Der letzte Ort unterhalb des Praděd. Hier wollte ich eigentlich übernachten. Da aber noch Zeit ist, entschließe ich mich, den 900 Höhenmeter zählenden Anstieg doch noch heute in Angriff zu nehmen. Oben findet sich auch was für die Nacht. Mit einem Biss in den Energieriegel läute ich die Höhenmeterfresserei ein. Bevor die Serpentinen der Hauptstraße 44 hinauf zum Červenohorské sedlo beginnen, biege ich rechts Radweg 6157 ab. Auf noch brauchbarem Asphalt geht es erstmal 6 km hinauf zur Kreuzung bei der Chata Petrovka. Ab dort kommt der unbefestigte Radweg 6075. Teilweise kann man noch ganz gut fahren, meistens ist es jedoch lästiger Schotter, so dass das Rennrad mächtig am Limit ist und ich sehr zu tun habe, nicht ständig wegzurutschen. Ich wußte von diesem Abschnitt, und zähle seine 3,5 km runter. Die vergehen sehr langsam. An den ganz steilen Stücken, wo der Schotter besonders grob ist, muss ich dann doch mal schieben. Ab und zu kommen Mountainbiker den Weg runtergehoppelt. Aber auch sie haben zu tun, nicht die Kontrolle zu verlieren. Runter möchte ich hier nicht mit Rennrad fahren! Irgendwo über 1200 m Höhe tauche ich in die Wolken ein. Und als ich die Chata Svýcárna erreiche, ist nur noch Nebelsuppe zu sehen. Dafür hat die Schotterpiste ein Ende.
Altvatergebirge im Nebel
Ausblick auf 1200m bevor ich ganz im Nebel verschwinde
Gipfelfoto auf dem Praděd
Gipfelfoto auf dem Praděd
Freudentrunken über das Überstandene, wieder Asphalt unter den Rädern und das Ziel zumindest vor dem geistigen Auge, geht es wieder flott voran. Das Altimeter nähert sich den 1491 m. Kurz vor dem Gipfel taucht der Turm aus dem dichten Nebel auf. Oben. 16:20 Uhr. Statt Sonne und Ausblick gibt es 6°, Wind und Nebel. Aus rein sportlicher Sicht geht das in Ordnung, aber wenn man das als Radurlaub betrachtet, dann hat man doch jetzt einen Ausblick verdient. Schade. Vom Turm sehe ich auch nur das unterste Stück - genug um die Tür zum Hotel Praděd finden. Leider ist kein Zimmer frei. Ich vermute mal, das Hotel hatte zu, ich kann mir nicht vorstellen, dass bei dem Wetter da oben alles voll ist. Im Restaurant saß keine Menschenseele. Wieder draußen treffe ich 2 Polen, die auch hinauf geradelt sind. Wir schmipfen übers Wetter. Aber wir sind nicht die einzigsten mit Rad hier oben. Ich rolle den Berg hinab und halte die Augen nach Hotels und Bergbauden offen, die laut Karte hier an der Straße hinab nach Karlova Studánka zu finden sein sollen. Gleich beim ersten klappt es. Ich bekomme ein Zimmer im Sporthotel Kurzovní. Es ist etwa 180 Höhenmeter unter dem Gipfel gelegen.
Was für ein Tag! Ich hatte nicht geplant, schon am zweiten Tag bis hinauf zu fahren. Und morgen kann ich nochmal fix rauf zum Praděd, vielleicht ist ja dann weniger Nebel.


3. Tag: Altvatergebirge und Gegenwind

Praděd - Jeseník - Králíky - Žamberk - Kostelec nad Orlicí (158 km)
Streckenprofil 3er Tag
Praděd-Turm
Praděd-Turm
Als ich halb acht aufstand, klarte es draußen ein wenig auf. Ich ging vor dem Frühstück mal raus, und konnte den Turm sehen. Jetzt müßte man oben stehen! Es zog aber wenige Minuten später wieder zu. Bevor ich die eigentliche Tagesetappe in Angriff nahm, bin ich nochmal hinauf gefahren. Immerhin konnte ich unterwegs während einer weiteren kurzen Nebellücke noch ein Foto vom Turm machen. Aber Aussicht gab es auch heute nicht.
Gestern hatte ich ja schon festgestellt, dass das Schotterstück nicht Rennradtauglich ist. Bergab wollte ich da lieber sicher auf der Straße fahren. Das bedeutet aber einen Umweg von fast 30 km. Ich muss das Altvatergebirge quasi nördlich über Jeseník umfahren. Zuerst also die Abfahrt nach Karlova Studánka. Bei anfänglich 4° und nasser Straße bekommt die warme Kleidung eine weitere Gelegenheit sich zu zeigen. Dann 2 erwähnenswerte Gegenanstiege, bis es richtig runter nach Jeseník geht - mehr als 1000 Höhenmeter unterhalb des Praděd. Danach geht es hinauf nach Branná. Dort ist gerade ein Seitenwagen-Rennen in einer kleinen Schleife mitten im Ort. Etwa 25 Minuten warte ich (essend) im Höllenlärm, der sich durch das Hochtal ausbreitet. Als die Straße wieder freigegeben wird, bin ich als einer der ersten wieder unterwegs. Wieder unten in Hanušovice kaufe ich ein. Bei der Orstdurchfahrt gestern hatte ich mir diesen Laden gemerkt - täglich bis 21:00 Uhr geöffnet. Dann geht es in westliche Richtung bei Gegenwind nach Králíky. Ich bezahle nun für den Rückenwind der letzten Tage. Und dann atme ich an der Baustelle in Lichkov auch noch schaufelweise Staub ein. Zähneknirschend nehme ich diese Widrigkeiten hin.
Zwischen Mladkov und Vlčkovice
Zwischen Mladkov und Vlčkovice
Von Mladkov aus fahre ich die 312 weiter nach Žamberk. Dort treffe ich auf die viel befahrene Fernstraße 11, von der ich irgendwie nicht mehr runterkomme, immer verpasse ich mangels Ausschilderung die Gelegenheiten, in ruhigere Straßen abzubiegen. Im Vamberk komme ich dann nach langen Kampf von der 11 runter. Die neue Ortsumfahrung ist ja auch nicht in meiner Karte drin. Ab jetzt geht es ruhig über Roveň nach Rychnov nad Kněžnou. Hin und wieder zeigt sich kurz die Sonne, es ist 16° warm. In Rychnov hatte ich geplant zu übernachten. Die Pension hatte Sonntags geschlossen, 3- und 4-Sterne Hotel schienen mir nicht ganz angemessen und das runtergekommene Hotel direkt an der Hauptstraße wollte ich nun auch nicht nehmen. Meine Karte weist in Kostelec nad Orlicí ein Hotel aus, also versuchte ich es als nächstes dort. Halb sieben erreiche ich das Hotel und bekomme ein Zimmer.


4. Tag: Zugfahrt und Regen im Erzgebirge

Kostelec nad Orlicí - Hradec Králové - Zugfahrt nach Ústí nad Labem - Petrovice - Dresden (110 km)

Hradec Králové
Hradec Králové
Hradec Králové
Hradec Králové
Kurz vor 9:00 Uhr fahre ich los. Das Ziel ist Hradec Králové und ab dort mit der Bahn nach Ústí nad Labem. Mit Hilfe von kleinen Straßen und Radwegen kann ich die Haupstraße (die gleiche wie gestern) fast komplett vermeiden. Zudem bietet mir Wald Schutz vor dem Gegenwind. In Hradec Králové habe ich mich kurz in der historischen Altstadt umgeschaut. Im Bahnhof kaufe ich die Fahrkarte, was auch problemlos gelingt - Dank eines Ausdrucks von der Verbindung, die ich fahren wollte. 12:08 Uhr nach Nybmurk und dort in den Zug nach Ústí umsteigen. Kurz nach drei wäre ich dann dort. Ich hatte mir extra unter www.vlak.cz Verbindungen mit Fahrrad-Transport rausgesucht. Da gibt es dann Wagen mit Fahrrad-Abteil. Nur leider passt bestenfalls ein Kinderrad derart rein, dass es nicht im Weg steht. Und Stehen ist auch so eine Sache - es mangelt an jeglichen Haltevorrichtungen. Also lege ich mein Rad einfach hin, was maximal Platz kostet. Wenn Leute aus- oder einsteigen wollen, muss ich mein Rad aus dem Weg räumen. Da sich kein Schaffner beschwert, nehme ich an, dass das der übliche Weg ist hier ein Rad unterzubringen (bei Zügen ohne Fahrradabteil aber mit Gepäckwagen gibt man das Rad als Gepäck ab). Die Züge sind laut, die Wagen wie früher. Ruckeln, knirschen, rattern, quitschen - so richtig Eisenbahn eben.
In Ústí empfängt mich Nieselregen. Ich kämpfe mich nach Osten an der Elbe aus der Stadt, durch sich stauende Autos, auf nicht vorhandene Fußwege ausweichend. Ich mag diese Stadt nicht. Von der E442 biege ich links ab nach Ryjice. Es geht steil hinauf. Dafür ist es sehr ruhig hier. Es folgt eine landschaftlich reizvolle Abfahrt von Mnichov nach Čermná. Man sieht das Erzgebirge in den Wolken stecken. Von Libouchec fahre ich hinauf nach Tisá. Am Ortseingang fängt es an zu Regnen. Zu Schütten. Die Winterausrüstung muss wieder her. In Petrovice fülle ich meine Gepäcktasche nochmal mit Leckereien auf. Während der Abfahrt im Bahratal bessert sich das Wetter, der Regen hört auf. Dann durch Pirna, Elberadweg und Pillnitz. Schön ruhig ist es hier bei solchem Wetter. Und wie zum Hohn scheint mir auf den letzten Metern nach Hause die Abendsonne ins Gesicht. Verdammt, wo habe ich nur die Sonnencreme gelassen?
Fahrradabteil im tschechischen Zug
Fahrradabteil im tschechischen Zug



Riesengebirge - Dresden: 4 Gebirge in 3 Tagen

Am 10. September 2006 hatte ich die Gelegenheit von meinen Eltern im Riesengebirge abgesetzt zu werden. Das Wetter sollte an den folgenden Tage stabil bleiben, also beschloß ich, den Rückweg nach Dresden mit dem Rad zu unternehmen. Ich reduzierte das Gepäck aufs nötigste, nahm nur eine Gepäcktasche und die Lenkertasche mit, nichts gegen Regen, kein Zelt, Schlafsack oder Isomatte. Nach einer Wanderung zur Petrova Bauda am Sonntag und der Übernachtung im polnischen Szklarska Poręba ging es also am Montag los:

1. Tag: Riesengebirge 91 km Szklarska Poręba - Špindlerův Mlyn - Vrchlabí - Rokytnice - Harrachov
2. Tag: Isergebirge und Zittauer Gebirge 90 km Harrachov - Jizersko magistrála - Hrádek nad Nisou - Chata Luž
3. Tag: Elbsandsteingebirge 133 km Chata Luž - Česká Kamenice - Labská Stráň - Kirnitzschtal - Dresden


1. Tag: Riesengebirge

Szklarska Poręba - Špindlerův Mlyn - Vrchlabí - Rokytnice - Harrachov (91 km)
Streckenprofil
Anstieg zum Slezske Sedlo
Anstieg zum Slezske Sedlo
Von Szklarska Poręba nach Harrachov sind es Luftlinie weniger als 10 km. Auf der Europastraße E65 vielleicht 12 km. Jedoch bleiben einem dann etliche Höhenmeter und Ausblicke verwehrt. Darum wählte ich die Strecke über Špindlerův Mlyn. Von der polnischen Seite führt eine kleine Straße, nur für Wanderer und Radfahrer, hinauf zum Riesengebirgskamm oberhalb vom tschechischen Špindlerův Mlyn. Dort gibt es einen offiziellen Wanderer-Grenzübergang.

Von Szklarska Poręba muss ich diese Straße erst einmal erreichen. Ich nehme die kleinen "Straßen" die parallel zum Kamm nach Przesieka führen. Zwar sind sie alle als Radwege ausgeschildert, jedoch stellt die Qualität des Belags allenfalls ambitionierte Moutainbike-Fahrer zufrieden. Ich zumindest holpere mehr schlecht als recht durch den Wald, trotz allem aber froh, Höhenmeter gespart zu haben. Denn die Hauptstraße währe von Szklarska Poręba erstmal weit runter gegangen. Zudem wurde gerade gebaut, was eine sehr bergige Umleitung zur Folge hatte. Ab Przesieka geht es dann - wohlgemerkt auf Asphalt! - fast ohne Serpetinen geradewegs hinauf zum Riesengebirgskamm. Fast 700 Höhenmeter am Stück werden verlangt - mit bis zu 20% steilenen Rampen, wie es in freundlichem gelb auf die Straße gepinselt zu lesen ist. Motivierend wirken dagegen die Kilometerangaben, wie weit es noch bis oben ist. Und ich bin dankbar, nur das allernötigste an Gepäck mitgenommen zu haben. Ich mag mir diesen Anstieg nicht mit einem voll gepackten Fahrrad vorstellen! Da der Tag noch jung und die Beine frisch sind, komme ich ganz gut hoch. Oben auf dem Slezske Sedlo - knapp 1200 m - gibt es Parkplatz, deutsche Touristen und kühlen Wind. Schnell die Windjacke drüber und rein ins tschechische. Viele Bauden und Restaurants tümmeln sich an diesem Flecken, denn von tschechischer Seite kann man mit dem PKW (allen voran deutsche Touristen) und dem Bus (wohl eher die Einheimischen) bis hinauf zum Sattel fahren. Kurz bevor es richtig hinab geht, bietet sich ein schöner Blick ins Tal der Bilé Labe (Weiße Elbe):
Blick vom Riesengebirgskamm
Blick vom Riesengebirgskamm nach Süden in Richtung Špindlerův Mlyn
Elbe-Stausee bei Špindlerův Mlyn
Elbe-Stausee bei Špindlerův Mlyn
Nun kommt die Pause auf Rädern: rollend hinab nach Špindlerův Mlyn. Aber Achtung, Schlaglöcher und Kurven verlangen Aufmerksamkeit! Im Ort zapfe ich erstmal Kronen am Geldautomat, fahre aber gleich weiter, die Hautpstraße im Elbtal hinab in Richtung Vrchlabí. Am Elbe-Stausee verweile ich kurz für ein Foto, ansonsten fahre ich schnell runter, bei leichtem Gegenwind. Im Lebensmittelladen von Hořejší Vrchlabí setze ich einen kleinen Teil meines Geldes in Nahrhaftes um. Danach geht es hinauf nach Mrklov, eine dieser schönen kleinen Straßen, wo man auf dem etwa 5 km langen Stück nur 2 Autos begegnet. Oben auf der Höhe vor dem Ort mache ich Mittagspause. Heute gibt es Brötchen mit Schmelzkäse, Kirschjoghurt, Bananen, Schokowaffel und minerální voda neperlivá. Das alles auf der Wiese bei Sonnenschein mit Blick über Felder, Wälder und Berge - einfach schön!

Nach der Pause folgt die Abfahrt nach Dolní Štěphanice und schon wartet der nächste Berg. Ich treffe nun auf den Radweg 22, der Jizersko-krkonošská magistrála (Iser- und Riesengebirgs-Magistrale). Es geht nun 450 Höhenmeter hinauf. Der immer wieder unterschiedlich starke Anstieg ist nicht leicht, aber dafür wird der Radfahrer von der schönen Landschaft und Blicken zum Ještěd, Černá hora, dem Riesengebirgskamm und vielen anderen Bergen belohnt. Etwa bei Rezek ist der höchste Punkt, ab da geht es auf einer holprigen Hauptstraße hinab nach Rokytnice. Unten dann im Tal der Jizera gönne ich mir ein Eis. Nach Harrachov führt eine große Straße leicht bergan. Im Ort finde ich recht schnell eine sehr ruhig gelegene und überhaupt sehr schöne Pension für die Nacht. Es ist erst halb fünf. Zeit, um auf dem sonnigen Balkon im Cykloatlas zu blättern (von dem ich mir einige Seiten mitgenommen habe). Etwa 1700 Höhenmeter waren es heute, und nicht nur 250, wie bei der Kurzvariante über die E65! Und morgen? Hm, weniger...


2. Tag: Isergebirge und Zittauer Gebirge

Harrachov - Jizersko magistrála - Hrádek nad Nisou - Chata Luž (90 km)
Streckenprofil
Hochmoor bei Jizerka im Isergebirge
Hochmoor bei Jizerka im Isergebirge
Sehr gute Radstrecken im Isergebirge
Sehr gute Radstrecken im Isergebirge
Aussichtspunkt unterhalb des Holubník
Aussichtspunkt unterhalb des Holubník
Nach dem Frühstück geht es erstmal hinab ins Tal der Jizera und dann - wieder auf dem Radweg 22 - hinein ins Isergebirge. Ab Kořenov geht es bis auf 900 m hinauf. Der Radweg verläuft auf einer schönen kleinen Asphaltstraße (ganz kurzen Stücken mal mit Betonplatten), die ab Jizerka für Autos gesperrt ist. Ab da sind nur noch Wanderer und Radfahrer zugelassen. Hier ist es wunderbar: blauer Himmel, grüne Bäume und gelbes Gras, dazu die Ruhe, ein schöner Radweg und nur leichte Anstiege. Das Isergebirge ist wesentlich weniger Steil als das Riesengebirge. In diesem Teil, rund um den Berg Jizera herum, gleicht es eher einem leicht bergigem Hochplateau, immer so zwischen 800 und 1000 m. Es ist wieder mal Radfahrers Traum, der hier in Erfüllung geht! Und ich bin nicht der erste, der das gemerkt hat. Es sind hier auch einige andere mit dem Mountainbike unterwegs.

Unterhalb des Holubník fällt das Isergebirge steil ab. Der Radweg verläuft ein Stück direkt am Abhang und an einem Aussichstspunkt kann man den Blick ins 500 m tiefer gelegene Tal genießen. Unten ist die Kirche von Hejnice deutlich zu sehen. Nach einer kurzen Rast fahre ich weiter. Nun lässt sich der Ještěd auch mal wieder am Horizont blicken. Langsam geht es deutlich bergab, und ich bin fast etwas traurig, das Isergebirge schon zu verlassen. Es war das schönste Stück meiner ganzen Radtour und die Isergebirgs-Fahrrad-Magistrale ist nun mein neuer Lieblingsradweg. Irgendwo im Wald nutze ich die Ruhe zu einer ausgedehnten Mittagspause, bevor ich ganz hinab nach Oldřichov fahre. Dann geht es durch Mníšek nach Chrastava, wo der Radweg 22 endet. Ich bin nun im Tal der Lužická Nisa (Neiße) angekommen und lasse mich auf dem Radweg Nummer 14 bis nach Hrádek nad Nisou rollen. Dort statte ich der Bundesrepublik einen kurzen Besuch ab und fahre über Hartau bergauf nach Lückendorf. Dahiner gehts einen winzigen 17-Prozenter gerade runter, wo ich meinen Geschwindigkeitsrekord das zweite mal dieses Jahr verbessere. Zwischen Oybin und dem Hochwald gelange ich in Hain wieder in die Česká Republika zurück. Dann geht es hinab durch Krompach und die letzen Meter steil bergan nach Myslivny, eine Ansammlung einger Häuser, darunter auch die Chata Luž - die Lauschebaude. Es ist 16:00 Uhr, ich bin ganz schön erschöpft und bestelle mir erst mal einen leckeren Palačinka. Zu meiner Freude ist ein Zimmer frei, so dass ich hier bleiben kann, wie ich es mir vorgenommen habe.

Blick von der Lausche
Blick von der Lausche
Ich mache mich gleich auf den Weg zur Lausche, die hier nur einen Katzensprung entfernt ist (will heißen: 150 Höhenmeter). Dort oben kann ich in der Abendsonne einen schönen Rundblick genießen, nur leider ist die Sicht in Richtung Osten, zum Ještěd, zum Isergebirge und zum Riesengebirge durch Bäume versperrt. Auf dem windigen Gipfel verspeise ich übrig gebliebene Nahrungsvorräte.
Wieder ein sehr schöner, bergiger Tag. Etwa 1200 Höhenmeter Anstieg und 90 km waren es heute. Dazu eine gute Portion Rückenwind und viel Sonne.
Morgen geht es dann zurück in die Heimat.


3. Tag: Elbsandsteingebirge

Chata Luž - Česká Kamenice - Labská Stráň - Kirnitzschtal - Dresden (133 km)
Streckenprofil
Blick von Labská Stráň hinab nach Dolní Žleb
Blick von Labská Stráň hinab nach Dolní Žleb
Beim Wanderergrenzübergang im Kirnitzschtal
Beim Wanderer-Grenzübergang im Kirnitzschtal
Von der Chata Luž geht es erst mal viel runter. Ich staunte über die neu gemachte kleine Straße von Horní Světlá nach Nová Huť. Auf der Riesengebirgs-Radtour 2002 war hier noch nicht mal Asphalt. In Česká Kamenice (schönes Städtchen) kaufe ich fix etwas zu Essen ein fahre weiter nach Janská. Da heute viel Zeit für eine wenig anspruchsvolle Strecke ist, will ich noch eine kurzen Abstecher nach Labská Stráň machen. Dort gibt es einen Aussichtspunkt über dem Elbtal, der schon im 18. Jahrhundert angelegt wurde: Belvedér. Deshalb biege ich in Janská links ab und fahre über Bynovec zum Belvedér. Es ist schön ruhig hier, noch sind keine Touristen da. Es ist erst um 11:00 Uhr und ich überlege, wie ich meinen letzten Tag noch etwas verlängern kann. Wenn ich jetzt direkt im Elbtal nach Dresden fahre, bin ich doch schon in 3 Stunden zu Hause und der Urlaub ist vorbei. Also wird der Entschluß gefasst, noch durch Kirnitzschtal zu fahren, wodurch meine Strecke einen seltsamen Kringel auf der Landkarte macht. Ich fahre über Růžová ins schöne Janská im Tal der Kamenice zurück und dann über Jetřichovice nach Vysoká Lípa. Hier betrete ich mit dem Radweg 3029 den Nationalpark Böhmische Schweiz. Es geht wider Erwarten nur wenig bergan. Auf dem Radweg 3030 komme ich dann zum Grenzübergang an der Kirnitzsch. Dort ist eine der schönsten Wiesen im Elbsandsteingebirge - beste Gelegenheit für eine gemütliche Mittagspause mit lecker Milchzopf und Joghurt. Der Rest ist Raserei nach Dresden: das Kirnitzschtal hinab nach Bad Schandau, die B172 nach Königstein, Elberadweg... und das alles bei ordentlichem Rückenwind. Trotz der verlängerten Strecke bin ich schon dreiviertel vier zu Hause. Die Höhenmeter sind heute kaum der Rede wert, etwa 500 werden es wohl sein.

So, schon vorbei, der Kurzurlaub. Kurzes und intensives Fahrraderlebnis, bei dem aber der Urlaub, das Erholen, auch nicht zu kurz kam. Das Wetter - der eigentliche Anlass für die Tour - war die ganze Zeit wunderbar. Die Tagesetappen waren in der Summe 314 km lang, dabei hatte ich einen Schnitt von genau 21 km/h.


Tagestouren

Hier sind Berichte einiger Tagestouren, die natürlich auch als Anregung dienen können:

Wann? Wieweit? Wohin?
25.5.2017 100 km Lindau - Bregenz - Mellau - Faschinajoch - Nenzing
21.5.2014 270 km Dresden - Marienberg - Fichtelberg - Erzgebirgskamm - Dresden
19.5.2013 193 km Dresden - Ústí nad Labem - Sedlo - Děčín - Dresden
5.5.2013 200 km Dresden - Neustadt - Löbauer Berg - Czorneboh - Bischofswerda - Dresden
22.4.2012 142 km Bloomington - Lake Lemon - Brown County State Park - Bloomington
7.4.2012 100 km Bloomington - Harrodsburg - Lake Monroe - Bloomington
4.9.2011 226 km Jonsdorf - Isergebirge - Riesengebirge/Labská bouda und zurück
16.7.2011 350 km Dresden - Kadaň - Klínovec - Fichtelberg - Erzgebirgskamm - Dresden
8.5.2011 221 km Dresden - Ústí nad Labem - Litoměřice - Děčín - Zinnwald - Dresden
2.9.2010 93 km Sölden - Timmelsjoch - Sölden - Tiefenbachferner - Sölden
16.7.2010 165 km Bergen auf Rügen - Hiddensee - Kap Arkona - Stubbenkammer - Bergen
23.9.2009 179 km Pockau - Boží Dar - Auersberg - Annaberg - Pockau
29.8.2009 128 km Schleiz - Bleilochtalsperre - Wetzstein - Hohenwartetalsperre - Schleiz
7.4.2009 139 km Dresden - Holzhau - Fláje - Stürmer - Dresden
11.10.2008 156 km Dresden - Holzhau - Fláje - Mückentürmchen - Dresden
7.8.2007 329 km Vier-Tausender-Tour im Erzgebirge
4.8.2007 168 km Dresden - Milešovka - Dresden
29.7.2007 124 km Dresden Race Day 2007
24.6.2007 271 km Dresden - Ještěd - Dresden
10.6.2007 236 km Dresden - Erzgebirgskamm - Hirtstein - Olbernhau - Dresden
3.6.2007 127 km Bergzeitfahren in Krupka
27.10.2006 155 km Dresden - Frauenstein - Flaye - Mückentürmchen - Dresden
15.7.2006 145 km Dresden - Zinnwald - Doubravka/Teplice - Mückentürmchen - Dresden
11.6.2006 216 km Dresden - Erzgebirgsmagistrale - Klínovec - Flöha
4.6.2006 147 km Bergzeitfahren in Krupka
13.7.2005 173 km Nordhausen - Brocken - Kyffhäuser - Sangerhausen
30.7.2004 283 km Dresden - Ještěd - Dresden
9.5.2004 125 km Dresden - Rosenthal - Doubice - Bad Schandau
20.8.2003 130 km Dresden - Mückenberg - Bahratal - Dresden
10.6.2003 308 km Dresden - Fichtelberg - Dresden
1.10.2002 100 km Dresden - Sněžník - Dresden
1.6.2002 229 km Dresden - Fichtelberg - Flöha
1.2.2002 100 km Dresden - Talsperre Gottleuba - Königstein - Dresden


Vom Bodensee zum Faschinajoch

Lindau am Bodensee - Bregenz - Buch - Egg - Mellau - Au - Damüls - Faschinajoch - Thüringerberg - Nenzing (100 km, 1700 Hm)

Route auf bikemap.net

Die Klausbrücke in Mellau
Die Klausbrücke in Mellau
Blick zum Faschinajoch
Blick zum Faschinajoch während des Anstiegs
In der Hahnenköpflegalerie
In der Hahnenköpflegalerie
Am Faschinajoch
Am Faschinajoch
Blick unterhalb des Faschinajochs nach Süden
Blick unterhalb des Faschinajochs nach Süden,
die Rote Wand (2704m) im Hintergrund links
Nach dem verrückten Tag im Ötztal 2010 kann ich diesmal wieder von einer Alpentour berichten. Von Lindau am Bodensee, auf etwa 400 m gelegen, geht es durch die Alpen im östlichen Österreich (Vorarlberg) hinauf zum Faschinajoch auf 1486 m und hinab nach Nenzing, von da aus mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt.

Bis Bregenz rollt es sich entspannt am Ufer des Bodensees dahin. Am Hafen biege ich links ab und durchquere schnell die Stadt. In Kennelbach überquere ich die Bregenzer Ach und biege dann auf die kleine Landstraße L14 ab, auf der einige Radwege verlaufen. Hier sind auch gefühlt mehr Radfahrer als Autos unterwegs. Es geht nun erstmals ernsthaft bergan, zuerst wunderbar schattig im Wald, später durch Wiesen, Weiden und kleine Siedlungen, bis über 700 m. Aufgrund des geringen Verkehrs ist es eines der Genießerstücken der Tour. Ab Alberschwende geht es auf die recht viel befahrene Bregenzerwaldstraße und wieder einige Meter abwärts bis nach Egg ca. 530 m. Ich folge der Bregenzerwaldstraße weiter, es wird nun erst etwas hügelig, später geht es flach flussaufwärts entlang der Bregenzer Ach weiter. Es gibt im Tal auch einen Radweg, der oft abseits der Hauptstraße und etwas umwegig verläuft. Ab und zu nehme ich diese Angebot an, aber auf der Straße ist man halt doch schneller. Aber der Vorteil der zusätzlichen Kringel, die man auf dem Radweg fährt, sind die neuen Blicke, die sich ergeben, wenn man nicht nur Stur in eine Richtung fährt. Zum Beispiel auf dem Teilstück zwischen Mellau und Schnepfau. Nach Schnepfau allerdings ist der Radweg unbefestigt und war dann sogar aufgrund von Lawinengefahr gesperrt, so dass ich dort die Straße mit Tunnel bevorzugt habe.

So komme ich nach Au, der Ort am Beginn der Faschinastraße, auf 800 m gelegen. Von hier geht es nun also richtig los. Die erste Hälfte ist der Anstieg gut steil, kaum mal unter 10%. Zudem brennt die Sonne an den Südosthang. Dazu kommt die deutlich gestiegene Zahl an Motorrädern. Und seltsamerweise kaum Radfahrer mehr. Nur wenige runter, keiner hoch. Es ist also gut anstrengend, auch für den Kopf. Ich habe hier ganz schön zu kämpfen. Als es dann vor Damüls flacher wird, kommt der Pass und die davor gelegene Galerie in Sicht. Damit geht es gleich besser voran. Nach einer kurzen Abfahrt geht es gleich rein in die Hahnenköpflegalerie, die mit einem kurzen Tunnel beginnt. In der Galerie kann man beidseitig auf dem Gehweg fahren, ich wähle die linke Straßenseite mit dem besseren Ausblick. Kaum aus der Galerie raus, ist die Passhöhe schon gleich erreicht. Hier oben hat so früh in der Saison nur ein Restaurant offen, aber das reicht ja aus. Zwischen Motorradfahrern sitze ich draußen auf einem Schattenplatz und genieße meine Spaghetti.

Die Abfahrt ist dann deutlich Kurvenreicher und bietet viele schöne Bergblicke zu hohen 2000ern. Im späteren Verlauf muss man sich zwischen zwei Varianten entscheiden, beide mit über 200 Hm Gegenanstieg. Ich nehme die nördliche über Sankt Gerold und Thüringerberg und fahre schnell weiter nach Nenzing, wo mich gleich der Zug zurück nach Lindau bringt.


Wieder mal zum Fichtelberg

Dresden - Klingenberg - Lichtenberg - Großwaltersdorf - Lengefeld - Marienberg - Steinbach - Jöhstadt - Kovářská - Fichtelberg - Měděnec - Kalek - Klíny - Moldava - Dippoldiswalde - Dresden (270 km, 3800 Hm)

Route auf bikemap.net

Endlich wieder mal zum Fichtelberg! Den Hinweg ist eine sehr direkte Route, nahezu bundesstraßenfrei und auch vom Höhenprofil her recht gut fahrbar. Die Route bin ich zuvor noch nie gefahren. Zuletzt war ich 2011 auf dem Fichtelberg, aber damals bin ich umwegig über das Böhmische Becken gefahren.

Die Route führt erst durch Freital und Tharandt, immer an der Wilden Weißeritz entlang bis nach Dorfhain, wo dann oben auf der Ebene die Morgensonne schon gut durchwärmt. Von Klingenberg rollt es dann angenehm nach Pretzschendorf, ab dort geht es dann im ständigen kurzen bergauf-bergab auf kleinen Straßen nach Lichtenberg ins Muldental. Dann schleicht es sich unauffällig hinauf nach Großhartmanndorf. Vor Großwaltersdorf bietet sich der erste Blick zur Augustusburg, noch bessere Aussicht gibt es dann von der kleinen Landstraße westlich von Lippersdorf, das Tagesziel nebst dem tschechischen Bruder sind hier das erste mal am Horizont auszumachen. Es folgt die Abfahrt in Serpentinen hinab ins Flöhatal, mit Blick auf Schloss Rauenstein. Das Schloss wird zum Beginn des längeren Anstiegs durch Lengefeld durchquert - mit einem kurzen Tunnel. Auf ca. 600 m Höhe geht es dann vorbei am historischen Kalkwerk und der Wehrkirche Lauterbach nach Marienberg.

Blick ins Flöhatal mit Schloss Rauenstein und Lengefeld

Marienberg mit St. Marien

Marienberg wird geradewegs über den Marktplatz durchquert und auf der alten B174 verlassen. Etwas unschön sind die ca. 1,5 km, die es dann auf der neu gebauten Bundestraße bergauf entlang geht, bis der Abzweig nach Steinbach erreicht ist (aber viel Verkehr war selbst mitten in der Woche nicht). Nun rollt es sehr entspannt durch kühlenden Wald etwa 200 m bergab ins Preßnitztal. Ab dort beginnt fast schon der Endanstieg. Immer parallel zur Preßnitztalbahn bis hinauf nach Jöhstadt, wo nach genau fünf Stunden die erste 100 auf dem Tacho steht. Jetzt fahre ich nach Süden über die tschechische Grenze nach Kovářská. Die Straße ist allerdings sehr schlecht - die Variante über Bärenstein bzw. Vejprty ist empfehlenswerter. An dem kleinen Lebensmittelladen in Kovářská tanke ich zum ersten mal nach und stärke mich für das Finale. Auf dem Stück nach České Hamry bietet sich dann ein schönes Bergpanorama auf die zwei Großen: Klínovec und Fichtelberg grüßen vorm blauen Himmel.

Klínovec und Fichtelberg

In Loučná überquere ich wieder die Grenze und fahre nun auf der B95 die große Serpentinenkurve hinauf zum Erzgebirgskamm und dann weiter zum Gipfel des 1214 m hohen Fichtelbergs. Nach ca. 125 km und 6:42 bin ich am Tagesziel angekommen. Gut erschöpft gönne ich mir nun eine Stunde Mittagspause. Es ist heute relativ ruhig hier - am Wochenende wäre bei dem Wetter (kurzärmlich sitze ich draußen) sicher gut was los.

Der Rückweg ist kurz erklärt: Rüber über die Grenze und vorbei am Klínovec immer die tschechische Erzgebirsmagistrale (Radweg 36 und 23) bis nach Moldava. Diese Route ist mir von vielen Touren bekannt (2011, 2007, 2007, 2006) und eine meiner Lieblingsstrecken, vor allem, wenn die von hinten scheinende Nachmittags- und Abendsonne alles in goldenes Licht taucht. Zwischen der Přísečnice/Preßnitz-Talsperre und Kalek sind die Straßen allerdings oft schlecht. So richtig genießen kann ich heute auch nicht, da ich schon recht k.o. bin, aber erstaunlicherweise komme ich auch die vielen Anstiege noch ganz gut hoch. In Moldava beginnt dann die Abfahrt ins Elbtal, via Schmiedeberg, Dippoldiswalde, Rabenau und Freital.



Radtour zum Sedlo im Böhmischen Mittelgebirge

Dresden - Petrovice - Nakléřov - Povrly - Ústí nad Labem - Malé Březno - Lovečkovice - Sedlo - Verneřice - Děčín - Ostrov - Pirna - Dresden Dresden (193 km, 2507 Hm)

Route auf bikemap.net

Den Sedlo habe ich bei Radtouren im Böhmischen Mittelgebirge und in Lausitzer Gebirge immer wieder mal gesehen. Auch aus großer Entfernung ist er oft deutlich zu sehen. Der Sedlo ist mit 726 m der höchste Berg im rechtselbischen Böhmischen Mittelgebirge und überragt seine unmittelbaren Nachbarn deutlich. Ein prima Aussichtsberg also.

Aussicht von Nakléřov zur Kletečná und Milešovka (genau wie 2011).

Auf dem Sedlo - aber nicht der Gipfel.

Die Tour führt zuerst nach Pirna und dann die Hauptstraße nach Petrovice hinauf, wo früh am Morgen auch noch angenehm wenig Verkehr ist. Der erste Höhepunkt ist dann die wunderbare Aussicht in Nakléřov. Dann geht es etwas hinab und in Velké Chvojno auf Radweg 3066, den ich nun hinab bis ins Elbtal folge. Die Fähre in Velké Březno war leider außer Betrieb, so dass ich 20 km flaches Bonusprogramm nach Ústí und am anderen Elbufer zurück absolvieren durfte. Dann geht es in einem Tal stetig hinauf nach Lovečkovice. Dort biege ich rechts ab, es geht leicht aufwärts aus dem Ort hinaus. Dann biege ich im Wald links in eine kleine befestigte Straße ein, welche mich bis zum Fuße des Sedlo bringt.

Der Aufstieg ist leider nur zu Fuß möglich, so dass ich für die letzten 2 km und 240 Hm das Rad stehen lasse und eine kleine Wanderung einschiebe. Ich folge dem grün markiertem Wanderweg. Er führt steil hinauf auf den Kamm des lang gestreckten Berges - Wanderschuhe wären hier von Vorteil gewesen. Entlang des gesamten Weges trifft man immer wieder auf teilweise bizarre Basaltfelsen. Vor dem eigentlichen Gipfel lädt ein mit Gipfelkreuz versehener Felsen zu einer leichten Kletterei ein, die mit der ersten Panoramaaussicht belohnt wird.

Blick ins Lausitzer und Zittauer Gebirge, zum Ještěd, Riesengebirge, Ronov, Vlošť, ...

Der tatsächliche Gipfel ist eine eher unspektakuläre Ebene, aber die grüne Markierung führt noch etwas weiter nach Süden zu einer fantastischen Aussicht. Hier könnte man bei perfekter Sicht wohl bis Prag sehen. Im Osten sehe ich Lausitzer und Zittauer Gebirge, den Ještěd, das Riesengebirge und Bezděz. Im Süden wird das Land sehr flach, nur der Říp hebt sich noch ab. Nach Westen fällt der Blick auf Hazmburk, die Milešovka und dahinter auf den Erzgebirgskamm.

Blick ins östliche Böhmische Mittelgebirge mit der Milešovka.

Immer wieder bizzare Felsen auf dem Sedlo.

Nach etwa zwei Stunden wandern, staunen und rasten komme ich wieder zu meinem Rad zurück. Mein Rückweg führt zuerst wieder zurück nach Lovečkovice, dort aber gerade aus weiter nach Verneřice und dann in Richtung des auffälligen Funkturms auf dem Buková Hora. Dann geht es über Rychnov und Lesná angenehm hinab zur Elbe und nach Děčín.

Der Aussichtspunkt am Süden des Berges.

Blick auf Děčín mit dem Sněžník im Hintergrund.

In Děčín versorge ich mich mit Wasser und Nahrung und dann geht es weiter die Hauptstraße 13 nach Jílové. Von dort aus klettere ich die Serpentinen hinauf zum Ort Sněžník unterhalb des gleichnamigen, markanten Tafelberges (der übrigens 3 m niedriger als der Sedlo ist). Über Ostrov komme ich ins Bielatal und so über Krietzschwitz, Struppen und Pirna nach Dresden zurück.

Schöne Radtour mit ganz großartigem Höhepunkt. Der Sedlo bietet eine fantastische Aussicht, ganz so, wie die Milešovka, der größte Berg im linkselbischen Böhmischen Mittelgebirge.



Radtour zum Czorneboh im Oberlausitzer Bergland

Dresden - Pirna - Stolpen - Neustadt - Lipová - Sohland - Löbau - Löbauer Berg - Czorneboh - Wilthen - Bischofswerda - Großröhrsdorf - Dresden (200 km, 2118 Hm)

Route auf bikemap.net

Das Oberlausitzer Bergland war für mich als Radfahrer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Diese Radtour war die erste Erkundungsmission. Laut Karte gibt es hier recht viele Aussichtsberge und die eine oder andere Höhenlinie dazwischen.

Von Dresden aus fahre ich zuerst durch bekanntes Terrain nach Pirna und dann (etwas inspiriert durch die Heidenauer RTF) über Lohmen und Stolpen nach Neustadt. Dann über Langburkersdorf in die Tschechische Republik rüber, wo sich leider schlagartig der prima asphaltierte Radweg in eine ganz üble unbefestige Straße verwandelt. Ab Lobendava wird es aber wieder gut. Von da aus geht es rüber nach Lipová. Nach 60 km und 2,5 Stunden gibt es in Lipová an dem kleinen Lebensmittelladen die erste Pause. Hier kann man eben auch Sonntags noch einkaufen.

In Lipová biege ich links ab zum Grenzübergang nach Sohland an der Spree. Hier ist der Belag top. Nun geht es erst einmal weit runter ins Spreetal. Nach einiger Suche finde ich den Spreeradweg, dem ich nun bis Neusalza-Spremberg folge. Typisch für deutsche Radwege verläuft er nur auf separaten Radwegen oder kleinen Straßen, so dass man gar nicht so recht mitbekommt, wo man eigentlich ist. Der Radweg ist aber gut ausgeschildert. In Neusalza-Spremberg biege ich links ab und rolle hinauf nach Schönbach und weiter nach Lawalde. Hier zeigt sich der Löbauer Berg am Horizont und ich entscheide spontan, den kleinen Umweg dort hinauf zu fahren. Die Altstadt von Löbau ist auch recht nett. Der Anstieg zum Löbauer Berg ist gut befestigt und die letzte Rampe mit bis zu 22% auch ganz schön heftig. Aussicht scheint es aber nur von dem bekannten gusseisernen Turm zu geben. Aus Zeitgründen und wegen der eher trüben Sicht war ich nicht oben.

Blick zum Löbauer Berg.

Der gusseiserne Turm.

Das eigentliche Tagesziel ist der Czorneboh, dem ich mich nun von Osten her nähere. Also erstmal wieder runter nach Löbau, dann über Groß- und Kleindehsa bis zum Abzweig hinter Halbau. Dieser ist nicht zu verfehlen - die Straße zum Czorneboh ist hier offiziell ausgeschildert. Der Anstieg fährt sich gut und ist nur mäßig Steil; alles ist asphaltiert. Oben genieße ich beim Mittagessen die Frühlingssonne auf der Terrasse. Die Aussicht vom Turm ist nach Osten hin leider von Bäumen verdeckt, aber heute wäre sowieso keine Fernsicht Richtung Zittauer Gebirge oder Ještěd drin. Aber die Sicht reicht aus, um zu bestätigen, was die Landkarten über das Oberlausitzer Bergland sagen: es gibt jede Menge (nicht so sehr große) Berge. Nach Norden wird es aber flach und Bautzen ist zu sehen.

Blick vom Fuße des Löbauer Bergs Richtung Czorneboh.

Turm auf dem Czorneboh.

Nach der ausgiebigen Pause begebe ich mich auf den Rückweg. Meine Route folgt grob der nördlichen Bergkette des Oberlausitzer Berglands. Kleinere Anstiege gibt es nach Wilthen, in Naundorf und nach Rammenau.

Insgesamt war das eine schöne Frühlingsrunde (während im Erzgebirge noch alles grau ist) in ganz neuem Terrain. Ich komme sicher wieder!



Radtour zum Brown County State Park

Bloomington - Dolan - Lake Lemon - Trevlac - Helmsburg - Nashville - Brown County State Park Belmont - Unionville - New Unionville - Dolan - Bloomington (142 km, 1100 Hm)

Route auf bikemap.net

Noch eine Radtour während meines Aufenthalts in Bloomington! Im Radladen Revolution Bike & Bean Bikes habe ich mir das selbe Rennrad ausgeliehen, wie zum BBC Clubride am 7. April. Diesmal bin ich aber allein unterwegs gewesen, um mir den Brown County State Park anzuschauen und dabei Zeit für Landschaft ansehen und Fotos haben zu können.

Zuerst ging es schön über die Hügel nach Nordosten zum Lake Lemon, wo man flach und schnurgerade am Ufer entlangfahren kann. Nach dem in der Landschaft sehr unauffälligem Örtchen Needmore musste ich zum ersten von zwei Mal spontan umplanen, da die Straße plötzlich unbefestigt wurde. Also fuhr ich über Helmsburg nach Nashville, dem zweiten Tagesziel. Hier gibt es jede Menge (Handwerks)kunst-Läden, ein kleines Freilichtmuseum mit Holzhäusern aus dem 19 Jahrhundert und ein paar Touristen. Hier hätte ich besser mal Mittag essen sollen.

Am Südufer des Lake Lemon.

Indiana.

Kurz hinter Nashville beginnt der Brown County State Park, und zwar mit einer überdachten Holzbrücke. Am Eingang darf ich $2.00 zahlen und erhalte eine Karte vom Park. Die zwei Kassierer mussten sich aber schon nochmal untereinander absprechen, wie viel der Eintritt für Radfahrer kostet. Der Amerikaner fährt nicht nur mit dem Auto in den Park, er fährt auch mit dem Auto durch den Park. Ein Drive-in, wo man Natur kaufen kann! Von dem Eintrittsgeld werden offensichtlich Rasenmäher, reichlich und teilweise überdachte Picknickplätze, Asphalt sowie Holzfäller (für Aussichtspunkte) bezahlt. Es gibt neben der schönen glatten Straße auch noch Wanderwege, Reitwege und Mountainbike-Strecken. Und natürlich mehrere Campingplätze.

Das Schöne an dem Park ist, dass die Straße meist auf Höhenzügen verläuft und dort viele Aussichtspunkte angelegt sind. Endlich mal Fernblicke im hügeligen Indiana! Als Höhepunkt gab es sogar einen Tausender. Der Weed Patch Hill mit stolzen 1056 feet der höchste Punkt in Südindiana und dritthöchster im gesamten Bundesstaat. 1056 feet sind übrigens 322 m - der höchste Punkt Dresdens ist 383 m. Auf dem Weed Patch Hill steht ein luftiger alter Feuerwachturm. Da die Bäume ihn überragen, ist der Ausblick jedoch nicht wirklich überragend.

Der alte Feuerwachturm am höchsten Punkt Südindianas.

Blick vom Turm hinab auf den Park.

Besseren Ausblick bieten da die vielen Vistas, welche durch Baumfällung extra angelegt sind und natürlich immer mit Parkplatz und Picknickplatz ausgestattet sind. Außer Wald sieht man nicht viel. Im Herbst ist es aber sicher richtig schön, da der Park von Laub- und Mischwald geprägt ist. Meine Hoffnung, im Park Mittag zu Essen, zerstreute sich schnell. Es gibt hier keinen Imbiss, wohl, weil der Amerikaner sein Picknick im Pick-up mitbringt. Im winzigen Camp Store konnte ich immerhin eine Flasche Wasser kaufen.

Ausblick mit Raubvogel.

Ausblick mit Mali.

Schön für mich als Radkletterer war, dass es im Süden eine kleine Schleife mit einer steilen Abfahrt zum Strahl Creek gibt, die ich wieder rauf musste. Kurz, aber knackig. Und im Süden war auch recht wenig los. Mir schien, dass von dem morgendlich eher trüben, kühlen und windigen Wetter nur wenige Amerikaner in den Park gelockt wurden. So blieben fast alle Picknickplätze unbesetzt. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie das hier im Sommer aussieht.

Flache Straße im Park.

Steile Straße im Park.

Nach dem Park bin ich auf der Haupstraße IN46 nach Belmont gefahren (wo es nichts zu Essen gab) und am Brummetts Creek nach Unionville (wo es auch nichts zu Essen gab). Da ich noch Zeit und Kraft hatte, bin ich, soweit meine Karte das hergab, noch ein paar Kringel und Zacken gefahren, statt direkt nach Bloomington wieder hineinzufahren. So kam ich in New Unionville sogar bei einem Laden vorbei, wo ich ziemlich ausgehungert (typisch Mali auf Radtouren...) mir neben einer Banane jede Menge schrecklich süße, billige amerikanische Snacks verabreichte. Das war zwar nicht gut für den Magen, gab aber wieder etwas Kraft. Dann bin ich noch in Bloomington aus Spaß an der Freude den B-Line Trail bis an sein Südende gefahren und über den Campus zurück in die Wohnung. Wieder ein erlebnis- und lehrreicher Tag.



BBC's touring ride to Cedar Bluff and Lake Monroe

Bloomington - Cedar Bluff Nature Preserve - Harrodsburg - Heltonville - Lake Monroe - Bloomington (100 km, 560 Hm)

Route auf bikemap.net

Ein 4-wöchiger Aufenthalt in Bloomington (Indiana, USA) bot mir die Gelegenheit, die hügelige Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Beim Radladen Revolution Bike & Bean Bikes habe ich mir ein Rennrad ausgeliehen und habe am 7. April 2012 am Saturday Club Touring Ride des Bloomington Bicycle Club teilgenommen.

Die Sonne scheint, als ich losfahre sind es 8 °C, 18 °C sind angesagt. Am Treffpunkt im Bryan Park in Bloomington sammelten sich etwas über 20 Radfahrer (und eine Radfahrerin). Ich war sehr pünktlich da und habe so noch etwas Zeit schwatzend mit den anderen verbracht. So hat sich auch schnell rumgesprochen, dass hier ein "Guy from Dresden" dabei ist. Im Schnitt waren die Radler ein gutes Stück älter als ich, vielleicht war ich der jüngste. Vor dem Start gibt Keith, der Leader, kurz ein paar Infos zur Strecke raus (30 mi), weist darauf hin, dass einige Radfahrer eine Verlängerung fahren werden, und verteilt Karten. Ich frage schon mal nach, ob die Verlängerung eventuell am Lake Monroe vorbei geht - den möchte ich gerne mal sehen. Keith sagt mir, dass Bob und die anderen, die die Verlängerung fahren wollen, das sicher einrichten können.

Dann fahren wir los, südlich aus Bloomington raus. Das Tempo ist mir sehr angenehm und nach Anstiegen wird gewartet, so dass die Gruppe immer zusammen bleibt. Oft wird nebeneinander gefahren, also die gesamte Spur eingenommen. Die Strecke ist natürlich so gewählt, dass es nur auf kleinen Straßen entlang geht. Nach einigen Hügeln sind wir dann schon nach 50 Minuten am Parkplatz des Cedar Bluff Nature Preserve angekommen.

Landschaft in Monroe County, S Ketcham Road.

Rast am Parkplatz des Cedar Bluff Nature Preserve.

Kurz darauf kommen wir bei Harrodsburg zur Old State Road 37, ein alter Highway, der durch einen neuen ersetzt wurde und demzufolge wenig befahren ist. Hier teilt sich Gruppe und 7 Fahrer, einschließlich mir, nehmen die Verlängerung. Nach einigen Hügeln geht es hinab ins Tal des Salt Creek, ein Zufluss des Lake Monroe. Dort geht es nun topfeben im Tal entlang, es gibt Felder, einige Häuser und viele Kreuzungen. Dann folgt ein Anstieg, der mir schon angekündigt wurde. Im großen und ganzen fühlte der sich aber an, wie einmal die Südhöhe hinauf. Also eigentlich nicht viel, keine 100 Höhenmeter. Oben bekam ich dann solche Kommentare wie "Hey Matt, nice climb" (Matthias ist doch etwas zu kompliziert...). Ich habe dann erklärt, dass es bei uns doch deutlich größere Berge gibt. Und auch ihnen ist bewusst, dass Indiana nur Hügel, aber keine Berge, zu bieten hat. Aber sie meinen, dass Bloomington ein "great place" zum Radfahren ist. Und da scheinen sie recht zu haben.

Auf der Old State Road 37.

Im Tal des Salt Creek.

Bei der Rast am Laden von Heltonville lasse ich mir erklären, warum einige Radfahrer beim Rechtsabbiegen die linke Hand heben. Es stammt wahrscheinlich aus der Zeit, als Autos noch keine Blinker hatten und auch hier mit Handzeichen das Abbiegen angezeigt wurde. Mit der rechten Hand kann man aber in einem Auto kaum sinnvoll etwas signalisieren. Und diese Art von Handzeichen hat sich auf Radfahrer vererbt und bis heute erhalten, wie es auch auf der Bloomington Bicycle Map zu lesen ist (die Karte habe ich auch im Radladen bekommen).

Nach der Rast ging es dann zur State Road 446, ein richtiger Highway, der aber nicht sehr befahren ist und einen breiten Randstreifen hat (den wir aber nicht nutzen...). Hier sind wir dann schön hintereinander mit Führungswechseln gefahren und kamen somit sehr flott voran. Als wir endlich an der Brücke (bzw. Damm) des Lake Monroe ankommen, bin ich vom Tempo bolzen doch recht platt und froh, die anderen zu einem kurzen Fotostopp zu bringen.

State Road 446 quer über den Lake Monroe.

Am Lake Monroe.

Dann geht es auf der State Road 446 oder mal parallel dazu nach Bloomington rein. Unterwegs biegen einige ab, um direkt nach Hause zu fahren, so dass wir nur zu dritt zum Bryan Park zurück fahren. Wir schwatzen noch etwas über den Ride Across Indiana und die Hilly Hundred, beides große Radfahrten hier in der Gegend, und dann fährt jeder seines Weges.

Ein großartiger Tag! Und dass ich mit dem BBC mitgefahren bin, war wirklich Klasse. Allein hätte ich die schönen Ecken und ruhigen Straßen doch nie gefunden, die Hälfte der Zeit in Karten gestarrt und keine netten amerikanischen Radfahrer kennengelernt. Und die Jungs vom BBC sind auch flott beim bloggen: Hier der Beitrag im Blog des Bloomington Bicycle Club zur heutigen Ausfahrt.



Radtour zur Labská bouda im Riesengebirge

Jonsdorf - Hrádek nad Nisou - Chrastava - Jizersko magistrála - Kořenov - Rokytnice nad Jizerou - Rezek - Vrbatova bouda - Labská bouda - Rokytnice nad Jizerou - Tanvald - Josefův Důl - Královka - Liberec - Hrádek nad Nisou - Jonsdorf (226 km, 3677 Hm)

Route auf bikemap.net

Imbiss an der Vrbatova bouda und Blick zur Schneekoppe
Imbiss an der Vrbatova bouda und Blick zur Schneekoppe
Blick zur Labská bouda und der Schneegrubenbaude auf dem Kamm
Blick zur Labská bouda und der Schneegrubenbaude auf dem Kamm
Wegweiser an der Labská bouda
Wegweiser an der Labská bouda
Ein Kurzurlaub im Zittauer Gebirge bot die Gelegenheit das Riesengebirge mit dem Rad zu besuchen. Ziel der Tour ist die Labská bouda, eine monumentale Beton-Bergbaude aus den 70er Jahren, welche ganz in der Nähe der Elbquelle (Pramen Labe) gelegen ist. Die Baude ist nach einer Zeit des Verfalls inzwischen wieder bewirtschaftet. Zuvor erreicht man mit 1400 m in der Nähe der Bergbaude Vrbatova bouda einen der höchsten mit dem Rad (offiziell) erreichbaren Punkte des Riesengebirges. Insgesamt eine recht bergige Tour vom Zittauer Gebirge und der Neiße quer durch das Isergebirge hinauf zum Riesengebirge.

Nach dem Start in Jonsdorf rolle ich über Olbersdorf und Eichgraben hinab zum Grenzübergang an der Neiße bei Hrádek nad Nisou. Auf der Anhöhe vor Eichgraben bietet sich ein wunderbarer Blick zum Isergebirge der tief stehenden Morgensonne entgegen. Nach dem Grenzübergang geht es erstmal bis Chrastava sehr gemütlich den Neißeradweg (Nummer 14) entlang, wo auch mehr und mehr Straßenstücken neu asphaltiert sind. Ab Chrastava dann die 592, die gerade gebaut wurde und daher etwas unbefestigt war, nach Mníšek und ab dort nach Oldřichov. Ab hier folge ich Radweg 22 hinauf auf das Plateau des Isergebirges. Knap 500 Höhenmeter sind es bis zum Aussichtspunkt unterhalb des Holubník, den ich von zwei Mehrtagestouren schon kenne (im Nebel und bei bestem Wetter). Diesmal ist wieder gute Sicht hinab ins Tal und zum Smrk, dem größten Berg im böhmischen Isergebirge. Unterhalb der Jizera (1122 m) wird bei etwa 980 m vorerst der höchste Punkt erreicht. Danach fahre ich an der Talsperre Souš vorbei hinab und wieder etwas hinauf nach Kořenov und weiter runter zur Kreuzung der Hauptstraßen 10 und 14 an der Jizera unterhalb Harrachov. Geschützt vom Gegenwind rolle ich nun im Tal hinab die 14 bis nach Rokytnice. Ab dort beginnt quasi der Endandstieg. Das untere Ortsende liegt bei ca. 470 m. Die Hauptstraße 294 zieht sich den Ort hinauf, vorbei an Einkaufsgelegenheiten, und immer höher bis bei etwa 880 m das Gasthaus Rezek erreicht ist. Dort biege ich links in einen asphaltierten Wanderweg ab (grüner Wanderweg, Radweg 8A), der nun etwa in dieser Höhe parallel der Höhenlinien verläuft. An einer Kreuzung folgt der Radweg dem gelben Wanderweg scharf rechts und steil hinab. Etwa 200 Höhenmeter baue ich auf diese weise wieder ab und stehe dann bei Skelné Hutě auf 690 m im Tal der Jizerka. Ab nun geht es wirklich nur noch hinauf, im Tal bis nach Misečky (Parkplatz und Restaurants) und dann zum Finale ein paar lange Kehren hinauf auf fast 1400 m. Der Anstieg ist aber recht gut zu fahren, die Kehren sind nicht steiler als 8%. Unterwegs trifft man natürlich vor allem auf Wanderer aber auch auf Radfahrer, zumeist mit dem MTB unterwegs. Oben bei der Vrbatova bouda ist der höchste Punkt der Tour erreicht und es bietet sich ein feiner Blick zur Schneekoppe, Černá Hora und anderen Bergen des Riesengebirges. Ein kleiner Hauch von Hochgebirge liegt in der Luft. Zur Labská bouda sind es noch 100 Höhenmeter bergab auf einer asphaltierten Straße. Unterwegs gibt es Blicke zur Schneegrubenbaude, hinab ins Elbtal und zum Spindlerpass. Und natürliche jede Menge Wanderer.

Mein Rückweg ist ein gutes Stück erstmal genauso wie der Hinweg, aber ich fahre nicht mehr hinauf auf das Isergebirgsplateau, sondern die Haupstraßen 10 und 14 nach Tanvald, was dank geringer Steigungsprozente, bestem Asphalt und Rückenwind prima geht. Dann weiter das Kamenice-Tal nach Josefův Důl und von dort aus hinauf nach Hrabětice. An der Kreuzung mit dem Imbiss in der kleinen Kapelle fahre ich geradeaus Radweg 3020 weiter folgend hinauf zur Královka (859 m), einem Berg mit Aussichtsturm und Restaurant. Ab dort geht es über Rudolfov fast nur noch runter bis zur Neiße bei Liberec. So richtig komme ich dabei nicht in die Stadt hinein. Unten an der Autobahn und Eisenbahnstrecke stehen dann auch schon Hinweisschilder für den Neißeradweg (14), dem ich nach Chrastava und weiter wie auf dem Hinweg bis zum Grenzübergang bei Hrádek folge. Auf dem letzen Stück nach Jonsdorf bietet sich eine schöne Abendstimmung mit der Lausche am Horizont.


350-km-Tour zum Klínovec und Fichtelberg

Dresden - Dippoldiswalde - Moldava - Osek - Most - Březno - Kadaň - Klášterec nad Ohří - Měděnec - Klínovec - Fichtelberg - Měděnec - Hora Svatého Šebastiána - Klíny - Cínovec - Nakléřov - Bahratal - Pirna - Dresden (350 km, 4300 Hm)

Route auf bikemap.net

Erzgebirgskamm bei Jirkov mit dem Funkmast auf der Jedlová
Erzgebirgskamm bei Jirkov mit dem Funkmast auf der Jedlová
Sehenswerte Altstadt von Kadaň
Sehenswerte Altstadt von Kadaň
Der Fichtelberg von der tschechischen Kammstraße aus gesehen
Der Fichtelberg von der tschechischen Kammstraße aus gesehen
In Malý Háj: Blick zurück zu den zwei Großen
In Malý Háj: Blick zurück zu den zwei Großen
Sonnenuntergang auf dem Erzgebirgskamm
Sonnenuntergang auf dem Erzgebirgskamm kurz vor Nakléřov
Ich war schon ein Weilchen nicht mehr auf dem Klínovec und es wurde auch mal wieder Zeit für einen 300er. So entstand mein Plan, mal etwas ungewöhnlich zu den Gipfeln des Westerzgebirges zu fahren: Im tschechischen unterhalb des Kamms, vorbei an Tagebau und Industriestädten. Die Strecke habe ich so gelegt, dass sie die großen Hauptstraßen meidet. Der Rückweg war auf dem tschechischen Erzgebirgskamm geplant.

Moldava 07:20 Uhr, 50 km
Nach Start um kurz nach fünf und dem Aufstieg zum Osterzgebirgskamm geht es nun auf der tschechischen Seite geradewegs wieder hinab, nach Hrob und auf der 27 nach Osek und Lom. Dort links ab auf einer weniger stark befahrenen Route Richtung Most. Auf dem letzten Teilstück vor Most kommen mir im Minutentakt Tatra-Kipper entgegen. Muss wohl was mit dem Tagebau rechts der Straße zu tun haben.

Most 08:34 Uhr, 85 km
Bevor ich die Eisen- und Autobahn überquere, kann ich rechts die letzten Reste von Alt-Most mit der Kirche bestaunen. Die Stadt wurde in den 60ern für einen Tagebau fast vollständig umgesiedelt. So zeigt sie sich auch eher "modern", lässt sich aber dafür geradewegs entlang der Hauptstraße problemlos und ohne viel Verkehr durchqueren. Südlich der Stadt gelange ich auf die 27, biege dann aber gleich rechts ab nach Malé Březno. Es bieten sich schöne Blicke hinüber zum Erzgebirgskamm, welcher von hier unten als große, grüne Wand hinter den bunten Häusern von Chomutov erscheint. Weiter geht es durch leicht welliges Flachland mit Getreidefeldern und ohne Tagebaue via Březno zur Talsperre Kadaň. Hier zieht sich eine mir endlos erscheinende, ebene Straße entlang. Am Kraftwerk Tušimice klappert über mir die Kohle auf Förderbändern vorbei. Direkt am Ortseingang von Kadaň angekommen, weist auch gleich ein Schild links ab zum historischen Stadtzentrum.

Kadaň 10:30 Uhr, 127 km
Der Marktplatz mit dem gotischen Rathaus und seiner Kirche ist absolut sehenswert. Am Kloster entscheide ich mich, dem Radweg entlang der Ohře/Eger eine Chance zu geben. Dazu muss ich wieder ein wenig zurück um runter zum Fluss zu kommen. Die Querung ist etwas abenteuerlich an einem Felsen hinauf zu einem Wehr. Der Radweg schlängelt sich leicht wellig am Fluss entlang, ist aber leider unbefestigt. Besser, man nimmt hier die Hauptstraße nördlich der Ohře um nach Klášterec nad Ohří zu gelangen. Dort nutze ich den kleinen Lebensmittelladen am Marktplatz für eine Pause und vor allem um die Trinkflaschen aufzufüllen. Danach nehme ich Radweg 35 hinauf nach nach Měděnec. Etwas mehr als 500 Höhenmeter sind zu erklettern. Der Anstieg ist gut zu fahren, meist zwischen 4 und 7 Prozent Steigung. Und mit dem Südwind macht es mir richtig Spaß heute. In Měděnec halte mich nicht weiter auf und fahre direkt weiter auf Radweg 36 Richtung Tagesziel. Dank der Zusammenarbeit mit einem anderen Radfahrer komme ich schnell voran.

Klínovec 13:20 Uhr, 165 km
Auch der letzte Anstieg fährt sich noch gut. Oben ist eine schöne Sicht zu den weiter westlich gelegenen Gipfeln des Kamms bis zum Auersberg. Nach dem kurzen Rundgang auf dem Gipfel entscheide ich mich, noch zum Fichtelberg rüber zu fahren - wenn ich schon einmal hier bin. Auf dem Fichtelberg mache ich dann auch Mittagspause. Im SB-Restaurant an der Bergstation der Schwebebahn gibt es leckere Gemüse-Kartoffelpuffer mit Kräuterquark und reichlich Salat. Um 14:40 mache ich mich auf zum Rückweg. Also erst mal wieder rüber ins tschechische, am Klínovec vorbei nach Měděnec und ab Hora Svatého Šebastiána auf dem Radweg 23. So geht es immer auf dem Erzgebirgskamm entlang, mit der Nachmittags- und Abendsonne im Rücken. Von der Landschaft her eines der schönsten Stücke des Tages, zumal die Kraft auch noch reicht, es zu genießen.

Fláje-Staumauer 18:55 Uhr, 259 km
Hier verabschiedet sich die Batterie meines Fahrradcomputers endgültig, nachdem schon seit einer Weile die Höhenanzeige völlige Fantasiezahlen lieferte und zuletzt die Anzeige teilweise ausfiel. Ausgerechnet heute! Ich präge mir den Kilometerstand gut ein und fahre ab nun ohne Instrumente. Trotz der schon recht langen Strecke und immer wieder kleiner Anstiege komme ich aber noch gut voran. Also setze ich meinen Plan um, erst bei Sonnenuntergang vom Erzgebirgskamm runter zu fahren. Dass heißt, es geht nach Cínovec noch oben weiter, vorbei am von der Abendsonne beleuchteten Mückentürmchen bis nach Nakléřov.

Nakléřov 21:10 Uhr, 300 km
Hier muss es irgendwo gewesen sein, dass ich die 300er-Marke überschritten habe. Dank der leeren Batterie kann ich den Moment hier oben aber nicht feiern. Es geht rüber nach Petrovice und ab da das Bahratal hinab bis nach Pirna. Meine Ixon IQ am Lenker sorgt für ordentlich Licht und ich kann uneingeschränkt mit gutem Tempo fahren, auch wenn die Straße ab und an einige Löcher hat. Durch Pirna rolle ich geradewegs bis zum Elbufer und ab da ganz gemütlich den Elberadweg nach Dresden. Langsam macht sich die Müdigkeit bemerkbar. In die Pedale treten geht aber nach wie vor gut.

Dresden 23:00 Uhr, 350 km
Punkt Elf bin ich wieder am Ausgangspunkt der Tour angelangt. Also knapp 18 Stunden. Erst einen Tag später werde ich erfahren, dass es genau für die 350 gereicht hat, nachdem ich das Stück ab der Fláje-Talsperre bei bikemap mit 91 km nachgemessen habe. Und Höhenmeter dürften es ca. 4300 sein. Also habe ich nicht nur endlich mal wieder einen 300er geschafft, sondern auch noch die vier Jahre alte Bestmarke von 329 km deutlich übertroffen. Was für ein Tag!


Radtour durch das Böhmische Mittelgebirge

Dresden - Petrovice - Ústí nad Labem - Böhmisches Mittelgebirge - Litoměřice - nochmal ein wenig Mittelgebirge - Elbe - Děčín - Petrovice - Erzgebirgskamm - Zinnwald - Dresden (221 km, 3400 Hm)

Route auf bikemap.net

Endlich habe ich den östlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges erkundet. Die Berge des Westteils kenne ich von der Tour zur Milešovka und einer anderen Tour zur Burgruine Hazmburk (auch sehr empfehlenswert). Was sich aber östlich der Elbe zwischen Ústí nad Labem und Litoměřice tut, davon habe ich bisher nur gelesen. Und ich kann nur bestätigen, dass es ordentlich Steil ist. Dafür bekommt man herrliche Ausblicke, wie den vom Aussichtsturm des Varhošť zum westlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges:

Blick vom Turm des Varhošť zum westlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges
Blick vom Turm des Varhošť (639m) zum westlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges
Aussicht von Nakléřov zur Kletečná und Milešovka
Aussicht von Nakléřov zur Kletečná und Milešovka
Aber nun der Reihe nach: Beim Start in Dresden ist es noch recht frisch, dafür sind die Straßen schön leer. Die Anfahrt geht auf der B172 direkt nach Pirna und dann die Hauptstraße über Berggießhübel nach Petrovice. Es wird Rückenwind aus nördlichen Richtungen serviert, was die Auffahrt sehr angenehm macht. Oben in Nakléřov (übrigens ist hier die Grenze zwischen Elbsandsteingebirge und Erzgebirge) gibt es eine feine Aussicht nach Süden zu den Kegelbergen Kletečná und Milešovka im westlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges. Und im Osten sind Klíč und Ještěd zu sehen. In der Abfahrt biege ich links ab nach Knínice, überquere die Hauptstraße 13 und komme auf die 528, der man einfach nach Ústí folgen kann. Aus irgend einem Grund habe ich mich aber für eine Variante über Arnutolvice und Chuderov entschieden. So oder so landet man auf der 30 in Ústí und kann sich durch die Stadt bis zur Elbe fallen lassen und letztere geradewegs überqueren. Nach 60 km und zweieinhalb Stunden stärke ich mich kurz, bevor ich direkt auf das unübersehbare Chemiewerk von STZ zu fahre. Dann im Kreisverkehr die zweite Abfahrt und links über die Eisenbahn. Erst geht es durch ein Industriegebiet und dann ein recht grünes Wohnviertel hinauf. Irgendwo biegt rechts die Tolstého und dann gleich unscheinbar links die Novoveska ab. Dieser Straße folge ich nun eine Weile. Naja, ich kämpfe eher den Berg hinauf: bis zu 17% werden hier geboten. Ab Nová Ves wird der Straßenbelag zusehens schlechter, dafür gibt es erste schöne Fernblicke. Irgendwo im Wald verabschiedet sich der Asphalt vollständig und macht Platz für Schotter. Mit der Alternativroute über Kojetice kann man also sowohl Mensch als auch Maschine schonen. Und man verpasst bestenfalls Fuchs und Hase, die sich hier Guten Morgen sagen. Außerdem kann man hier zwischen der "Straße" und abzweigenden Wanderwegen nicht wirklich unterscheiden, so dass ich sehr froh bin, eine genaue Karte aus dem Radatlas mit verzeichneten Wanderwegen dabei zu haben. Kurz vor Malečov treffen beide Varianten zusammen. Vor Tašov bietet sich ein feines Bergpanorama nach Norden: Am Horizont der Sněžník und der Große Winterberg, davor die Berge des Nordwestzipfels des Böhmischen Mittelgebirges rund um den Javorský vrch und das Elbtal.
Zwischen Malečov und Tašov
Im Böhmischen Mittelgebirge zwischen Malečov und Tašov, am Horizont der Sněžník und der Große Winterberg
Hinter Tašov biege ich rechts ab nach Čeřeniště. Es geht erst leicht hoch, aber hinter dem Ort gibt es nach einer Linkskurve eine kurze bissige Rampe mit bis zu 18% Steigung. Dann kommt gleich der Parkplatz am Aufstieg zum Varhošť. Es sind etwa 500 m die man von dort noch bis zum Aussichtsturm laufen muss. Für Mountainbike-Fahrer sind die auch machbar, aber mit dem Rennrad muss es wirklich nicht sein. Der Aufstieg lohnt sich, es bietet sich ein wunderbares Panorama zu den Kegelbergen auf der anderen Elbseite und dem Erzgebirgskamm im Hintergrund. Zudem ist von hier oben deutlich zu sehen, dass es bis zur Mittagspause nach Litoměřice nur noch runter geht. Die Abfahrt ist dann auch fix gemacht (einen winzigen Gegenanstieg gab es aber doch noch) und der Hauptstraße folgend lande ich in der Innenstadt. Je nach Zeit und Laune sollte man jetzt eine kleine Stadtrundfahrt einlegen, um sich die Sehenswürdigkeiten von Litoměřice anzuschauen. Zumindest der Marktplatz ist Pflicht. An der Straße, die den Platz im Süden Richtung Ost verlässt, liegt auch ein kleiner Lebensmittelladen. Restaurants und Eisdielen gibt es hier auch genug.
Nach 90 km trete ich nun den Rückweg an. Ich folge einfach Radweg 3066 nach Norden aus der Stadt hinaus. Es geht über Žitenice, Třebušín und Homole u Panny nochmal etwas durch das Mittelgebirge, aber weitaus zahmer und nur bis auf 460 m. Danach rollt es angenehm im Tal des Homolský potok bis hinab nach Velké Březno an die Elbe. Auf dem Flachstück entlang der Elbe nach Děčín bekomme ich es wieder mit dem Nordwind zu tun, nur das er diesmal ordentlich von vorn weht. Auch in Děčín lohnt sich ein Stadtbummel zum Schloss. Der Elberadweg führt hier direkt unterhalb des Schlosses durch einen kleinen Felstunnel. Auf der linken Elbseite beginnt hier der Radweg 23 - die schon oft erwähnte Erzgebirgsmagistrale - dem ich nun bis nach Zinnwald folge. Der Aufstieg zum Ort Sněžník ist recht angenehm zu fahren und in Petrovice gibt es im Supermarkt Nachschub an Lebensmitteln. Optional kann man an der Magistrale natürlich noch die Aufstiege zum Sněžník und zum Mückentürmchen mitnehmen. Von Zinnwald aus fahre ich nach Altenberg und dann meine Standard-Abfahrt über Waldidylle, Falkenhain, Oberfrauendorf und das Lockwitztal nach Dresden zurück. Am Ende waren es dann 221 km und 3400 Höhenmeter.
Eine feine Fernblick-Tour, die man - ohne Schotter - mal wiederholen kann.


Timmelsjoch und Gletscherstraße im Ötztal

Sölden - Timmelsjoch - Sölden - Gletscherstraße zum Tiefenbachferner - Sölden (93 km, 2972 Hm)

Mali war mit dem Rad in den Alpen! Und dann gleich zwei Anstiege hintereinander: Erst zum Timmelsjoch, der Pass, der das Ötztal nach Süden mit Italien auf 2474m Höhe verbindet. Und am Nachmittag noch diese verrückte Gletscherstraße hinauf bis zum Höhepunkt bei 2829m am Tiefenbachferner.

Beide Routen gibt es auf bikemap.net: Timmelsjoch und die Gletscherstraße

Panorama vom Timmelsjoch
Panorama vom Timmelsjoch

Teil I: Timmelsjoch

Auf dem Timmelsjoch
Mittags auf dem Timmelsjoch (2474m)
Nach einer klaren Nacht klebt das Thermometer früh unten im Tal bei 3° fest. Ungeduldig ziehe ich die Handschuhe, die ich eigentlich erst oben anziehen wollte, schon vor dem Start an und rolle durch Sölden das Ötztal hinauf. Sobald ich aus dem Schatten des hintersten Talwinkels herausfahre wird es auch angenehm warm. Bis zum Abzweig der Passstraße vor Obergurgl fährt es sich ganz angenehm, ein paar kurze steile Passagen sind aber auch schon dabei. Danach geht es dann wirklich los, die Kehren sind beschildert und mit Höhenangaben versehen. Bei Hochgurgl hat man dann schon einen wunderbaren Blick ins Gurgler Tal und das Ötztal hinab Richtung Zwieselstein und Sölden. Schneeflecken lümmeln frech links und rechts der Straße. Ich nutze jede Gelegenheit um kurz zu Rasten: die Bekleidung will angepasst werden, Brot, Müsliriegel und Banane wollen gegessen werden und viel beeindruckende Landschaft möchte fotografiert werden. Und das ist gut so. Ich möchte die Tour genießen und Kräfte für den Nachmittag schonen. Außerdem habe ich Urlaub, oder? Nach Hochgurgl kommt die Mautstation, an der alle motorisierten Verkehrsteilnehmer zur Kasse gebeten werden. Für Radfahrer geht es (unübersehbar ausgeschildert) direkt weiter. Dann darf man erstmal so reichlich 100 Höhenmeter abbauen und die Muskeln für das Finale lockern. Angekommen im kargen Timmelstal strebe ich nun rastlos dem Ziel entgegen. Die Kehren machen richtig Spaß, man kann die verbleibenden Höhenmeter runterzählen.
Etwas überrascht komme ich dann plötzlich oben an. Nanu, nur 2474m? Korrekt. Der Pass ist oft mit 2509m angegeben und irreführenderweise ist diese Höhe auch stolz auf dem Restaurant in weißen Lettern zu lesen. Aber die Straße ist in Wirklichkeit ein Stück darunter. Die 2509m beziehen sich wohl auf eine kleine Erhebung mit einer Hütte drauf. Nun, aber ich bin oben. Und nicht allein. Es ist Mittag und Touris, Motorradfahrer, Oldtimer, Kinder, Fotoapparate und Windjacken tummeln sich auf dem Timmelsjoch. Nur auffällig wenige Radfahrer. Nach dem Genuss des Blickes gen Italien und der obligatorischen Fotosession setze ich mich - inzwischen auch mit Windjacke ausgerüstet - vor das Restaurant am Pass und schlinge einen Teller Spaghetti runter.
Die Abfahrt ist abwechslungsreich wie der Hinweg. Der kleine Anstieg vor der Mautstation sorgt nochmal für ordentlich Wärme unter der Jacke. Angekommen in Sölden mache ich erstmal eine Rast und bereite mich auf das Bonusprogramm vor.

Teil II: Gletscherstraße

Serpentinen der Gletscherstraße
Himmelwärts: Serpentinen der Gletscherstraße im Rettenbachtal
Am Tiefenbachferner
Nachmittags am Tiefenbachferner (2829m)
Eigentlich muss ich da nicht unbedingt heute noch hoch. Es sind 1500 sehr steile Höhenmeter. Ich habe mir vorgenommen so lange zu Fahren, wie Kraft und Motivation durchhalten. Als ich in Sölden auf die Gletscherstraße einbiege, schnellt der Steigungsmesser auf 11% hoch und verharrt nun eine ganze Weile im zweistelligen Bereich. Die Kette rutscht von Geisterhand ganz nach links. Ich wusste noch gar nicht, dass ich so langsam Rad fahren kann. Ganz zäh geht es hinauf. Der erste Abschnitt bis zur Waldgrenze bei etwa 2000m verläuft in zwei langen Kehren. Viel zu früh träume ich mir ein kleineres Kettenblatt herbei oder versuche erfolglos auf das doch nicht nachgewachsene 30er Ritzel hochzuschalten.
Das einzig angenehme dieser Straße ist, dass recht wenig Verkehr ist. Man kann also ganz in Ruhe vor sich hin leiden... Ab der Mautstation betritt die Straße das Rettenbachtal. Flacher wird es deshalb nicht, immer noch dominieren zweistellige Steigungsprozente mit nur kurzen Erholungspausen bei euphorieauslösenden 9%. Dafür taucht am Ende des Tals das erste Ziel auf: Der Rettenbachferner, ein mit dieser Straße und Seilbahnen touristisch bestens erschlossener Gletscher. Das stärkt die Motivation und die fantastischen Ausblicke, welche die Serpentinen im Rettenbachtal gewähren, belohnen für die Anstrengung. Das letzte Stück zum Rettenbachferner ist dann sogar mal etwas flacher, zumindest bleibt der Steigungsmesser im einstelligen Bereich. Am Gletscher angekommen bin ich fast etwas enttäuscht: Keine Touris, kein Rummel. Es ist viertel sechs und nur ein paar Arbeiter werkeln hier noch rum. Keine Ahnung, ob hier generell im September nix los ist oder der Rummel einfach schon vor mir wieder runter gefahren ist.
Da noch Zeit, Motivation und Kraft da sind, mache ich mich auf, noch das letzte Stück zum Tiefenbachferner zu fahren. Warm anziehen, Licht an: es geht in einen 1.7km langen, schnurgeraden Tunnel. Sobald man drin ist, sieht man auch schon das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels, aber es kommt nur ganz langsam näher. Die Steigung im Tunnel ist konstant einstellig, also regelrecht angenehm und erstaunlicherweise wird es auch nicht langweilig. Vielleicht liegt es an den vereisten Pfützen, die ich besser umfahren sollte. Oder an den Eiszapfen, die hinter mir von der Tunneldecke auf den Straßenbelag klatschen. Deshalb also der Fahrradhelm... Das Licht wird größer und irgendwann bin ich dann da. Der Tiefenbachferner mit verlassenem Restaurant und Seilbahnstation liegt vor mir. Just in dem Moment meiner Freude schließt ein anderer Radler zu mir auf. Wir nutzen dies um diesen Moment gegenseitig fotografisch zu konservieren, denn direkt an der Tunnelausfahrt steht das so fotogene Schild mit den vier Ziffern 2829. Es soll wohl der höchste Punkt der Alpen sein, denn man mit dem Rennrad asphaltiert erreichen kann: *tusch* *tröööt*. Für die reichlich 14km von der Einfahrt der Gletscherstraße (1430m) bis hier hinauf (2829m) habe ich zwei Stunden und 10 Minuten gebraucht. Denn Schnitt rechne ich lieber mal nicht aus. Aber darum geht es ja auch nicht. Beeindruckend allein ist der Blick durch die schneebedeckten Berge, und das alles vom Fahrradsattel aus. Ein fantastisches Rad-Erlebnis. Und für mich irgendwie surreal, bin ich doch das erste mal mit dem Rad in den Alpen unterwegs.
Die Abfahrt verlangt dann nochmal volle Aufmerksamkeit, vor allem im Tunnel: Mehrmals erwische ich mich, wie ich über die schon bekannten Eispfützen fahre - aber zum Glück nicht rutsche. Und wie es ist, mit 80 über einen Weiderost zu fliegen, habe ich lieber auch nicht ausprobiert. Man war halt erst oben, wenn man wieder unten ist.

Ein großartiger Tag.


Rügen-Radtour

Buschvitz - Bergen auf Rügen - Trent - Schaprode - Hiddensee - Kap Arkona - Glowe - Stubbenkammer - Sassnitz - Lietzow - Woorke - Buschvitz (165 km, 934 Hm)

Route auf bikemap.net

Bei einem Kurzurlaub auf Rügen habe ich mir Hiddensee und den Norden Rügens mit dem Rad erfahren. Start und Ziel ist Buschvitz, ein Dorf am Jasmunder Bodden 4 km östlich von Bergen. Bergen ist gut mit dem Zug zu erreichen.
Rügen ist für Rennradfahrer ein nicht ganz unproblematisches Pflaster: Die für große Touren unausweichlichen Hauptstraßen sind oft stark befahrene, schmale Alleen, was durchaus nicht ungefährlich ist. Und dann gibt es immer wieder sehr böse Kopfsteinpflasterpassagen, was mein Fall wahrlich nicht ist. Die Radwege abseits der Straßen sind dagegen nicht immer befestigt und mancherorts stark von Urlaubern frequentiert. Ich war nun auch in der Hauptsaison da, sicherlich ist man abseits des Hochsommers entspannter untwegs.

Dornbusch auf Hiddensee
Im Dornbusch auf Hiddensee
Allee mit Kopfsteinpflaster
Allee mit Kopfsteinpflaster von Breege nach Altenkirchen
Fahrrad am Gellort
Am Nordkap: Der Gellort nördlich von Kap Arkona
Erster Höhepunkt der Tour ist Hiddensee. Ich wollte früh dort sein, das hat drei Vorteile: Man ist vor dem großen Touristenstrom auf der Insel, nach der Inselbesichtigung ist noch genug Zeit für Kap Arkona etc. und die frühe Anreise zur Fähre nach Hiddensee beschehrt relativ wenig befahrene Straßen. Nach Schaprode, dem Ort, an dem die Fähre nach Hiddensee übersetzt, gibt es eigentlich keine rennradtaugliche Alternative als die Hauptstraße über Trent. Um die Neun-Uhr-Fähre zu schaffen, fahre ich Punkt halb Acht in Buschvitz bei Bergen los und absolviere das Einzelzeitfahren nach Schaprode über 28 km in genau einer Stunde.
Die Fährüberfahrt nach Vitte dauert 45 Minuten, Zeit zum Rasten und auf dem Fährschiff einen Imbiss einzunehmen. Leider gibt es hier nichtmal Rügen-typische Fischbrötchen, nur Standard-Imbiss-Kost.
Auf Hiddensee gibt es neben touristisch erschlossenen und dennoch recht beschaulichen Fischerdörfern den Dornbusch, ein kleines Bergland im Norden der Insel mit seinem bekannten Leuchttum. Der Aufstieg zum Turm ist wirklich lohnenswert. Die Heidelandschaft südlich von Vitte habe ich leider nicht erkundet, da die Straße gerade gebaut wurde und die Alternativestrecke direkt daneben durch den Sand verlief. Das habe ich mir lieber erspart und war so schon vor 13 Uhr wieder mit der Fähre zurück in Schaprode.
Nun geht es wieder zurück nach Trent und dann nach Norden und mit der Wittower Fähre nach Wittow. In Parchow biege ich von der Hauptstraße nach rechts ab und fahre nun auf nahezu leeren, kleinen Straßen weiter Richtung Altenkirchen. Das letzte Stück ab Breege ist eine schöne Allee, allerdings auch mit sehr holprigem Pflaster. Von Altenkirchen geht es dann geradewegs via Putgarten nach Kap Arkona. Hier ist wieder einiger Touristenrummel. Das eigentliche Nordkap ist aber am Gellort, noch etwas nördlich von hier. Ein unbefestigter Weg direkt oberhalb der Steilküste führt dort hin.
Dann fahre ich nach Süden, immer den Radweg an der Küste entlang. Zwischendurch gibt es Vitt zu sehen, ein ursprünglich erhaltenes Fischerdorf. Bei Julisruh beginnt die Schaabe, ein schmales Landstück zwischen der Ostsee und dem Großen Jasmunder Bodden. Es gibt eine Hauptstraße, einen Radweg, Nadelwald und Badestrand. Auf der ganzen 7 km Länge stehen entlang der Hauptstraße links und rechts die Autos der Badegäste. Dann geht es durch Glowe durch und dahinter auf der Hauptstraße weiter und links ab Richtung Nationalpark Jasmund. Es wird zum ersten mal ernsthaft hügelig. Die Alleen spenden dabei hilfreichen Schatten. Noch vor dem Nationalpark mache ich am Bio-Hofgut Bisdamitz halt, wo es leckere Brötchen und Rügener Äpfel gibt. Nach Hagen, am mit 144 Meter höchsten Punkt der Strecke, biegt links eine für den PKW-Verkehr gesperrte Straße zur Stubbenkammer ab. Dort gibt es den Königstuhl, das Nationalparkhaus und die Viktoria-Sicht.
Die Route geht weiter zurück zur Hauptstraße und nach Sassnitz und über Mukran zum beschaulich zwischen den beiden Jasmunder Bodden gelegenen Lietzow. Die B96 hat hier einen Radweg neben der Straße, so dass entspanntes Radfahren möglich ist. Dann fahre ich rechts ab nach Ralswiek hinab, wo sich jede Menge Touristen tummeln. Ich statte noch den Woorker Bergen, ein bedeutendes Hügelgräberfeld, einen Besuch ab. Im Abendlicht wirken die bewaldenten Hügel, die über die Kornfelder emporragen, recht beeindruckend. Dann geht es auf direktem Weg vorbei am Nonnensee nach Bergen und zurück zum Start in Buschvitz.

Damit waren es 165 abwechlungsreiche Kilometer in ungewohnter Umgebung.


Auersberg-Radtour

Pockau - Reitzenhain - Měděnec - Boží Dar - Johanngeorgenstadt - Auersberg - Schwarzenberg - Annaberg - Marienberg - Pockau (179 km, 2500 Hm)

Route auf bikemap.net

Der Auersberg stand schon lange auf meiner Warteliste, habe ich ihn doch bei der Vier-Tausender-Tour schon gesehen, aber ausgelassen. Von Dresden wird es bis zum Auersberg hin und zurück aber auch ganz schön viel. Da ich mir unterwegs immer gern was ansehe und Zeit für neues nehme (in Johanngeorgenstadt war ich auch noch nicht), war ein Urlaub in Pockau die Gelegenheit auf angenehmer Distanz den Auersberg zu erkunden.

Im Tal der Schwarzen Pockau
Morgens im Tal der Schwarzen Pockau
Zu Beginn geht es das Tal der Schwarzen Pockau (auch Schwarzwasser genannt) hinauf. Im oberen Verlauf gibt es nur einen unbefestigten Wander- und Radweg, der zu dieser frühen Stunde menschenleer ist. Typisch für den Herbst war es natürlich noch recht kühl, aber es geht ja leicht bergan, so dass es warm wird. Das Tal ist wirklich eines der schönsten des Erzgebirges.
Oben kommt man in Kühnheide raus. Und plötzlich steigt die Temperatur innerhalb weniger Minuten von 5 auf 15 Grad. Hier oben knallt die Sonne vom blauen Himmel runter. Dann fahre ich weiter nach Reitzenhain und auf der Hauptstraße über die Grenze nach Tschechien. Dort dann rechts ab auf meinen Lieblingsradweg: die Erzgebirgsmagistrale. Sie führt immer auf der Kammhöhe vorbei am Hirtstein und der Přísečnice-Talsperre nach Měděnec. Von dort gibt es einen feinen Blick ins Egertal hinab. Danach geht es immer weiter hinauf, vorbei an einer wunderbaren Aussicht auf die 2 Großen des Erzgebirges: Klínovec und Fichtelberg ganz in der Nähe lassen das Radlerherz höher schlagen:

Klínovec und Fichtelberg
Immer wieder schön zu sehen: Klínovec und Fichtelberg
Aber heute fahre ich an den Zweien vorbei. In Boží Dar überquere ich die Hauptstraße, die nach Jáchymov hinab führt, und biege ab nach Potůčky. Diese kleine Straße führt durch ein sehr ruhiges, oben auch recht flaches Hochtal. Es erinnert an eine Großausgabe des Schwarzwassertals. Das Tal endet in Potůčky, direkt gegenüber von Johanngeorgenstadt. Dort habe ich mich mal kurz umgesehen. In Johanngeorgenstadt wurde ein Teil der Altstadt abgerissen nachdem es durch massiven Uranbergbau ab 1945 zu Bergschäden kam. Statt Häusern gibt es dort jetzt so eine Art Stadtwald mitten in der Stadt, die Stadtkirche wirkt etwas verloren. Ein auf dem ersten Blick etwas verborgenes Zeugnis des Schadens, den der intensive Bergbau anrichten kann - die Große Pinge in Altenberg zeigt, was noch alles so passieren kann.
Blick vom Auersberg
Blick vom Auersberg-Turm Richtung Fichtelberg und Klínovec, im Vordergrund die Radarstation
Annaberg
Annaberg mit St.-Annen-Kirche, im Hintergrund der Pöhlberg
Nach Johanngeorgenstadt beginnt der Aufstieg zum Auersberg. Ab Sauschwemme geht es die Stichstraße hinauf, erst recht flach, dann aber doch sehr steil. Auf 1019 m endet die Kletterei. Oben lädt ein Gasthaus zum Mittag ein und vom Turm gibt es eine schöne Fernsicht, zurück zu Klínovec und Fichtelberg und vielen anderen Bergen. Neben dem Aussichtsturm gibt es noch eine klobige Radarstation, welche dem Berg eine charakteristische Silhouette verschafft.
Der Rückweg beginnt mit einer sehr schnellen Abfahrt. Mit über 82 km/h kann ich meinen alten Geschwindigkeitsrekord hier deutlich schlagen. Dann in Steinbach links ab, eine kleine Straße hinab nach Erlabrunn. Diese führt durch ein kleines Tal, wo es Felsen gibt, die an die Greifensteine erinnern. Dazu eine neu gemachte Asphaltstraße auf der keine Autos fahren dürfen, so dass es sich prächtig rollt. Ab Erlabrunn geht es das Schwarzwassertal (diesmal nicht die Schwarzen Pockau!) hinab nach Schwarzenberg. Die Altstadt sieht sehenswert aus, aber die Hauptstraße führt dran vorbei und genug Zeit für eine Besichtigung habe ich nicht mehr. Dann immer wieder bergauf und bergab über Elterlein, Hermannsdorf und Dörfel nach Annaberg-Buchholz. Vom Hang oberhalb von Dörfel, gegenüber der Annaberger Altstadt und dem Pöhlberg bietet sich ein wirklich schöner Blick auf die Bergstadt. Da ich sowieso quer durch Annaberg muss, mache ich am Marktplatz kurz halt und fahre auch an der nicht zu übersehenden St.-Annen-Kirche vorbei.
Dann geht es weiter die Serpentinen von Geyersdorf hinab, nach Mildenau und in Großrückerswalde den letzten größeren Anstieg hinauf nach Marienberg. Wieder eine sehenswerte Bergstadt. Von da aus geht es ins Tal der Schwarzen Pockau zurück zum Ausgangspunkt der Tour.
Eine sehr schöne Tour, auf der ich viel neues entdeckt habe.


Saaletalsperren und Wetzstein

Schleiz - Schloss Burgk - Bleilochtalsperre - Bad Lobenstein - Wetzstein mit Altvaterturm - Leutenberg - Hohenwartetalsperre - Ziegenrück - Schleiz (128 km)

Schloss Burgk
Schloss Burgk
Der Altvaterturm auf dem Wetzstein
Der Altvaterturm auf dem Wetzstein
Hohenwartetalsperre
Hohenwartetalsperre
Route auf bikemap.net

Von Schleiz aus habe ich das südöstliche Thüringen rund um die zwei großen Saaletalsperren erkundet. Trotz dass es nun keine wirklich große Tour ist (das ist eher eine Touri-Tour), sind die 2000 Höhenmeter nicht zu verachten! Höhepunkt der Runde ist der Wetzstein, mit 792m der höchste Berg Ostthüringens.
Von Schleiz aus geht es nach Burgk, wo es ein Schloss oberhalb der Saale zu besichtigen gibt. Unterhalb des Schlosses überquere ich die Staumauer der Talsperre Burgkhammer und fahre dann zur Staumauer der Bleilochtalsperre. Kurz nach der Brücke über den Talsperrenzipfel bei Gräfenwarth gibt es links - etwas unauffällig - die Steinerne Rose zu sehen. Danach fahre ich nach Saalburg und über die Brücke (war gerade Baustelle, aber kein Problem für Radfahrer). In Schönbrunn gibt es ein kleines Schloss mitten auf der Straße, dass kann man nicht verfehlen. Danach fahre ich nach Bad Lobenstein, wo es eine Burg gibt. Auf den Turm konnte man nicht rauf, aber vom Burgberg (mit 17-Prozenter) gab es auch schon einen netten Ausblick. Von Bad Lobenstein war es dann etwas kniffelig die Straße nach Neundorf zu finden, da dort nur Kronach ausgeschildert war (was, glaube ich, noch 45km weit ist - als ob dazwischen keine anderen Orte sind). Dann geht es schön wellig immer höher, mit einer kleinen gemeinen Wand vor Brennersgrün. Heute wird sogar noch Gegenwind dazu serviert. Der Rennsteig geht hier oben auch lang, teilweise entlang der Straße, auf der ich fahre. Und dann ist es nicht mehr weit bis zum Wetzstein, ein eher flach ansteigender Berg mitten im Wald. Das besondere am Wetzstein ist der Altvaterturm. Der wurde von einem Verein im Jahr 2004 fertiggestellt und ist eine Kopie des Turms, der einst auf dem Altvater (Praděd) stand. Auf dem Praděd war ich ja 2007 schon gewesen, daher war das natürlich besonders interessant. Im neuen Altvaterturm gibt es eine Kapelle, ein Restaurant, diverse Ausstellungsräume und natürlich eine Aussichtsplattform. Von oben hat man einen weiten Rundblick zum Thüringer Wald, dem Fichtelgebirge und dem Erzgebirge - entsprechend gute Sicht vorausgesetzt.
Nach der Mittagspause im Restaurant fahre ich weiter. Nun geht es erstmal weit hinab, durch Lehesten immer im Tal durch Leutenberg bis zur Saale in Kaulsdorf. Unterwegs gibt es Schiefersteinbrüche zu sehen und Leutenberg ist auch ganz nett. Nach den etwa 550 Höhenmetern Abfahrt fahre ich nun weiter direkt an der Saale-Talsperre Eichicht stromaufwärts. Es ist das längste Stück der Tour, welches eben an der Saale entlang geht. Gleich folgt die Staumauer der Hohenwartetalsperre, welche ich überquere um mich am anderen Ufer noch eine ganze Weile entlangzuschlängeln. Nett ist es hier, immer wieder kann man über den Stausee blicken. Irgendwann geht es dann aber doch mal wieder hinauf, einen über 200 Höhenmeter zählenden Anstieg nach Drognitz. Weiter nach Liebschütz und eine schöne Straße hinab ins Saaletal bei Ziegenrück. Im Ort nehme ich die zweite Kreuzung nach links, Richtung Schöndorf, da geht es wieder mal hinauf und danach leicht wellig bis nach Schleiz zurück.
Mit der Tour habe ich eine sehr schöne und bergige Gegend kennengelernt. 2000 Höhenmeter auf 128 km können sich sehen lassen - das muss man im Erzgebirge auch erstmal hinbekommen...
Hier nochmal eine unvollständige Aufzählung der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke: Bergkirche zu Schleiz, Schloss Burgk, Steinerne Rose, Bleilochtalsperre, Schloss Bellevue Schönbrunn, Bad Lobenstein mit Burg, Wetzstein mit Altvaterturm, Schieferbruch hinter Lehesten, Leutenberg, Hohenwartetalsperre, Ziegenrück.


Fláje-Radtour im April

Dresden - Schmiedeberg - Holzhau - Talsperre Fláje - Stürmer - Rehefeld-Zaunhaus - Altenberg - Dresden (139 km)

Rast an der Loipe beim Teichhaus
Rast an der Loipe beim Teichhaus
70cm Altschnee auf dem Kamm bei Fláje
70cm Altschnee auf dem Kamm bei Fláje
Schneefelder queren die Kammstraße vor Moldava
Schneefelder queren die Kammstraße vor Moldava
Diesmal gibt es keinen Weg vorbei
Diesmal gibt es keinen Weg vorbei
In den Kammlagen des Erzgebirges sind Sonnenschein und über 15 Grad angesagt. Und Schnee ist auch lange nicht gefallen. Also Zeit, das Erzgebirge wieder mal per Rad zu erkunden. Anfahrt wie oft über Kreischa, Dippoldiswalde und Schmiedeberg. Untwegs nehme ich die vor Schmelzwasser rauschenden Bäche wahr. Beim Anstieg hinauf nach Neuhermsdorf sorgen die Schneereste links und rechts der Straße für angenehme Kühlung. Die Fahrbahn selbst ist meist trocken.
Bald jedoch durchkreuzt der Schnee meine Tourplanung: Ab Neuhermsdorf wollte ich eigentlich den Radweg neben der Loipe nehmen, aber er ist noch zugeschneit. Also bleibe ich auf der Straße und probiere am Teichhaus, ob die Torfstraße (Richtung Fischerbaude) befahrbar ist. Fehlanzeige. Beim genauen Nachsehen komme ich durch 30cm tiefen Schnee. Und sinke Teilweise bis weit über die Knöchel ein (nein, gefahren bin ich da nicht mehr). Aber immerhin fällt dabei die erste kleine Pause an. Und der skurrile Anblick des Rennrads am noch winterlichen Rastplatz.
Die Alternativroute führt über Holzhau hinab nach Rechenberg-Bienenmühle und dann den Berg hinauf und wieder runter nach Deutschgeorgenthal. Dort über die Grenze und hinauf zur Staumauer der Fláje-Talsperre. Der Stausee ist fast noch komplett zugefroren. Ich frage mich, ob die Straße in Richtung Moldava befahrbar ist. Im Winter wird sie nie geräumt. Hier sieht es erstmal gut aus. Und bald überholt mich ein einheimisches Auto. Scheint also befahrbar zu sein...
Kurz danach kommt eine Passage wo sich links und rechts der Straße gut 70cm Schnee auftürmen. Die Straße selbst ist von Matsch oder fließendem Wasser bedeckt. An dieser Stelle finde ich es noch amüsant und mache mir keine Gedanken, dass es noch schlimmer kommen könnte. Weiter vorn kommt die Straße aus dem Wald raus und da sollte ja genug Sonne für das Abschmelzen gesorgt haben.
Hat es aber nicht.
Immer wieder queren Schneefelder die Straße und ich muss mein Rad tragen. Dabei immer bedacht, die Schuhe nicht zu nass werden zu lassen. Nasse Schuhe bei der Abfahrt ins Elbtal sind unter Umständen keine gute Idee. Und irgendwann sehe ich dann das eine Auto was an mir vorbei gefahren ist im Schnee stehen. Im Schnee feststecken. Der Fahrer bittet um Anschiebe-Hilfe. Aber auch zu zweit bekommen wir den Kleinwagen nicht weg. Ich darf weiterfahren (tragen), und er bastelt an einer Lösung mit Tannenzweigen. Ich hoffe mal, er steht nicht heute noch da.
Das mit dem Schnee auf der Straße wird auch oben, wo die Straße aus dem Wald des Fláje-Tals herausgekommen ist, nicht besser. Hier kann ich dann mal Schneefelder umfahren, statt durchzulaufen. Aber das dickste kommt zum Schluss: Die letzten ca. 500m vor der Mündung in die Straße von Nové Město nach Moldava sind nahezu komplett schneebedeckt. Links und rechts ist Wald, also ist kein Ausweichen möglich. Also, trage/schiebe ich mein Rad da durch. Wieder sinke ich teilweise tief in den Schnee ein. Kurz vor dem Ende begegne ich einem tschechischen Radfahrer. Ich kann ihm klar machen, dass es keine so gute Idee ist, dort lang fahren zu wollen. Oder er liest es an meinem Auftreten ab. Zumindest habe ich nun komplett durchgeweichte Radschuhe und nasse Füße. Schön warm ist es, als die nackten Füße den warmen, trockenen Asphalt berühren. Die Socken werden ausgewrungen. Die Sohlen zum trocknen auf den Asphalt gelegt.
Für die letzten 10 km ab der Fláje-Talsperre habe ich 2 Stunden gebraucht. Der eigentlichen Plan, noch weiter auf dem tschechischen Erzgebirgskamm zu fahren, verwerfe ich. Aber ich fahre noch kurz auf den Stürmer hinauf. Die Straße ist geräumt, aber es ist leider schlechte Fernsicht heute. Und dann nach Moldava, noch was zu Essen kaufen, und rüber nach Rehefeld. Als Rückweg wähle ich Altenberg - Falkenhain - Lockwitztal. Das ganze war ja eigentlich eine recht unspektakuläre Strecke, aber durch den Schnee, mit dem ich in diesen Mengen nicht gerechnet habe, war es doch recht aufregend.
Die Talsperre Fláje ist noch mit Eis bedeckt
Die Talsperre Fláje ist noch mit Eis bedeckt


Osterzgebirge-Radtour

Dresden - Reichstädt - Holzhau - Talsperre Fláje - Stürmer - Mückentürmchen - Zinnwald - Dresden (156 km)

O-Erzgebirg wie bist du schie!
"O-Erzgebirg wie bist du schie!" (Reichstädt)
Herbstlaub vor blauem Himmel
Überall Herbst
Das herrliche Wetter lädt ein zur traditionellen Herbstrunde im Osterzgebirge. Am Morgen hängt noch Nebel im Elbtal, aber schon an der Lockwitz ist es klar. Und warm. Nach dem Dippoldiswalde durchfahren ist, kommt die lange Ortsdurchfahrt durch Reichstädt. Am oberen Ortsende macht ein liebevoll gestalteter Giebel Vorfreude auf das, was noch kommt: "O-Erzgebirg wie bist du schie!" heißt es da zu recht.
Nach der ruhigen Durchfahrt des (wilden) Weißeritztals unterhalb der Talsperre Lehnmühle probiere ich in Reichenau mal was neues: Statt wie sonst nach Frauenstein hinauf zu rollen fahre ich eine kleine Straße hinauf und dann hinab zur Illingmühle. Hier könnte man sogar die nicht befestigte Straße durchs Gimmlitztal erkunden, aber ich habe schon genug gebummelt und fahre gerade weiter auf dem Krötenbachweg durch den Töpferwald. Dieses Waldstück kenne ich sonst nur vom Skilaufen, aber auch mit dem Rad ist es nett, es gibt viel Asphalt hier. Zudem ist es eine nette Variante um von Frauenstein zum Ergebirgskamm zu kommen. Im Vergleich zur Bundesstraßen-Variante spart man sich das Tal von Nassau und viele motorisierte Verkehrsteilnehmer. Auf der Abfahrt den Brettellenweg hinab nach Holzhau gibt es herlich bunten Laubwald zu bestauen. Der Anstieg durch Holzhau hinauf zur Fischerbaude wird mit stattlichen 18% ausgewiesen. Aber irgendwie bin ich ganz froh dass es nur maximal 14% waren. Von oben Blicke hinüber zum Herbstwald. Dann weiter den Ringelweg und hinab nach Deutschgeorgenthal. Erschreckenderweise rollen hier auch Autos über die Grenze, wo früher nur ein Grenzübergang für Fußgänger war. Die Fahrt hinauf zur Talsperre Fláje ist trotzdem schön und an der Mauer wird wie immer kurz gerastet.
Dann aber weiter auf der Krušnohosrká magistrála (Radweg 23) Richtung Osten. Vor Nové Město sehe ich Nebelschwaden das Tal zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) hinaufziehen. Das Nordböhmische Becken ist randvoll damit! Kurzentschlossen fahre ich zum Stürmer rauf, um mir das erstmal von oben anzusehen. Nicht viel ist zu sehen, nur der Erzgebirgskamm und die Milešovka im Böhmischen Mittelgebirge ragen aus dem Nebelmehr heraus. Die Leute unten in Teplice erleben heute einen triesten Tag, während hier mehr als 500m höher die Sonne lacht. In der Baude auf dem Stürmer gibt es lecker Gulasch, womit diese Tour endgültig zur Genussbummeltour wird.
Zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) wabert Nebel bis zum Kamm hinauf
Zwischen Pramenáč und Bouřňák (Stürmer) wabert Nebel bis zum Kamm hinauf
Blick vom Stürmer zum Mückentürmchen
Blick vom Stürmer zum Mückentürmchen
Dann weiter auf der Magistrale. Ich will noch bis zum Mückentürmchen, welches, wie ich sehe, nicht vom Nebel verschluckt ist. Am (gut besuchten) Golfplatz von Cinovec rast mir ein Porsche entgegen. Überhaupt sind hier oben viel zu viele Autos unterwegs, dafür seltsam wenig Radfahrer. Haben sie sich die Tschechen etwa vom bedeckten Himmel abschrecken lassen? Doch vorm Mückentürmchen nimmt die Schar der Wanderer stark zu, der Parkplatz ist voll und oben Hochbetrieb. Nunja, von der Sicht nichts neues. Unten Nebel, oben Sonne. Aber wir waren mal wieder da. Es ist bereits nach vier Uhr. Zeit für den Rückweg, wer noch im Tageslicht nach Dresden will. Das Müglitztal meident rolle ich noch auf dem Kamm bis nach Zinnwald und dann den üblichen Weg hinab zum und durchs Lockwitztal.
Achja, und ganz viel Goldenen Herbst immer wieder unterwegs, der Farbkollaps für den Sehsinn.
Und wer noch will kann den Bericht der Herbstrunde vor 2 Jahren lesen.


Vier-Tausender-Tour im Erzgebirge

Mali auf 4 Tausendern
Gipfelfotojäger
Ich habe mich mal wieder auf das Abenteuer Langstrecke eingelassen. Irgendwie muss doch der 4 Jahre alte Rekord von der Fichtelbergtour zu schlagen sein. Erst recht jetzt, mit dem neuen Rad.
Hier die Streckenführung - so geplant und so gefahren:

Dresden - Schmiedeberg - Neuhermsdorf - Talsperre Rauschenbach - Olbernhau - Rübenau - Kalek - Přísečnice - Měděnec - Klínovec - Boží Dar - Plešivec - Abertamy - Blatenský vrch - Boží Dar - Fichtelberg - Kovářská - Jöhstadt - Reitzenhain - Olbernhau - Dresden
bikemap.net

Dresden 5:40 Uhr, 0km
Irgendwie hat sich die Luft über Nacht aus dem Hinterrad verflüchtigt. Also erstmal Schlauch wechseln bevor es eigentlich los geht. Das ist ärgerlich und kostet Zeit. Zum Glück habe ich erst gestern einen Schlauch gekauft, sonst wäre ich heute ohne Ersatzschlauch auf die Tour gegangen. Dann aber nix wie los: Erst die übliche Route über Dipps und Schmiedeberg hinauf nach Neuhermsdorf - wie immer mit Gegenwind. Ab dort den Radweg am ehemaligen Bahndamm (wo im Winter die Skiloipe ist, der Radweg ist asphaltiert und viel schöner als die Straße) zum Teichhaus und oberhalb von Holzhau zum Ringel. Vor der Abfahrt nach Deutschgeorgenthal mache die erste Pause. Dann über die Rauschenbachtalsperre ins Flöha-Tal, durch Neuhausen und schon bin ich in Olbernhau.

Olbernhau 9:00 Uhr, 78km
Ich gehe erstmal einkaufen im Supermarkt neben der Straße nach Rübenau. Bis hier her ist es übrigens fast die gleiche Strecke wie auf der Fichtelbergtour 2003. Damals bin ich nur einige Minuten vorher durch Olbernhau durch, aber 50 Minuten eher in Dresden los gefahren. Dem virtuell vor mir nach Marienberg fahrenden Mali folge ich jedoch nicht, sondern nehme das Natzschungtal als sehr angenehme Route hinauf auf Erzgebirgskamm-Niveau. In Rübenau biege ich an der Kirche scharf links ab, eine kleine Straße nach Niedernatzschung. Hier gibt es einen relativ neuen Grenzübergang für Wanderer nach Kalek.

Kalek 10:00 Uhr, 93km
Ab Kalek fahre ich auf dem Radweg 23, der Krušnohorská magistrála (Erzgebirgsmagistrale), auf ruhigen Straßen vorbei am Hirtstein und durch Hochmoorlandschaft. Ich treffe immer wieder auf tschechische Radfahrer. Das Stück zwischen Jilmová und Přísečnice ist auch asphaltiert, ich glaube mich zu erinnern, dass es das bei der Klínovec-Tour noch nicht war. Ja, und schön ist es hier sowieso. Von der Přísečnice-Talsperre dann die ruhige Straße 223 (Radweg 23) hinauf nach Měděnec. Dort gibt es auch schöne Blicke hinab ins Tal der Ohře.

Krušnohorská magistrála zwischen Jilmová und Přísečnice
Krušnohorská magistrála zwischen Jilmová und Přísečnice


Měděnec 11:25 Uhr, 125km
Wie letztes Jahr gibt es Omlett im Restaurace Mědník. Danach geht es Radweg 36 immer leicht aber stetig bergan zum Klínovec. Die Uhr tickt - 13:00 Uhr war das unterwegs ausgemachte Ziel für den Gipfel - und kurz vorher stehe ich dann oben.

Klínovec 12:57 Uhr, 142km
Zielfoto, kurz umschauen, und weiter geht es. Die Fernsicht ist heute sowieso nicht so berauschend. Den besseren Blick hinab hat man an der Abfahrt nach Boží Dar, ein Touristenort genau auf dem Kamm gegenüber von Oberwiesenthal. Dort gibt es nochmal Energienahrung bevor ich die kurze Abfahrt auf der Hauptstraße nach Cihelna und dann die 219 Richtung Abertamy in Angriff nehme. Unterwegs treffe ich einige versprengte Nieselregentröpfchen. Hm, ja, es sollte heute gegen Abend einzelne Schauer und Gewitter geben, aber doch nicht schon jetzt? Es bleibt bei den wenigen Tropfen - obwohl eine kurze Abkühlung auch gar nicht so schlecht wäre. Vor Abertamy biege ich links zum Plešivec ab.

An der Straße zwischen Klínovec und Boží Dar
An der Straße zwischen Klínovec und Boží Dar


Plešivec 13:46 Uhr, 157km
Der Plešivec ist 1028 Meter hoch und hat ein Gasthaus mit Turm. Ohne Turm kann man aber nicht viel sehen, es gibt hier Wald. Da ich noch viel vor mir habe, verweile ich auch hier nicht lang, sondern fahre weiter hinab nach Abertamy. Dort gibt es zum Glück einen kleinen Konzum mit allem lebensnotwendigen an Nahrung für den Radfahrer: Wasser, Äpfel, Hörnchen. Dann fahre ich direkt vor dem Laden rechts ab hinaus aus Abertamy. Aber hier wird es landschaftlich wieder richtig schön. Hinauf nach Rýžovna verwandelt sich die Landschaft in das Isergebirge, aber mit Schafherden. Wunderschöne feuchte gelbgrüne Wiesen, Wald und einer weiter Blick über die flachwelligen Berge. In der Ferne winkt der Auersberg. Aber nein, der kommt heute nicht dran. In Rýžovna biege ich links ab und erreiche kurze Zeit später den Blatenský vrch (der von Osten aus eigentlich gar nicht wie ein Berg wirkt - nur ein kurzer flacher Anstieg).

Oberhalb von Rýžovna, im Hintergrund der Auersberg
Oberhalb von Rýžovna, im Hintergrund der Auersberg


Blatenský vrch 14:44 Uhr, 172km
Der Fichtelberg von hinten
Blick bei Rýžovna: Fichtelberg "von hinten"
1043 Meter, und wieder ein Turm und wieder müsste man auf den Turm krabbeln um was zu sehen. Auch hier sind andere Radfahrer untwegs, sogar Mehrtagestourer. Bei 172km stehe ich also am Wendepunkt der Tour - es wird also tatsächlich viel heute. Ich mache nur einen kurzen Halt und fahre wieder zurück nach Rýžovna und von dort Radweg 36 durch viel Landschaft nach Boží Dar. Unterwegs kann ich mir den "Rücken" vom Fichtelberg ansehen - das letzte Tagesziel für heute. Bei Boží Dar überquere ich die Grenze nach Deutschland und dann ist es auch nicht mehr weit bis zum Fichtelberg. Der Anstieg fällt aber doch schon etwas schwerer - wer hätte das gedacht, die Kilometer gehen nicht spurlos an den Beinen vorbei.

Fichtelberg 15:48 Uhr, 187km
So, geschafft. Ich gönne mir ganze 12 Minuten um die Aussicht zu genießen. Vom Fichtelberg hat man eigentlich den besten Blick, vor allem nach Westen, Norden und Osten (Richtung Süden kann man vom Klínovec besser schauen). Und wie nicht anders zu erwarten sind hier oben viele Leute, vor allem aus Bus oder Auto abgekippte Touristen.
Es ist 16:00 als ich den Gipfel verlasse. Mit 7 Stunden für die etwa 140km Rückweg wäre ich also erst 23:00 Uhr in Dresden. In Oberwiesenthal gibt es unten einen Grenzübergang für Fußvolk. Nach der Abfahrt vom Fichtelberg überquere ich dort wieder die Grenze nach Tschechien und fahre gleich links die Straße lang. Dort geht es gegenüber der B95 ganz beschaulich am Pöhlbach entlang. Bei České Hamry verlasse ich das Tal und fahre nach Kovářská. Hier finde ich - wie erhofft und dringend benötigt - einen kleinen Lebensmittelladen. Ich kaufe das letzte mal ein. Ein Apfel wird gleich auf der Weiterfahrt verzehrt, den Rest stecke ich erstmal ein. Ich fahre eine kleine und sehr ruhige Straße nach Černý Potok und von dort über die Grenze nach Jöhstadt. Die Straße im Schwarzwassertal richtig nass, hier hat es wohl ordentlich geregnet.

Schmalzgrube 17:30 Uhr, 216km
In Schmalzgrube finde ich einen Pausenplatz, wo ich meine Vorräte verzehre. Irgendwie bin ich schon recht erschöpft und ich habe noch viel Respekt vor den 2 Anstiegen des Rückwegs (Reitzenhain und Deutschgeorgenthal) aber auch vor dem Gegenwind, mit dem ich rechnen muss. Der Anstieg von Steinbach nach Reitzenhain folgt gleich, es sind etwa 240 schattige Höhenmeter. Von Reitzenhain fahre ich weiter nach Rübenau und ab dort wie auf dem Hinweg an der Natzschung runter nach Olbernhau. Positiv nehmen meine Beine und mein Kopf die Erkenntnis auf, dass der angekündigte Gegenwind wohl ausgeblieben ist.

Olbernhau 19:00 Uhr, 250km
Die (vor)letzte Chance einzukaufen nehme ich nicht wahr, ich will nur noch fahren, fahren, fahren. Ab jetzt geht es ganz leicht bergan im Tal der Flöha nach Neuhausen und dann hinauf zur Talsperre Rauschenbach. Über mir brauen sich Gewitterwolken zusammen und auch hier sind die Straßen nass. Ein Regenschauer bevor es dunkel (und kalt) wird, kann ich eigentlich nicht gebrauchen. Hoffentlich geht das gut!
Nach dem Anstieg zum Ringel oberhalb von Deutschgeorgenthal mache ich die letzte Pause. Ich bin ganz schön geschafft. Den ersten Biss vom leckeren tschechischen Schoko-Orange-Müsliriegel quittiert mein Magen mit sauerem Brennen und ich muss darum fürchten, dass alles, was ich zuletzt gegessen habe (nicht viel) gleich wieder oben raus kommt. Es war wohl zuviel Süßkram für heute - ich lasse es mit dem Essen lieber bleiben und fahre in Ruhe weiter. Hinter Neuhermsdorf beginnen Nebelschwaden von der nassen Straße aufzusteigen. Es wird auch langsam dunkel - vor der Abfahrt ins Tal der Wilden Weißeritz mache ich das Licht an. Ich hoffe gut sichtbar zu sein, habe extra Speichenreflektoren angebracht und Reflektoren an den Füßen. Zwischen Schmiedeberg und Dippoldiswalde bekomme ich dann auch ein paar Regentropfen ab, aber zum Glück bleibt es bei einem kurzen Nieselregen. Zwischen Dipps und Kreischa, im Hirschbachtal, huschen immer wieder kleine Nebelhäufchen an mir vorbei. Beim ersten wäre ich vor Schreck fast voll auf die Klötzer gegangen. Es ist jetzt finster und ich bin froh, dass die Straßen - abgesehen von der Nässe - im guten Zustand sind. So reicht meine zur Fahrradfunzel umfunktionierte Stirnlampe am Lenker für die Orientierung aus.

Dresden 22:25 Uhr, 329km
Und irgendwann komme ich dann zu Hause an. Ich habe vor Dunkelheit ewig nicht auf den Fahrradcomputer geschaut. Es sind 329km und etwa 4200 Höhenmeter in 16:45 Stunden geworden. Das ist fast ein 20er Stundenmittel. Vor 4 Jahren habe ich für 20km weniger 2 Stunden mehr gebraucht. Erschöpft, glücklich über den neuer Langstreckenrekord, und von der Erkenntnis erleuchtet, dass sowas nicht noch einmal sein muss, falle ich ins Bett.


Milešovka-Radtour

Kletečná und Milešovka
Die Kegelberge Kletečná (links) und Milešovka (rechts), gesehen vom Sněžník
Der Blick vom Osterzgebirgskamm hinab ins tschechische wird - entsprechende Sicht vorausgesetzt - von den Kegelbergen des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) dominiert. Das Gebirge erhebt sich bis auf Osterzgebirgs-Niveau. Der größte, das Wahrzeichen des Böhmischen Mittelgebirges, ist die Milešovka (Milleschauer). Von ihrem 837 m hohem Gipfel könnte man sogar aufs Mückentürmchen runterspucken. Da ich die Milešovka bei meinen Erzgebirgs-Touren häufig sehe, war es ja abzusehen, dass ich der Anziehungskraft dieses Berges nicht lange widerstehen konnte.

Wie üblich erstmal hinein ins Erzgebirge, diesmal via Müglitztal - mit Gegenwind, wie immer. In Schlottwitz habe ich das kurze Glück, einen Eisvogel unter einer Brücke der Müglitz entlanghuschen zu sehen. Dann von Geising hinauf nach Zinnwald und in rauschender Abfahrt die E55 hinab, die lästigen Höhenmeter wieder abbauen. Schnell komme ich so nach Teplice rein. Mein Plan durch die Stadt war: ins Zentrum und dann mal sehen, möglichst im Süden wieder raus. Daraus wurde natürlich nichts: ich irrte im Zickzackkurs durch die Stadt (ohne irgendwas wie einen zentralen Marktplatz zu sehen - habe ich wohl verpasst) und kam dann im Osten in der Nähe von Doubravka raus. Hier war ich wenigstens schon mal gewesen. So fuhr ich dann nach Osten aus Teplice raus, durch Drahkov nach Suché. Dort dann rechts ab und nach Überquerung der Autobahn D8 hinab nach Rtyně. Dieser Ort liegt im Tal der Bílina: das Altimeter zeigt weniger als 180 Höhenmeter an. In Žalany merke ich mir den kleinen Lebensmittelladen: Samstag bis 12 Uhr geöffnet - da schaue ich auf dem Rückweg nochmal vorbei. Das letzte Stück zum Fuße der Milešovka führt mich durch ein schattiges Tal eine wunderbar ruhige Straße zwischen Lelov und Černčice.

Rad am Baum
Fahrradständer am Fuße der Milešovka
Am oberen Ortsende von Černčice verlasse ich die Straße und biege links den blauen Wanderweg ein: Ein schmaler Pfad durch tiefes, feuchtes Gras, gesäumt von Bäumen links und rechts. Hm, nicht wirklich rennradtauglich. Teils schiebend erreiche ich den Waldrand, wo ich mir ein Bäumchen zum Fahrradabstellplatz mache. Es war ja von vornherein klar, das die Wanderwege nichts für Rennradreifen sind. Also war ich entsprechend ausgerüstet, den Rest des Weges auf mein Rad zu verzichten. Ich übergebe also mein Rad der Aufsicht des Waldes und mache mich auf den Fußmarsch zum Gipfel. Zuerst erreiche ich einen breiten Wanderweg (noch unterhalb des Rot markierten!), der von Bílka kommt. Der Belag sieht ganz ordentlich aus, hier könnte man wieder fahren. Aber wenig später, an einem Rastplatz, wird es steinig, schmal und steil. Es sind viele Wanderer unterwegs, auch ein paar deutsche Stimmen kann ich vernehmen. Oben angekommen genieße ich ersmal den Ausblick - die Fernsicht ist fantastisch - und lasse mir einen Teil meines Proviants munden. Auf dem Gipfel gibt es eine Wetterstation mit Turm (und leider Zaun drumherum), einige andere Gebäude, sowie sichtversperrende Funkantennen und Bäume. Nur nach Süden und Osten gibt es einigermaßen freien Blick. Nachdem ich dachte, mich genug umgesehen zu haben, fiel mein Blick auf ein Schild, auf dem mehrsprachig zu lesen stand:
der Aufstieg an der Turm
sowie klingen Sie hier, bitte
Oh, kann man also doch auf den Turm der Wetterstation hinauf? Bevor ich mich entschließen kann, zu klinge(l)n, tun dies bereits 3 Wanderer. Aus dem Fenster des Gebäudes werden wir hineingewunken. Im 1. Stock wird das Eintrittsgeld bezahlt (ich glaube es waren 30 Kronen) und dafür bekommt jeder einen 45 cm langen, schmalen Papierstreifen mit dem Rundumpanoramablick vom Turm drauf. Ein paar weitere Stufen weiter oben dann kann ich diese Aussicht selbst genießen. Traumhaft. Einfach gigantisch der Blick! Es scheint fast so, als liege einem hier ganz Böhmen zu Füßen. Der Blick reicht vom Klínovec bis zum Ještěd, vom Erzgebirgskamm bis zu den vielen Kegelbergen im Süden. Darunter ist auch die Burgruine Hazmburk auszumachen. Und im Osten, hinterm Lovoš, schimmert die Elbe. Ich bin froh, dass ich das nicht verpasst habe!

Blick nach Süden
Blick nach Süden: Kegelberge mit Burgen

Blick nach Norden
Blick nach Norden: Erzgebirgskamm
Fernblicktrunken verlasse ich dann den Gipfel der Milešovka. Und welch eine Freude, mein Rad steht noch da, ist nicht ausgebüchst. Auf dem Rückweg probiere ich den anderen Weg nach Bílka aus. Will heißen: ich schiebe erstmal bis zu diesem hinauf (hatte am blauen Weg unterhalb geparkt) und biege dann links ab. Auf dem Fahrweg, bei dem der Mittelstreifen mit mannshohem Kraut zugewachsen ist, kann man ganz gut hinab nach Bílka fahren. Dies ist definitiv die radtauglichere Variante verglichem mit dem Weg von Černčice aus. Jedoch kommt man ab Bílka nur auf der vielbefahrenen E55 weiter. Auf dem Rückweg ist das kein Problem, gehen doch die 2 km bis nach Žalany nur bergab.

In Žalany kaufe ich erstmal im Konsum ein. Danach fahre ich noch ein weiteres Stück auf der E55, bis zum Abzweig nach Bžany und ab da auf Radweg 231 - im Bogen um Teplice herum - nach Košťany und Hrob. Das alles wieder mal bei Gegenwind - die perfekte Einstimmung für die über 500 Höhenmeter hinauf zum Erzgebirgskamm. Oben gibt es den Blick zurück zur Milešovka und das schöne Stück Erzgebirgsmagistrale nach Cínovec. Ab da meinen Lieblingsweg zurück nach Dresden: Von Zinnwald aus den Waldweg unterhalb des Kahlebergs bis zur Straße von Schellerhau nach Altenberg, dann die B170 zum Abzweig Waldidylle und über Falkenhain, die Hochwaldstraße und durch die Frauendörfer ins Lockwitztal bis nach Dresden.
Was für eine Tour! Die Milešovka werde ich bestimmt wieder besuchen. Für die Statistik: 168 Rad-km und 2280 Rad-Höhenmeter dazu 5 Fuß-km und 300 Fuß-Höhenmeter in etwa 9 Stunden.

Die Route auf bikemap.net

Auf der Homepage der Wetterstation auf der Milešovka gibt es wunderschöne Fotos!


Dresden Race Day 2007

Mali's erstes "richtiges" Radrennen

Auf der letzten Etappe der Sachsentour 2007 gab es ein Jedermannrennen, den Dresden Race Day. Das ganze fand (fast) auf der gleichen Strecke statt, wie sie die Profis fahren, aber vorher. Für Ganzkurzstreckenliebhaber gab auch eine 61 km kurze Variante. Die 120 km Runde führte von Dresden nach Dresden, zwischendurch grob folgender Verlauf mit etwa 1800 Höhenmetern:

Dresden - Heidenau - Berggießhübel - Breitenau - Bärenstein - Geising - Altenberg - Bobbahn - Niederfrauendorf - Possendorf - Pesterwitz - Dresden

Da die Profis (in gebührendem Abstand) nach den Jederfrauen und -männern auf die selbe Strecke gehen, müssen letztere eine Mindestgeschwindigkeit fahren, damit sie nicht von der Sachsentour überrollt werden. Diese war mit 22 km/h angegeben. Nagut, das sollte ich schon schaffen. Auf dem Anmeldeformular soll ich dann auch noch angeben, welchen Schnitt ich "anstrebe". Hm, 40? Nein, im Ernst, ich schreibe 25 hin, das halte ich für mich Anfänger machbar.
Erst hinterher schaue ich in die Ergebnisliste vom Vorjahr. Mit dem 25er Schnitt wäre ich dort einer der absolut letzten im Ziel gewesen. Wahrscheinlich total abgeschlagen könnte ich schon nach 20 km auch die letzte Gruppe nicht mehr halten... so schlimm sollte es doch nicht kommen. Und damit kommen wir zum eigentliche Geschehen:

8:30 Uhr am Terrassenufer: Mali findet sich zum Start ein. Selbstverständlich reiht er sich im hinteren Viertel des Pulks an Rennradfahrern ein. Ganz schön viele davon stehen hier rum und warten auf 8:40, da soll Start sein. Das Wetter ist übrigens eher von der unsommerlichen Sorte, früh bedeckt und im Tagesverlauf ist aufkommender Dauerregen angekündigt.
Als Neuling bin natürlich ein wenig aufgeregt: Wie komme ich mit dem dichten Fahrerfeld klar? Fliege ich gleich bei der ersten Straßenbahnschiene hin? Oder fliegt mein Hintermann hin, weil ich es verschlafen habe ihm die nahende Fußgängerinsel anzuzeigen? Macht das Feld gleich Volldampf und ich stehe hier (nachdem sich die Staubwolken verzogen haben) ganz alleine da?
Nun, der Start geht los und mein Vordermann testet die härte des Asphalts mit dem Ellenbogen nachdem er auf dem ersten Meter über einen Absperrzaun stolpert. Danach geht s aber richtig los, Teil 1 meiner letzen Newbie-Frage bewahrheitet sich, jedoch weicht die Staubwolke der glasklaren Sicht durch meine (noch trockene) Brille - und ich kann den Anschluss halten. Mit einer munteren 40 geht es unter dem Hauptbahnhof durch. An der Teplizer Straße dann mein erster Angriff! Ich wage es unverschämterweise einige Fahrer zu überholen, und das, wo es doch gerade leicht bergwärts geht! Zum Glück für die anderen wird es gleich wieder flach, bis nach Dohna ändert sich da nix. Es wird geheizt, und ich frage mich, ob es hinter mir nicht vielleicht noch eine Bummler-Gruppe gibt und ob ich da nicht besser aufgehoben wäre? Tempo bolzen und Wind widerstehen gehört ganz und gar nicht zu meinen Stärken.
Aber es naht Rettung: Bergauf-Bergab nach Berggießhübel. Bergauf mache ich Platz um Platz gut, bergab falle dafür ich immer wieder ein wenig zurück. Haben die alle einen aufblasbaren Amboss auf dem Rad, damit sie bergab so schnell sausen können? Oder bin ich etwa hier der einzige, der nicht im Windkanal optimiert hat? Das Gebiss im Lenker kann ich das Schlimmste verhindern und freue mich auf den Anstieg durch Bad Gottleuba und Oelsen nach Breitenau. Auf einem flacheren Stück kann ich die Gruppe nicht mehr halten und strample im RTF-Tempo allein gegen den Wind - eine gute Gelegenheit für eine stressfreie Müsliriegel-Mahlzeit.
Bis zum Beginn des steilen Stücks nach Breitenau sammeln sich von hinten kommend noch ein paar Fahrer. An der Kurve direkt vorm Anstieg kommt mein Vordermann (diesmal ein anderer) wieder ins Straucheln. Er dachte wohl, er könne eben mal 35 km/h mit in den Anstieg nehmen? Zum Glück kann er baumelnden Hinterrads das Schlimmste verhindern und somit auch den Sturz nachfolgender Kollegen. Nun, dann geht es endlich richtig hoch, ich strample fleißig los und oben in Breitenau sind dann schon wieder viele bekannte Trikots aus der vorigen Gruppe eingeholt. Nur zu dumm, das sie mich auf dem flach welligem und mit Gegenwind gespicktem Stück nach Börnchen ebenso kalt liegen lassen, wie ich sie am Berg habe stehen lassen... Nach Börnchen kommt eine Abfahrt, bei der ich mal keinen an mir vorbei lassen muss: Enge Serpentinen und der inzwischen eingetroffene Nieselregen machen all den Bergrunterrasern einen Strich durch die Rechnung.
Mali, in Altenberg radelnd © Foto Quelle Moch Dresden
Ortsdurchfahrt Altenberg © Foto Quelle Moch Dresden
Im Müglitztal geht es dann erstmal zu einer Stadtbesichtigung nach Bärenstein hinauf (wo die Kurzstreckler 10:40 gestartet sind) um dann zur Hauptspeise nach Altenberg erst gemächlich und dann doch merklich bergan zu gehen. Im Tal bildet sich eine Gruppe die im flacheren Stück eine nahezu bummelfahrtverdächtige 20 anschlägt. Gut für mich, meine Beine und meinen Magen. Und schlecht für die Gruppe: hinauf nach Altenberg kann ich wieder zuschlagen und bei der Ortsdurchfahrt Dank meines achso mutigen Antritts den meisten Beifall des radsportbegeisterten Publikums einheimsen. Nagut, Antritt ist übertieben: ich bin halt einfach mit konstantem Tempo den Berg hoch, während es die meisten anderen es vorzogen das Steigen des Altimeters durch verringerte Geschwindigkeit zu kompensieren.
Den kleinen Vorsprung kann ich bis nach Hirschsprung retten, wo das Dessert zum Tagesmenu wartet: der Anstieg an der Bobbahn. Aber vorher gibt es eine scharfe Linkskurve auf regennasser Fahrbahn nach einer steilen Abfahrt. Wie an (fast) allen gefährlichen Stellen steht jemand mit grellneongelber Fahne und Trillerpfeife da um die Rennradler aus der Trance des Pedalierens wachzurütteln. Mit schneckenartiger Eleganz krieche ich um die Kurve und hinter mir höre ich, wie einer die spezielle Anfeuerung "Du sollst Bremsen!" bekommt. Danach geht es erstmal ein kurzes Stück seicht hinauf, bis dann das untere Ende der Bobbahn erreicht ist. Ich hatte angenommen, dass es die steile Straße innerhalb des Bobbahn-Geländes hinauf geht, aber (vielleicht wegen der Bauarbeiten) ging es außen die Serpentinenstraße lang. Für uns Weicheier wartet diese mit etwa 7% auf - ich bin fast enttäuscht. Trotzdem mache ich wie gewohnt Platz um Platz gut. Nur eine Lexxi-Dame - wohl nicht ganz mit meiner Überholerei einverstanden - zieht unerwartet vorbei. Nun, ich hefte mich gleich dran und gehe wieder vorbei. Zeitgleich erreichen wir den Verpflegungspunkt am oberen Ende des Anstiegs. Wasser tankend, Bananen- und Apfelstück greifend geht es weiter. Die Nahrungsaufnahme ist ungleich hektischer als bei einer RTF - ich erinnere mich an gemütliche Pausen bei der RTF Heidenau - davon fehlt hier jede Spur. Achja, das war ja ein Radrennen, richtig.
Es folgt nun die leicht wellige Abfahrt durch Falkenhain und dann die Hochwaldstraße entlang. Dort ist es eigentlich immer angenehm und erholsam, aber dummerweise werde ich gerade hier an einem winzigen Anstieg von einem Krampf im linken Oberschenkel erwischt. Also den Leiergang rein und ganz ruhig weiterkurbeln, ja nicht aus dem Sattel gehen! Zu meinem Glück geht es dann erstmal ordentlich runter nach Niederfrauendorf. Aber um da mithalten zu können muss ich mich trotzdem ganz schön ins Zeug legen. In Niederfrauendorf ziehen wieder viele bekannte Trikots an mir vorbei, die ich zuletzt vor Altenberg oder an der Bobbahn gesehen habe.
Es folgt ein welliger Abschnitt über Reinholdshain, Oberhäslich und die B170 bis oberhalb von Possendorf, den ich allein absolviere. Auf vorbeihuschende Windschatten schaffe ich es leider nicht aufzuspringen. In der steilen Abfahrt nach Possendorf rase ich mit Tempo 70 am 40-Schild vorbei. Hinab nach Freital gebe ich nochmal alles, bis ich eine kleine Gruppe erreiche. Diese löst sich aber in dem winzigen Anstieg innerhalb von Freital (von dem ich vorher nix wusste - doch nicht perfekt vorbereitet!) wieder auf.
Die letzte Prüfung stand aber noch bevor: Pesterwitz! Ich kann mir denken, dass einigen Teilnehmern dieser Name in keiner guten Erinnerung bleiben wird. Die abgespeckte Bobbahn war gar kümmerlich dagegen. Frohlockend radelte ich an dem 15%-Schild vorbei. Erst geht es ganz ok, man denkt, puh, nochmal Glück gehabt. Dann, nach einer Kurve (wie immer um die Dramatik zu steigern), erhebt sich der Blick auf die steile Wand. Objektiv betrachtet sind es nur 15%. Aber subjektiv addieren sich natürlich noch die bereits gefahrenen Kilometer. Neben mir höre ich es stöhnen. Cool lasse ich die Kette aufs 30er Blatt rutschen und - angetrieben von den großartigen Pesterwitzer Radsportfans - absolviere ich den Anstieg komplett im zweistelligen Bereich des Tachometers. Und wieder ist die Konkurrenz chancenlos. Aber warum nur ist der Berg so kurz? Es hätte ruhig noch ein wenig weiter gehen können.
Denn jetzt kommt schon wieder die so unliebsame Raserei: Von Altfranken in wilder Hatz die Coventrystraße durch den Bramschtunnel hinab in den Großstadtdschungel. Ich beiße in den Lenker und kurble um mein Leben, wohl in der absurden Hoffnung noch irgendwas reißen zu können. Die Folge ist nur, dass sich mit der Zeit Fahrer in meinem Windschatten ansammeln. Bitteschön, fahren Sie weiter, ich möchte niemanden aufhalten... Auch die nassen, kurven- und straßenbahnschienenreichen Passagen überstehe ohne Intensivkontakt zum Asphalt. Ich nähere mich dem Zielbereich und gehe noch mal aus dem Sattel um vor meinen Windschatten die Ziellinie zu überqueren. Und es gelingt. Zu donnerndem Beifall und gewittergleich blitzenden Kameras überquere ich sprintent die Ziellinie. Exakt 4:09:36 nachdem ich hier gestartet bin.
Das ist viel schneller als ich mir je vorgestellt habe! Ich kann sogar noch die Siegerehrung miterleben - der Sieger war etwa 50 Minuten eher im Ziel. Nebenbei speise ich die gegen einen Gutschein erhaltene Kartoffelsuppe. Mit Abstand den meisten Beifall gibt es für die Podestplätze, bei denen Picardellics auf dem Trikot steht. Sind die anderen Vereine schon abgereist? Achja, es regnet immer noch, mehr als unterwegs. Gut dass ich hier eine Regenjacke deponiert hatte. Beim Umtausch des Transponders in die Urkunde bekomme ich es nochmal schwarz auf weiß: 286. Platz in der Gesamtwertung. Uhm, das klingt weit hinten - ist aber immerhin mitten im Mittelfeld.


Links:
Sachsentour International
Dresden Race Day
Offizielle Fotos vom Rennen
Fotos vom Rennen auf der Picardellics-Seite
Ergebnisse hier


Ještěd-Radtour 2007

Im Jahr 2004 bin ich schon einmal zum Ještěd geradelt. Diesmal habe ich mir aber eine wesentlich schönere Strecke ausgesucht.

Hinweg: Dresden - Elberadweg - Schmilka - Růžová - Česká Kamenice - Kytlice - Horní Světlá - Jablonné - Křižany - Ještěd (128 km)

Rückweg: Ještěd - Liberec Karlov - Chrastava - Hrádek nad Nisou - Olbersdorf - Waltersdorf - Dolní Podluží - Chřibská - Schmilka - Elberadweg - Dresden (143 km)

Ještěd in Wolken von Horní Světlá aus gesehen
Der Ještěd zeigt sich noch in Wolken verhüllt
Blick auf Jablonné
Blick auf Jablonné, im Hintergrund der Hochwald
Dresden 5:50 Uhr, 0 km
Los ging es um 5:50 Uhr, bei klarem Himmel und 15°. Es sollte nicht das typische blauer-Himmel-warm-und-Ostwind-Wetter werden, sondern eher Wind aus SW und mit geringer Wahrscheinlichkeit auch mal ein wenig Regen. Das mit dem Wind stimmte auch, das mit dem Regen trat zum Glück nicht ein. In aller Ruhe kann ich auf der B172 nach Heidenau, ab da Elberadweg bis Königstein und dann wieder auf der B172 bis nach Schmilka rollen. Nur in Rathen muss ich an der Schranke anhalten, wo ich ganze 5 Minuten brauche, um auf die Idee zu kommen die Unterführung des Bahnhofs zu nehmen. Die Schranke war wohl eher für den Fall unten, dass zufällig mal ein Zug kommt. Oder einfach nur, um mich zu ärgern. Beim Blick auf die Uhr in Königstein stelle ich fest, dass ich es mit der Abkürzung über Struppen schon mal in 10 Minuten weniger von Dresden bis hier her geschafft habe.

Hřensko 7:30 Uhr, 47 km
An der Grenze. Ich bin nicht mal alleine hier. Aber die bunten Buden im Ort haben alle noch geschloßen. Ich fahre links die Kamenice entlang und dann scharf rechts hinauf nach Janov. Durch Růžová geht es wieder hinab ins Kamenice-Tal und nach Česká Kamenice. Da die Trikottaschen noch voll sind, fahre ich durch. Ab hier geht es eine ganze Weile auf dem Radweg 21 - am Ortsende gerade aus, die kleine Straße nach Kytlice. Es beginnt ein wunderbarer Abschnitt des Kamenice-Tals, die Straße ist kaum befahren. Grüne Wiesen, waldige Hänge und Felsen - das Übliche eben. Gelegenheit für die erste Futterpause. Es geht leicht bergan, bis man in Nová Huť eine Hauptstraße überquert. Ab da geht es wellig weiter bis nach Horní Světlá.

Horní Světlá 9:30 Uhr, 88 km
Die Lausche grüßt. Hier auf 560 Metern ist der erste Blick bis zum Tagesziel möglich. Der Gipfel liegt in den Wolken, der Turm ist nicht zu sehen. Auf dem Radweg 21 geht es weiter durch Mařenice bis nach Jablonné.

Mali vor dem Turm des Ještěd
Der glückliche Radfahrer am Ziel
Liberec und Seilbahn
Blick hinab nach Liberec
Jablonné v Podještědí 10:00 Uhr, 100 km
Jablonné ist groß genug, dass es hier auch am Sonntag einen offenen Lebensmittelladen geben muss. Nur wo? Direkt am Markt gibt es nichts. Die Straße, die an der prächtigen Kirche mit der Kuppel vorbei führt ein Stück entlang geradelt, dann ist rechts ein kleiner Laden. Der hat immerhin bis 11:30 Uhr auf. Das reicht für den Hinweg. Ich schnappe mir die letzen zwei Mohnhörnchen, einen Apfel und eine Flasche Wasser. Aus Jablonné raus hilft wieder Radweg 21: über Doubnice nach Křižany. Unterwegs trifft man häufig Radfahrer - soviele sehe ich bei Touren im Erzgebirge auf deutscher Seite nie. Die Tschechen sind beim Thema Radfahren wohl ein gutes Stück vorraus. In Křižany gibt es am Ortsende die letzte Pause vorm Ziel. Danach geht es in den angenehm zu fahrenden Anstieg. Noch 500 Höhenmeter Serpentinen in Asphalt, und selbstverständlich auch einige Radfahrer.

Ještěd 12:10 Uhr, 128 km
Hoppla, schon oben! Das ging ja fix. Nur 6:20 gebraucht. Aber ich hatte ja auch Rüchkenwind. Ich bin gar nicht k.o., der Berg war heute sehr zahm. Die Sicht ist nicht so gut wie bei meinem letzten Besuch. Trotzdem wird natürlich geguckt, werden bekannte und unbekannte Berge am Horizont identifiziert. Bezděz, Ralsko, Studenec, Luž, Jizera und da, ist das irgendwo die Sněžka? Hm, das Riesengebirge ist doch etwas im Dunst.

Etliche Fotos später trete ich 13:00 die Heimreise an. An der Kreuzung auf dem Pass überlege ich, wo es lang gehen soll. Von links bin ich gekommen, gerade aus führt ein Radweg mittelmäßiger Qualität durchs den Wald des Ještěd-Gebirges hinab, und rechts gibt es die Straße steil runter nach Liberec. Ich nehme letzeres, aber merke mir den Weg durch den Wald für das nächste mal. Nachdem ich unten an der Seilbahnstation (bzw. Endhaltestelle der Straßenbahn) vorbei gekommen bin, heißt es Augen auf: Ich will nicht bis nach Liberec hinein, sondern im Süden rüber zur Lužicka Nisa (Neiße). Mehr oder weniger gut gelingt es mir über Karlov nach Machnín zu kommen. Von dort nach Chrastava, aber nicht der Ausschilderung folgend, sondern links, der Neiße folgend vorbei an Hamrstein. Ab Chrastava kann ich den Radweg 14 (Oder-Neiße-Radweg!) bis nach Hrádek schön gemütlich rollen.

Hrádek nad Nisou 14:30 Uhr, 165 km
Endlich Mittagessen! Schnell entscheide ich mich für eines von den beiden Restaurants auf dem Marktplatz. Es gibt lecker Spaghetti Carbonara und Tomatensalat dazu. Hinterher gehe ich noch einkaufen. Mit Wasser, einem riesengroßen Apfel wie aus dem Märchenbuch, einem Brötchen und einer (superleckeren) Quarktasche verlasse ich den Laden. Eine Stunde habe ich in Hrádek zugebracht, aber es hat sich gelohnt. Ich fahre wieder an die Neiße, zum Fußgänger-Grenzübergang nach Hartau. Nördlich der Gipfel des Zittauer Gebirges kämpfe ich gegen den Westwind an und durchquere diesen hübschen Zipfel Sachsens mit seinen auffällig fein herausgeputzten Umgebindehäusern. Von Waltersdorf geht es rüber nach Dolní Podluží und vorbei an der Jedlová nach Chřibská.

Chřibská 17:10 Uhr, 198 km
Die Vorräte, die ich seit Hrádek mit mir rumfahre, werden endlich verspeist. So langsam kann ich mir aussrechnen, wann ich wieder in Dresden sein kann. Um es noch bis 20:00 Uhr zu schaffen, muss ich aber ganz schon durchziehen. Auf dem Stück bis Jetřichovice ist das auch etwas anstrengend. Da geht es immer wieder mal kurz steil auf und ab, quer durch den Sandstein. Aber Landschaftlich sehr nett. Danach wird es flacher, ab Mezní Louka geht es nur noch runter bis nach Hřensko. Ab hier wie auf dem Hinweg, Elberadweg entlangheizen. Von der Schranke in Rathen lasse ich mich diesmal nicht veralbern, ich nehme gleich die Unterführung - mit mäßigem Erfolg. Irgendwie lässt sich mein Körper die über 200 km nicht anmerken und ich lege diese Strecke so schnell wie auf dem Hinweg zurück.

Dresden 19:55 Uhr, 271 km
Reichlich 14 Stunden für diese Tour. Das ist wesentlich weniger, als ich beim ersten mal gebraucht habe. An mir liegt es nicht! Es ist das neue Rad, fährt fast von allein (nur bei Gegenwind nicht). Aber das allerbeste ist: ich bin nur wenig erschöpft. Ich habe es zum ersten mal hinbekommen, auf einer Tour über 200 km richtig zu Essen. Die Stunde in Hrádek habe ich auf dem restlichen Weg wieder rausgeholt.

Also, ein richtig schöne Tour, zur Nachahmung durchaus empfohlen. Es gibt ja in Schmilka oder Zittau auch einen Bahnhof. Der Ještěd jedenfalls lohnt sich immer. Und eigentlich wäre ich am liebsten gleich weiter gefahren, durch Iser- und Riesengebirge...


Hirtstein-Radtour

Der Hirtstein liegt ein gutes Stück südlich von Marienberg, bei Satzung, direkt an der tschechischen Grenze. Er ist 889 m hoch, es gibt eine Hirtsteinbaude oben drauf, Basaltsäulen und einen netten Blick zu den Gipfeln des Mittleren- und des Westerzgebirges.

Blick vom Staudamm der Talsperre Fláje
An der Fláje-Talsperre
Meine Radtour führt durch Schmiedeberg hinauf zum Grenzübergang Neurehefeld. Hinter Moldava rechts ab, auf die Krušnohosrká magistrála (Radweg 23, siehe Klínovec-Radtour) - der Radweg, der auf dem Kamm bis ins Westerzgebirge führt. An der Fláje-Talsperre gibt es die erste kurze Rast. Noch sind die Straßen ruhig, von Moldava bis hierher sah ich nur ein einziges Auto. Erst auf dem Weg nach Mníšek begegne ich den ersten Radfahrern. Die Straßen sind inzwischen vom Regen der vergangenen Nacht getrocknet. Oben in Malý Háj wird der Radfahrer heute von einem wunderbaren Rundblick belohnt, in der Ferne sind sogar schon die zwei ganz Großen des Westerzgebirges zu erahnen, und natürlich der Hirtstein. Herrlich saftig grüne Wiesen, dem Regen der letzten Tage (und Nächte) sei Dank.

Panorama von Malý Háj
180°-Panorama von Malý Háj


In der Hoffung, eine ebenso gute Sicht hinab nach Chomutov zu haben, fahre ich spontan hinab nach Boleboř. Leider nur Dunst und sonst nix zu sehen. Dafür handle ich mir 200 recht steile Höhenmeter auf ziemlich miesen Asphalt ein. Und natürlich den zusätzlichen Umweg, um noch bei Volárna vorbeizukommen - meine fest eingeplante Wasser-Tankstation. Bei etwa 110 km mache ich dann mit voll gefüllten Trinkflaschen endlich Pause am Volárenský Rybník.

Blick hinab nach Kalek
Blick hinab nach Kalek
Dann geht es hinab nach Kalek und immer weiter auf der 23 zum Grenzübergang Reitzenhain. Dort dann gleich links ab nach Satzung, der kleine Ort direkt unterhalb des Hirtsteins. Dann geht es noch ein wenig hinauf und kurz nach 13 Uhr bin ich oben. Pöhlberg, Fichtelberg und Klínovec gibt es zu sehen. Man könnte in der Baude einkehren, aber das überlasse ich lieber den mit Auto angereisten Ausflüglern. Nach kurzer Begutachtung der Basaltsäulen (die am Zlatý Vrch bei Česká Kamenice sind größer) mache ich mich wieder auf den Rückweg.

Vor Kühnheide gabele ich einen Radfahrer im Bioracer-Trikot auf, seinen Freilauf höre ich dann das ganze Natzschungtal hinab hinter mir rasseln - während ich im Gegenwind strample. Aber ich fahre vorne lieber mein Tempo - immer schön ruhig. Das Natzschungtal ist übrigens sehr schön, hier war ich noch nie. Es recht ruhig und immer wieder gibt es Felsen am steilen Hang. Und eh man sich's versieht ist man unten in Olbernhau auf 460 m. Ich brauche dringend Nahrhaftes und finde gleich hinter der Kreuzung die Hüttenmühle. Hier gibt es eine lange Eiskarte (die ich trotz der 27° ignoriere), Kuchen und auch Mittagsgerichte. Und das ganze im Garten hinter dem Haus.

Nun, der Rest war dann irgendwie anstrengend. Der Tachometer stand bei 150, der Wind kam von vorn und es ging so langsam wieder hinauf, durch Neuhausen, Deutschgeorgenthal (kurz mal über die Grenze um Wasser und Banane zu kaufen), der Ringelweg oberhalb von Holzhau bis ich letztlich in Neuhermsdorf wieder auf Erzgebirgskamm-Niveau war. Von hier dann hinab nach Dresden, einfach nur noch fahren, nicht denken. Am Schluß sind es 236 km - genug, um erschöpft sein zu dürfen. Achja, danke fürs Wetter - oben auf dem Kamm immer angenehm, nicht zu warm, und keins der angekündigten Gewitter hat mich erwischt.


Bergzeitfahren in Krupka 2007

Radfahrer, die letzen Meter den Berg hoch kurbelnd
Die letzen Meter
Etwa 500 Höhenmeter auf 5,5 km, von Krupka hinauf zum Komáří Vížka - das sind die Fakten. Quasi als Tourist mit Trekkingrad war ich letzes Jahr schon dabei. Mit neuem Material wollte das Vorjahresergebnis verbessert werden. Und wie letztes Jahr, lud das Wetter nicht so wirklich zum Rad fahren ein. Bei angesagten 16 Grad mit gelegentlichen Schauern und tatsächlich 12 Grad, Nebelschwaden und nachmittags Dauernieselregen waren es auch nur 3 Radsportfreunde die sich früh morgens um 7 von Kreischa aus auf den Weg ins Erzgebirge machten. Zwei von den dreien nahmen jedoch nur als Zuschauer teil, so dass nur ich an den Start ging.
Neun Uhr zwanzig war ich dort, meldete mich mit einem tschechisch-deutsch-englisch Mix an und durfte auf meine Bitten hin ausnahmsweise auch meinen Pass mitnehmen, anstatt ihn als Pfand für die Startnummer unten in Krupka zu lassen. Nach dem Rennen wieder runter nach Krupka fahren wollte ich wirklich nur im Falle eines Podestplatzes oder plötzlichen Sonnenscheins. Beides höchst unwahrscheinlich!
Die Zeit bis zum Start um 10:45 verging mit Nahrungsaufnahme, Warmfahren und Kleidung an 19 Grad anpassen wie im Fluge. Jaaa, 19 Grad - unten im Tal. Man konnte sogar erahnen, das da hinter den Wolken irgendwo eine Sonne versteckt war. Auch meine nach der Dubí-Abfahrt klatschnassen Schuhe wurden so halbwegs trocken. Nun, das Rennen lief ganz gut, aber die Pläne, die man sich vorher so überlegt (am "Feld" dranbleiben, hinter der und der Kehre mal ein Antritt, etc.), ziehen sich angesichts des anfangs bis zu 13% Prozent steilen Anstieges recht schnell zurück. Da wird ja auch nicht zimperlich gefahren! Irgendwann heißt es nur noch so gut wie möglich oben anzukommen. Dank meiner 3-fach Kurbel konnte ich auch das letze steile Stück noch "locker" mit der Nähmaschiene hochkurbeln. Ich finde diese Rennradfahrer, die ächzend im Wiegetritt die Berge hinaufkneten, sehen immer so angestrengt aus. Aber trotzdem (oder vielleicht deshalb?) sind doch viele schneller...
Meine Zeit? Es dürften so knapp 25 Minuten gewesen sein, also mehr als 5 besser als im Vorjahr. Oben wurde ich von den zwei zuschauenden Mitfahrern empfangen (Danke für das Foto und Brille einsammeln!). Es war recht kalt und neblig - aber dafür gab ja Schokolade im Restaurant. Die Heimfahrt gestaltete sich als enspanntes hinabrollen nach Dresden, allerdings bei Nieselregen, mit ständig feuchter werdender Kleidung. Und mir wurde auch nicht so wirklich warm dabei - woher auch?

Internetseite des Rennens Krupka - Komáří Vížka mit Fotos und Ergebnissen

Ergebnisse auf amaterskaliga.cz


Osterzgebirge-Radtour

Es ist 2006 vielleicht die letze Chance nochmal eine große Tour im Erzgebirge zu unternehmen. Starker Westwind ist angesagt, aber kein Regen und (herbstlich) angenehme 16 Grad in den Bergen. Ich entscheide mich für das komplette Menu Osterzgebirge. Von Dresden in nahezu gerader Linie, alle Berge und Täler ignorierend, nach Frauenstein. Dass heißt Possendorf, durch die Dipp'ser Heide, Dippoldiswalde, Reichstädt und vorbei an der Talsperre Lehnmühle. Das alles bei sturem Südwestwind, der es irgendwie recht kühl macht. Nach Frauenstein zur Talsperre Lichtenberg. Dort gibt es südlich einen netten Rad- und Wanderweg, der letztlich ins Tal der Freiberger Mulde führt. Recht angenehm fährt sich auch die Straße leicht hinauf nach Rechenberg-Bienenmühle. Dort wartet der steile, aber nicht so lange Anstieg zum Ringelweg auf den (gegenwindgeplagten) Radfahrer. Dann geht's über die Grenze nach Český Jiřetín. Die Straße hinauf zur Flaye-Talsperre fährt sich auch ganz angenehm, so ohne Gegenwind. Von der Staumauer aus nun einfach der Krušnohosrká magistrála (Erzgebirgsmagistrale), dem Radweg 23, nach Osten folgen. Oberhalb des Flaye-Tals, schiebt der Wind prächtig. Endlich geht's mal richtig voran! Die Hänge rund um Mikulov zeigen bunte Herbstfärbung, siehe Foto.
Blick ins Tal von Mikulov und zum Bouřňák (Stürmer)
Blick ins Tal von Mikulov und zum Bouřňák (Stürmer)
Hinter Cínovec suche ich nach einem günstigen Weg runter zum Radweg 3010, ein Radweg direkt am Erzgebirgs-Abhang, den ich noch nie gefahren bin (naja, im Winter auf Ski schon). Ich vertraue meiner Karte und stolpere den blauen Wanderweg hinab. Eine dumme, aber immerhin Zielführende Idee: kurz nachdem ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, noch vor Dubí jemals wieder Asphalt zu Gesicht zu bekommen, fahre ich plötzlich auf einer wunderbar kleinen, für Autos gesperrten Straße. Der blaue Wanderweg ist aber nicht zu empfehlen, es sei denn man ist wirklich MTBler. Das nächste mal nehme ich die Europastraße nach Dubí und biege an der richtigen Stelle links ab. Der Radweg 3010 ist wunderbar: Es gibt hin und wieder schöne Blicke hinab ins Tal, geht kaum hoch oder runter und ist schön ruhig. Raus kommt man am Mückentürmchen, dessen Besuch sich immer lohnt. Heute zaubern zerklüftete Wolken bizarre Sonnenstrahlflecken auf Teplice und die Kegelberge lugen über den Horizont.
Unterwegs auf Radweg 3010
Unterwegs auf Radweg 3010
Blick vom Mückentürmchen hinab nach Teplice
Blick vom Mückentürmchen hinab nach Teplice
Nun, dann geht es einfach rüber nach Fürstenau und Lauenstein. Dort gibt es einen Bäcker direkt am Marktplatz mit preiswert lecker Kuchen. Nebenbei kann man sich ja auch das Schloß ansehen. Dann einfach das Müglitztal hinab ist zu langweilig, ich nehme noch den Berg von Glashütte nach Niederfrauendorf mit, um so im Lockwitztal nach Kreischa zu rollen. Über Kautzsch und Rippien gehts dann direkt in Dresdens Süden rein. Eine richtig schöne Osterzgebirgs-Tour auf 155 km verteilt.


Doubravka-Radtour

Von der Burg Doubravka im Osten von Teplice hat man einen guten Blick auf den steilen Abhang des Erzgebirges um Krupka. Von Dresden sind es nur reichlich 70 km bis dort hin. Mein Strecke war: Dresden - Kreischa - Dippoldiswalde - B170 nach Kipsdorf - durch Bärenfels immer schön hoch bis nach Schellerhau - durch den Wald unterhalb des Kahlebergs nach Zinnwald - Sturzflug runter nach Dubí und durch Novosedlice zur Burg Doubravka. Dort oben war ziemlich tote Hose, aber dafür gibts einen netten Blick zum Erzgebirge, über Teplice und die Kegelberge, allen voran die gewaltige Milešovka (leider keine Straße bis hoch). Der Rückweg über Modlany und Krupka (kurz eingekehrt) und dann hinauf, den *netten kleinen* Berg bis zum Mückentürmchen! Von dort oben nochmal fix das Panorama genossen und dann ab ins Müglitztal gestürzt (via Fürstenau). Bei Gegenwind dann die 40 km durchgezogen. Am Ende stehen 145 km auf dem Tacho und ich habe noch genug Zeit den Tour-de-France-Etappensieg von Jens Voigt im Fernsehen zu erleben. Ein schöner Tag!
Burg Doubravka
Burg Doubravka bei Teplice
Panorama des Erzgebirgskamms von Doubravka aus, im Vordergrund Teplice
Panorama des Erzgebirgskamms von Doubravka aus, im Vordergrund Teplice



Klínovec-Radtour

Der Turm und der Radfahrer auf dem Klínovec
Auf dem Klínovec
Zwei Sachen waren an der Fichtelberg-Radtour noch zu verbessern: Erstens war die Route nicht die schönste und zweitens ist der Fichtelberg nicht der größte. Die schönste Route ins Westerzgebirge verläuft oben auf dem Kamm, auf der tschechischen Seite. Man braucht nur der Krušnohosrká magistrála (Erzgebirgsmagistrale) zu folgen, immer auf kleinen Straßen, immer ein wenig auf und ab, aber nicht zu viel. Dort trifft man dann auch auf den höchsten Berg des Erzgebirges, den Klínovec. Mit 1244m ist er um 30m größer als der Fichtelberg. Höchste Zeit, das mal abzuradeln! Also, am 11.6.2006 das Rad geschnappt und los...
Dresden 5:55 Uhr, 0km
In aller Frühe geht's los. Erst das Lockwitztal hinauf, hinter Kreischa rechts ab das Hirschbachtal rüber nach Dippoldiswalde und dann die Bundesstraße bis nach Schmiedeberg. Dort rechts ab und im Pöbelbachtal und im Tal der Wilden Weißeritz bis kurz vor Rehefeld-Zaunhaus. Dort biege ich ab zum Grenzübergang Neurehefeld/Moldava.

Moldava 8:15 Uhr, 48km
Hier bleibe ich - abgesehen von der Ampel in Dippoldiswalde - das erste mal stehen. Es gibt lecker Rosinenbrötchen. Von Moldava fahre ich weiter hinauf Richtung Nové Město, biege aber vorher rechts eine kleine Straße Richtung Fláye mit dem Radwegweiser 23 ab. Diesem Radweg - der Erzgebirgsmagistrale - werde ich nun etwa 70km lang folgen. Er ist gut ausgeschildert. Die Karte kann man wegpacken - es sei denn, man will wissen, was auf einen zukommt. Zuerst geht es etwas durch einen Wald vom Winter gezeichneter Bäume, dann lichtet sich der Wald und der Blick ist frei über die Felder und Berge. Dazu eine Asphaltstraße ganz für dich allein und der Rückenwind - einfach fantastisch. Ab hier sollte man sich etwas mehr Zeit zum Genießen nehmen. Im Tal kann ich schon die Talsperre Fláye funkeln sehen.

Die Talsperre Fláye in 740m Höhe
Die Talsperre Fláye in 740m Höhe
Fláye 9:00 Uhr, 60km
Es geht über die Staumauer und dann wieder leicht hinauf nach Klíny. Zwischendurch kann man zum ersten mal Blicke hinab ins Tal, Richtung Litvínov, erhaschen. Dann geht es runter nach Mníšek.

Mníšek 9:45 Uhr, 74km
Es geht nun parallel zur Grenze leicht hinab nach Nová Ves v Horách. In zwei Stufen geht es dann etwa 250 Höhenmeter hinauf nach Malý Háj. Dort beginnt wieder ein sehr schönes Stück. Rechts ab geht der Radweg eine für Autos gesperrte Straße durch einen Wald immer ein bisschen hinauf und hinab. Man trifft hier nur Radfahrer unterwegs. Langsam mache ich mir sorgen, wo ich meinen Getränkevorrat nachfüllen kann. Da komme ich an einem Rastplatz mit Trinkwasser-Quelle vorbei!

Einmal volltanken bei Volárna
Einmal volltanken bei Volárna
Volárna 10:45 Uhr, 92km
Mitten im Wald an einer Lichtung ein Rastplatz mit überdachter Bank und einem Häuschen, aus dem frisches Wasser sprudelt! Eine prima Gelegenheit für die erste richtige Pause. Danach geht es weiter über Kalek bis zum Grenzübergang Reitzenhain. Dabei ist der Hirtstein mit seinem Turm immer gut zu sehen. Und auch der Klínovec kann sich das erste mal in Szene setzen, hinten am Horizont. Ab dem Grenzübergang ist das einzige Stück, wo man mal 2km Hauptstraße fahren muss. Dabei geht es bergan. Ich war froh, als ich es hinter mir hatte und dem Radwegweiser folgend wieder in die Ruhe des Waldes eintreten konnte. Nun geht es sehr beschaulich weiter, vorbei an Moorgebieten, auf einer Höhe von 900m. Vor der Talsperre Přísečnice kommt dann die letzte größere Abfahrt vorm Gipfel. Am Ufer der Talsperre ist das letzte flache Stück, dann geht es hinauf.

Měděnec 12:55 Uhr, 126km
In Měděnec fahre ich an einem Restaurant vorbei, in diesem Moment macht sich mein leerer Magen bemerkbar. Ich kehre um und kehre ein. Ein Omelett und eine dreiviertel Stunde später setze ich mich wieder aufs Rad. An der Kreuzung in Měděnec endet der Radweg 23, ab hier zeigt die Nummer 36 die Erzgebirgsmagistrale an. Für mich erstaunlich ist, wie wenig befahren die Straße ist. Der Rückenwind macht mir jetzt richtig Spaß, es geht leicht hinauf, jedoch merke ich das kaum. Unterwegs bietet sich mir ein wunderschönes Panorama mit dem Klínovec und dem Fichtelberg. Am Fuße des Klínovec geht es noch mal kurz runter, vorbei an einem großen Hotel. Ab da beginnt der Schlussanstieg. Es sind aber nur 250 Höhenmeter, und die recht gleichmäßig und flach. Der kleinere Ještěd ist ein da ein wesentlich alpinerer Typ. Viel schneller als ich dachte bin ich oben.

Radfahrers Traum: Panorama mit Klínovec (1244m) und Fichtelberg (1214m)
Radfahrers Traum: Panorama mit Klínovec (1244m) und Fichtelberg (1214m)


Klínovec 14:33 Uhr, 143km
Nun, oben ist nicht viel los. Genau auf dem Gipfel ein verfallenes Berghotel mit verfallenem Turm, dann da der charakteristische Funkturm, dort viel Bauschutt und Grundmauern aus vergangenen Zeiten. Im Winter sieht es hier sicher besser aus, wenn die Ruinen vom Schnee bedeckt sind. Dann machen die sichtversperrenden Liftanlagen auch mehr Sinn. Ich bin, zugegeben, etwas enttäuscht! Nicht mal den Fichtelberg kann man sehen, er wird von dem Funkturm und Bäumen versperrt. Nach Süden hat man einen ganz guten Blick. Die schönen Kegelberge, wie man sie beim Blick vom Mückentürmchen kennt, gibt es hier aber nicht zu sehen. Nun, der Weg war das Ziel, das nächste mal kann ich ja wieder zum Fichtelberg fahren - vielleicht. Das Publikum hier oben teilt sich recht gleichmäßig in Fußvolk, Radfahrer und Autotouristen. Etwas unterhalb vom Gipfel gibt es Palatschinken. Nach einer Stunde Gipfelaufenthalt mache ich mich auf den Rückweg. Das Ziel ist der Bahnhof Flöha, bis nach Dresden zurück muss nicht sein, diese Tour soll zum genießen sein.

Sicht vom Klínovec nach Süden
Sicht vom Klínovec nach Süden


Bärenstein 16:06 Uhr, 159km
Nach angenehmen runtergerolle überquere ich am Grenzübergang Vejprty/Bärenstein die Grenze. Von nun an geht es bequem im Pöhlbachtal runter bis nach Wiesenbad, dann abwechselnd auf Radweg und Bundesstraße bis nach Zschopau. Ab hier gibt es im Zschopautal keinen befahrbaren Weg mehr, man muss mehrmals ein wenig hoch und wieder runter ins Tal. In Erdmannsdorf lasse ich mich von einem Radwegschild in die Irre führen. Auf keinen Fall dort lang fahren, lieber den kleinen Anstieg auf der Hauptstraße in Kauf nehmen! Der "Radweg" verwandelt sich auf der rechten Seite der Zschopau immer mehr zu einem Wanderweg, das war schon etwas frustrierend. Und solche Erinnerungen nimmt man dann von Radfahr-Deutschland mit nach Hause.

Flöha 18:47 Uhr, 216km
In einer Stunde fährt der IRE nach Dresden, genug Zeit, sich nach Nahrung umzuschauen. Der (viel zu kurze) Zug war brechend voll. Ich stehe zusammen mit einem anderen Radfahrer die knappe Stunde genau in der Zugmitte auf dem Gelenk des Triebwagens. Na, gesessen habe ich genug! Trotzdem ein dickes "Daumen runter" für die Bahn, die es nicht hinbekommt, an einem Schönwettertag die Züge mal doppelt so lang zu machen.

So, als Fazit kann ich sagen: Ich habe meinen Lieblingsradweg gefunden! Die Erzgebirgsmagistrale ist wunderschön, man kann sie genießen oder auch sportlich entlangheizen. Man hat fast überall seine Ruhe. Und die Ausblicke in die Berglandschaft sind herrlich. Wer die Strecke auch mal fahren will, aber nicht gleich 200km schafft, dem empfehle ich die Eisenbahn nach Altenberg, und dann die Magistrale soweit wie es die Kraft hergibt. Man kann auch ab Bärenstein wieder in den Zug, dann sind es etwa 120km.


Bergzeitfahren in Krupka 2006

Krupka ist einer kleiner Ort am Südrand des tschechischen Erzgebirges, etwa 5km östlich von Dubí und der Europastraße E55. Bekannt ist insbesondere das 500m oberhalb des Orts befindliche Mückentürmchen, ein Ausflugslokal oben auf dem Komáří Vížka (Mückenberg) in 800m Höhe. Jedes Jahr gibt es von Krupka aus dort hinauf ein Bergzeitfahren - mit Fahrrad versteht sich!
Und da wollte ich mit dabei sein, obwohl ich kein Rennrad habe. Ich habe mich 3 rennradfahrenden Kameraden aus Dresden angeschlossen. Wir haben alle zum ersten mal dort mitgemacht. Der Start fand zwischen 10:00 und 11:00 statt (je nach Klasse, es gibt für Kinder, Frauen und Männer Starts). Die Anfahrt war mit dem Rad über Kreischa, Glashütte, Geising, Zinnwald und Dubí etwa 63km. Da hat man schon was drauf, bevor das Rennen überhaupt los geht. Am Start waren jeden Menge recht professionell aussehende Fahrer. Ganze Mannschaften waren mit Auto angereist. Ich glaube, wir waren die einzigen Deutschen, bin mir aber nicht sicher. Der Anstieg ist etwa 5,5km lang und geht ca. 500 Höhenmeter hinauf. Anfangs, die ersten vielleicht 1,5km sehr steil, dann wird es angenehmer. Da ich der einzige ohne Rennrad - also mit normalen Trekkingrad - war habe ich mir nicht allzuviel vorgenommen: Dabei sein ist alles, oben ankommen das Ziel! Natürlich wollte ich schon für meine Verhältnisse ein ordentliches Rennen abliefern, die 30-minuten Marke wäre toll.
Beim Start um 11:00 ging gleich die Post ab, viele donnerten los, dass die Kurbel kracht! Ich habe mich gleich als letzer eingereiht, wollte das steile Stück erstmal so gut wie möglich absolvieren. Unterwegs konnte ich noch drei Fahrer (wenn ich mich nicht verzählt habe...) einholen. Und ich habe die 30-minuten Marke etwa geschafft. Wir alle ruhten uns oben noch eine Weile aus. Wir waren wohl die letzen Teilnehmer, die sich wieder runter nach Krupka auf den Weg machten. Für uns recht ärgerlich, ginge es doch von hier nur runter bis Dresden! Krupka liegt aber auf der anderen Seite des Erzgebirgskamms. Aber die Startnummern wollten wieder abgegeben und im Gegenzug die Ausweise wieder abgeholt werden. Zudem gab es in Krupka auch die Siegerehrung. Also wieder runter, mit dem Wissen, dass wir irgendwo wieder über den Erzgebirgskamm müssen. Aber es hat sich gelohnt! Eine unserer Mitstreiterinnen hat den zweiten Platz gemacht, prima! Dafür gab's einen kleinen Geldpreis - etwas mehr als das Startgeld.
Der Rückweg war: lecker Mittagessen in Dubí, rauf nach Mikulov (fährt sich besser als Krupka) und in Moldava rüber über die Grenze, dann über Schmiedeberg, Dipps' und Kreischa runter nach Dresden (Danke für den Windschatten!). Insgesamt heute 147km, dabei 3 mal aufs Erzgebirge hoch!
Noch zwei Worte zum Wetter: kalt, windig. Es waren so 12 grad in Dresden, entsprechend kühler - und windiger - im Erzgebirge. Aber zum Glück gab's nur früh ein paar Regentropfen.

Mal zum Vergleich der schnellste Fahrer und meine Zeit:
   Platz   Zeit                  km/h
   1       0:18:59               17,4
   22      0:30:21  (+11:22,0)   10,9
Also, da habe ich noch was nachzuholen! Und nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei...

Hier nochmal der Link auf die Internetseite des Rennens Krupka - Komáří Vížka mit Fotos und Ergebnissen.


Brocken-Radtour

Diese Tour entstand, weil ich für mein Studium einige Monate in Leipzig wohnte. Da ist das Erzgebirge weiter weg als von Dresden, der Harz rückt in erfahrbare Entfernung. Die erste Idee war auch, von Leipzig aus auf den Brocken (etwa 190km) zu radeln und am nächsten Tag zurück. Doch eine 2-Tage-Tour war mir organisationstechnisch etwas zu aufwendig. So ersann ich die Variante, mit dem Zug in aller Frühe nach Nordhausen zu fahren, dann zum Brocken und nach Sangerhausen. Eventuell könnte der Kyffhäuser noch mitgenommen werden. Nun, der Zugfahrplan schränkte mich in der Zeitplanung etwas ein. Um 23:24 Uhr fährt in Sangerhausen der letzte Zug über Halle nach Leipzig. Ich hätte schon 4:50 Uhr mit dem Zug nach Nordhausen fahren können, dann wäre ich etwa viertel 8 am Start gewesen. Aber ich entschied mich, eine Stunde länger zu schlafen. Damit hatte ich also maximal 15 Stunden Zeit.

Nordhausen 8:20 Uhr, 0km
Von Bahnhof aus versuche ich irgendwie auf die B4 in Richtung Illfeld zu kommen, was mir nach einigem planlosen Herumgefahre auch gelingt. Auf der recht stark befahrenen Straße nehme ich Kurs auf die bewaldeten Hänge des Harzes. Immer parallel zur Harzquerbahn kommt man so durchs das Tal des Flüsschens Beere zur Tiefenbachmühle. Dort verlasse ich die Straße, um - weiterhin parallel zur Harzquerbahn - den Wanderweg im Tiefenbachtal zu fahren. Auf dem schottrigen Weg geht es wesentlich gemütlicher voran. Ich sauge die Stille in der Natur in mich ein. Herrlich! Endlich mal wieder in den Bergen, im Wald! Die Ruhe wird nur von der rauschenden Harzbahn gestört. Es gibt hier sehr viele Wegkreuzungen. Sehr oft muss ich auf meine Karte sehen. Und irgendwann habe ich das Gefühl falsch zu sein. Aber ich vertraue der (meiner Meinung nach) nicht ganz so konsequenten Ausschilderung nach Trautenstein. Irgendwann stehe ich dann total verwirrt an einer Kreuzung und frage mich, ob ich nicht verschen sollte, zurück zu fahren. Dann höre ich in der Ferne einen Zug der Harzbahn rauschen. Er wird langsam lauter. Ich bin total überrascht, als der Zug direkt an mir vorbei fährt - die Gleise waren im Wald nicht zu sehen. Zudem ist es ein Mini-Güterzug. Aber er hilft mir bei der Orientierung, denn nun kann ich Ahnen, wo ich bin. Kurze Zeit später bin ich auch wieder auf dem richtigen Weg, auf der Waldstraße, die vom Buchenberg nach Trautenstein hinab führt. Jetzt kann ich mich rollen lassen.

Mein Rad und ich am Ziel
Mein Rad und ich am Ziel
Trautenstein 10:20, 32km
Durch Trautenstein fahre ich gerade durch, um auf einen Wanderweg zu kommen, der westlich der Rappodevorsperre verläuft. Der Wanderweg ist recht gut mit dem Rad zu fahren. Der Ausschilderung folgend kommt man schnell nach Königshütte. Dort nehme ich die Bundesstraße nach Elend. In Elend kann ich die - laut meiner Karte - kleinste Holzkirche Deutschlands bewundern. Nun, wer hat nicht gern einen Superlativ im Ort stehen? Und so klein ist sie eigentlich auch nicht. Ich schaue mich noch nach einem Laden um, um meinen Wasservorrat für den Anstieg zum Brocken zu ergänzen, aber außer einem kleinen Touristenladen kann ich auf die Schnelle nix finden. Also fahre ich weiter, den Wanderweg nach Schierke. In meiner Karte ist er als befestigter Weg eingetragen. Nun, das sehe ich anders. Es ist einfach ein Wanderweg. Ich ärgere mich etwas, weil ich hier nun Zeit verliere, auf der Hauptstraße wäre ich bestimmt schneller gewesen. Aber dafür kommt mir die Idee, meine Fahrradflasche an dem Bach aufzufüllen. Nun muss ich mich nicht darauf verlassen einen Laden in Schierke zu finden.

Schierke 11:45, 52km
Hier mache ich nochmal Pause, stopfe mir 2 Müsliriegel und eine Banane rein. Die Brockenstraße ist asphaltiert, aber für Autofahrer gesperrt. Man trifft auf Pferdewagen, welche träge Touristen den Berg hoch karren, auf Wanderer und natürlich andere Radfahrer. Schon jetzt kann ich mir vorstellen, wie viel oben los sein wird. Nun, der Berg hat es in sich. Ich habe mir vorgenommen, die über 500 Höhenmeter nonstop durchzufahren. Ich habe es zwar geschafft, war aber ganz schön fertig, weil ich recht früh einen Hungerast mit mir rumschleppte.

Brocken 12:35, 62km
Oben war erstmal ausruhen und nach Luft schnappen angesagt. Irgendwo zwischen den vielen Leuten. So viele hab ich noch nie auf einem Berg gesehen. Ein Gewusel, wie auf einem gigantischem Ameisenhaufen. Danach hab ich mich erstmal auf dem Gipfel umgesehen und versucht, den Ausblick zu genießen. Bei guter Sicht muss man sehr weit sehen können, aber heute war es nicht so ganz klar. An einem Imbiss besorge ich mir nach langem Anstehen 2 Stück Pflaumenkuchen. Gestärkt verlasse ich halb zwei den Gipfel.

Schierke 14:00, 74km
Glücklich darüber, einen Laden gefunden zu haben, kaufe ich Wasser und etwas zu Essen. Dann fahre ich erstmal genauso, wie auf dem Hinweg. In dem Waldstück zwischen Königshütte und Trautenstein mache ich eine etwas längere Pause. Ich merke die Anstrengung des Anstiegs noch immer und habe den Kyffhäuser schon aus dem Programm gestrichen. Irgendwie habe ich das Gefühl, nicht mehr ganz so fit zu sein. Von Trautenstein aus nehme ich die Hauptstraße nach Hasselfelde und Stiege. Vor Hasselfelde kann ich das erste mal den Brocken aus der Ferne sehen.

Blick zurück zum Brocken (mitte) und Wurmberg (links)
Blick zurück zum Brocken (mitte) und Wurmberg (links)


Stiege 16:00, 104km
Jeder kleine Anstieg fällt mir schwer. Trotzdem schiebe ich eine weitere Einkaufen-und-Essen-Pause immer vor mir her. In Friedrichshöhe biege ich rechts ab nach Breitenstein. Oberhalb von Breitenstein geht eine kleine Straße hinab nach Stolberg. Ich genieße die Abfahrt - hier kann man ohne Bremsen und Treten mit angenehmen 35km/h runtersegeln. Und das auf feinstem Asphalt im kühlen Schatten des Waldes.

Fachwerkhäuser in Stolberg
Fachwerkhäuser in Stolberg
Stolberg 16:45, 120km
In Stolberg bin ich total überrascht von den vielen schönen Fachwerkhäusern. Ich entschließe mich, hier eine längere Pause zu machen. Beim Bäcker kaufe ich Kuchen, in einem kleinen Lebensmittelladen Getränke. Natürlich bin ich nicht der erste, der dieses schöne Städtchen entdeckt hat. Zu meinem Glück wird der Bus mit den Touristen erst abgekippt, als ich schon wieder losfahren will. Fast eine Stunde habe ich in Stolberg verbracht. Nun geht es weiter hinab, immer im Tyratal bis nach Berga.

Berga 18:12, 135km
Nach der ausgedehnten Pause in Stolberg und der schnellen Abfahrt fühle ich mich wieder richtig fit. Da ich auch noch gut in der Zeit liege, entschließe ich mich, doch noch zum Kyffhäuser hinauf zu fahren. Wenn ich schon mal hier bin. Also geht es jetzt als nächstes nach Kelbra und dann immer weiter die B85 hinauf ins Kyffhäuser-Gebirge. Der Anstieg ist sehr gut zu fahren: schattig, sehr konstante Steigung, asphaltierte Straße, wenig Autos unterwegs. Aber dafür kommen dort ständig (immer wieder die selben) Motorradfahrer zum Spaß hoch und runtergerast. Das nervt. Aber ich werde nicht überfahren.
Nach 250 Höhenmetern stehe ich an der Kreuzung, wo die die Straße zum Kyffhäuser von der Bundesstraße abzweigt. Nun geht es nur noch leicht abwärts bis zum Denkmal.

Kyffhäuser 19:00, 147km
Ich schaue mich kurz um und mache ein paar Fotos. Außer mir sind nur noch ein paar Leute mit Caravan hier, ansonsten ist es ruhig. Ich fahre wieder zurück zur Bundesstraße und diese dann ein kurzes Stück Richtung Bad Frankenhausen. Links geht ein Wanderweg runter nach Tilleda - der fährt sich zwar nicht besonders gut, aber es ist der kürzeste Weg. Ab Tilleda geht's es dann schön flach weiter, durch Hackpfüffel (1. Preis in der Kategorie lustigster Ortsname!) und Riethnordhausen nach Edersleben. Von da ist es nicht mehr weit nach Sangerhausen.

Sangerhausen 20:37, 173km
Bevor ich mich auf dem Weg zum Bahnhof verfahren kann, erblicke ich einen Döner-Imbiss. Sofort mache ich Halt und nehme mir einen Döner mit, den ich mir dann auf dem Bahnhof schmecken lasse. Um 21:24 fährt mein Zug, mit dem ich über Halle nach Leipzig zurück fahre.

So, nun war ich auf dem Brocken mit dem Rad, damit hat sich ein kleiner Traum erfüllt. Allerdings habe ich mal wieder gemerkt, dass kleinere Radtouren besser sind, man will ja noch was sehen. Gerade im Harz, den ich kaum kenne.



Ještěd-Radtour

Der markante Turm auf dem Ještěd
Der markante Turm auf dem Ještěd
Nachdem ich den Fichtelberg erobert hatte, wollte ich eigentlich keine so riesigen Radtouren mehr machen. Nun - alles half nichts: schon wenige Wochen nach der gelungenen Fichtelbergradtour 2003 beugte ich mich über die Karten und plante die Route zum Ještěd. Im Unterschied zum Fichtelberg ist die Anfahrt recht flach. Aber dafür ist die Auffahrt zum 1012 m hohen Gipfel wesentlich härter. Auf den letzten 11 km sind 600 Höhenmeter zu bewältigen.
Meine Strecke verläuft bis nach Decin an der Elbe, dann im Tal der Ploucnice über Ceska Lipa nach Osten, dann nach Straz und schließlich über Krizany zum Anstieg auf den Ještěd.
Vorbereitet wie bei der Fichtelberg-Radtour, mit 1,5l Wasser, 3 Bananen und 10 Müsliriegeln machte ich mich auf den Weg. Aber diesmal hatte ich eine kleine Digi-Knipse eingesteckt, so dass ich hier nun einige Fotos präsentieren kann.

Dresden 5:00 Uhr, 0km
Es geht los, pünktlich, wie ich es mir vorgenommen habe, steige ich aufs Rad.

Morgentlicher Blick zum Lilienstein
Morgentlicher Blick zum Lilienstein
Pirna 5:47 Uhr, 18km
Ich spüre einen leichten Gegenwind, der mich von der idealen Elberadweg-Geschwindigkeit abbremst. Auf dem Rückweg wird er mir hoffentlich dienlich sein. In Obervogelgesang biege ich nach Struppen ab, um mal die Abkürzung über Thürmsdorf auszuprobieren. Mein Urteil: bestimmt etwas kürzer als der Schlenker nach Rathen, aber die Abfahrt in Thürmsdorf ist unschön. Dafür habe ich die Gelegenheit, den Lilienstein aus dem Nebel hervorragen zu sehen.

Königstein 6:25 Uhr, 30km
Normalerweise würde ich jetzt die Elbseite wechseln, aber schneller gehts auf der B172, die in Richtung Bad Schandau zu dieser Zeit auch kaum befahren ist. Ab dort gibt es wieder Elberadweg auf linken Elbseite.

Grenzübergang 7:14 Uhr, 47km
Zwischen 6:00 und 22:00 darf der Wanderer- und Radfahrer-Grenzübergang benutzt werden. Ob ich es bis 22:00 schaffe?
In Dolni Zleb hat man die Wahl zwischen Asphalt bergauf oder Feldweg am Elbufer. Ich nehme ersteres, aber der Anstieg ist doch steiler als ich vermutet habe.

Decin 7:45 Uhr, 57km
Nach kurzer Orientierungslosigkeit finde ich die Strasse Nummer 262 nach Ceska Lipa. Bis Benesov verläuft sie etwas bergig, aber danach flach im Tal der Ploucnice. Irgendwo mache ich eine Pause. Hier im Tal ist die Strasse etwas kurvig, da fahren die Autos nicht so schnell. Und wenn sie doch mal gerade ist, dann kann ich auf einen kleinen Randstreifen flüchten, so dass ich keine rasenden LKWs fürchten muss. Trotz dem sehe ich hier keinen einzigen Radfahrer (nur innerhalb der Ortschaften).

Ceska Lipa etwa 9:30 Uhr, 90km
Direkt an der Straße ist ein Einkaufszentrum und ein Platz mit Bänken, Bäumchen und Radiobeschallung. Zudem sind hier viele einheimische Unterwegs. Ideal also, um das Rad anzuschließen und ein bisschen einzukaufen. Mit 1,5l Wasser, 5 Müsliriegeln, 2 Bananen, einem Joghurt und einem Pfefferkuchen (wie sich später heraustellte) verlasse ich den Delvita Supermarket. Leider erweist sich das Mineralwasser als nicht sprudelfrei, da muss ich wohl noch etwas tschechisch lernen. Nach eingehendem kulinarischem Genuss (ich quäle mir etwas zu Essen rein), mache ich mich 10:15 wieder auf den Weg.

Zakupy 10:50 Uhr, 100km
Durch eine Ungenauigkeit in meiner tschechischen Landkarte verheddere ich mich etwas. Problematisch wird es immer, wenn man von einer Straße höherer Ordnung auf eine niedriger Ordnung will. Naja, dass Geheimnis ist: Kurz hinter dem Bahnhof vor dem eigentlichen Ort geht halblinks eine kleine Straße rein. Trotz dass sie nicht ausgeschildert ist, bringt sie mich in Richtung Kamenice. Danach über Luhov nach Straz, vorbei an einem See (laut Karte, gesehen hab ich ihn nicht) und einem Zaun mit so lustigen Achtung-Radioaktivität-Warnschildchen. Wer weis, was sich hinter dem Zaun verbirgt... Naja, zumindest habe ich dort eine Pause an einer Bushaltestelle gemacht, ich hoffe, es hat mir nicht geschadet.

Straz pod Ralskem 11:50 Uhr, 115km
Ich biege links ab nach Doubnice (Radweg Nummer 241). Der Ještěd ist inzwischen zu meinem dauerhaften Begleiter am Horizont geworden. Langsam beginne ich auch schon einige Höhenmeter zu sammeln, aber das ist nur vorgeplänkel (Straz liegt auf 300 Metern über NN!). Die letzte Abfahrt vor dem Berg führt mich nach Zibridice.

Krizany 12:30 Uhr, 127km
In Krizany mache ich vor der Kirche an einer Bank Pause. Hier sind es noch nicht mal 400 m über NN! Ich zwinge mich ordentlich zu Essen, was mein Magen allerdings nicht wirklich erfreut. Meine Getränkevorräte schmelzen bei diesem Supersonnenwetter leider schnell dahin. Ich fahre weiter und treffe auf die ersten Serpentinenkurven am Ortsende. Am nächsten Parkplatz mache ich noch mal halt, noch sind es gerade mal 640 m! Gestärkt gehe wieder auf die Straße und merke, dass es jetzt richtig gut geht. Den Parkplatz auf dem Pass lasse ich dann auch links liegen (eigentlich rechts) und Kämpfe - gegen mich und die Uhr. Ich habe gesehen, dass ich es sogar noch bis 14:00 Uhr schaffen könnte, eine Zeit, an die kaum zu träumen gewagt hatte. Auf dem letzten Stück brauche ich dann auch meinen langsamsten Gang, mit etwa 7km/h geht es aber doch noch gut vorwärts. Und der Gipfel rückt unaufhaltsam näher...

Ještěd 13:57 Uhr, 139km
Wahnsinn! So ein Berg! Und vor 14:00 Uhr oben! Ich will nicht sagen, dass es Spass macht, da hoch zu fahren, aber sobald man oben ist, ist die Anstrengung vergessen. 20,7 km/h Schnitt ohne Pausen bis hier hoch, das ist doch was. Ich hau' mich erstmal auf den erstbesten Felsen und hole Luft. Dann gehe ich auf dem Aussichtsbalkon des Berghotels und bestaune die Aussicht. Zum Iser- und Riesengebirge bietet sich mir folgendes Panorama:

Blick auf Iser- und Riesengebirge
Blick auf Iser- und Riesengebirge

Sogar die Schneekoppe kann man von hier aus sehen. Bei diesem tollem Wetter tummeln sich auch eine Menge Touristen hier oben rum, aber auch der eine oder andere Radfahrer hat sich hier raufgekämpft. Es lohnt auf jeden Fall! Nach einigen Fotos kaufe ich mir an einer Imbissbude etwas Wasser (2 mal 0.5l zu je 22KC, recht teuer, aber ich brauche es). Und nun weis ich auch, wie Mineralwasser ohne Sprudel heisst: minerální voda neperlivá.
14:40 verabschiede ich mich vom Gipfel und lasse mich zum Parkplatz auf dem Pass rollen. Dort erneuere ich meinen Sonnencreme-Anstrich - diesmal will ich ohne Sonnenbrand davon kommen!
Der Rest der Abfahrt gestaltet sich als erholsame Rollerei.
Endlich am Ziel!!
Endlich am Ziel!!


Straz 15:38 Uhr, 162km
Langsam spüre ich den Rückenwind, der mich hinzu etwas geärgert hat. Nun erweist er sich als sehr nützlich. Ich kann nun, trotz dass ich ja recht erschöpft bin, schneller als auf dem Hinweg fahren.

Ceska Lipa 16:36 Uhr, 184km
Wieder gehe ich einkaufen (ein Croissant, 0.25l Ananassaft, Joghurt, 1.5l voda neperliva und 2 Bananen für 44 KC), bezahle bei der selben Kassiererin und mache Rast zur Nahrungsaufnahme. Fahren geht noch super, ich will eigentlich gar nicht rasten, aus Angst zu rosten. Aber Essen muss sein. Die Weiterfahrt geht sehr flink, dank dem Rückenwind kann ich teilweise mit bis zu 30km/h dahinrollen, ohne dass es anstrengt.

Decin 18:33 Uhr, 217km
Au Weiha! Ich verfahre mich total. Ich hatte mir bei der Ortsdurchquerung folgendes vorgenommen: Der Ausschilderung nach Usti nad Labem folgen und nach Überquerung der Elbe rechts ab. Was aber, wenn man es schlicht und einfach nicht merkt, dass man schon über die Elbe gefahren ist? Als sich schon fast am südlichen Ende von Decin war, sehe ich mir den Sonnenstand an, werde stutzig, drehe um und blicke auf bald darauf auf die Elbe. Naja, passiert halt. Ich schlage wieder den geplanten Weg ein, allerdings nehme ich in Dolni Zleb diesmal die untere Route. Im nachhinein kann ich nicht sagen, was besser ist. Unten ist es wirklich teilweise ein sehr schlechter Weg.

Grenzübergang 19:21 Uhr, 232km
Hier pack ich mich erstmal auf die freundliche Bank. Endlich genieße ich meinen Ananassaft. Aber meine Ruhe wird gestört: ein paar Deutsche meinen doch, die Bank stünde normalerweise nicht dort. Sie wollen ihr Auto (am Elberadweg, alles klar!!!) hier parken. Mir ginge das ja alles so schön vorbei, wenn ich nicht auf dieser Bank sitzen würde. Also stehe ich auf und sehe Ananassaft trinkend zu, wie sich die Leute an der Bank zu schaffen machen. Gleichgültig lasse ich mich 20 Meter weiter wieder auf die Bank wieder fallen. Sorry, normalweise hätte ich ja (vielleicht) geholfen, aber in dieser Situation war die Bank meine kleine Ruhe-Insel geworden. Jaja, die Deutschen, was soll's.
Nach dem ich zu Ende gepaust habe, setzte ich meinen Weg fort, immer schön im Rückenwind rollend. Es geht wirklich gut.

Pirna 21:00 Uhr, 265km
Super, um neun in Pirna. Mensch, ich dachte kaum vor elf zu Hause zu sein. Nun ist aber die 10-Uhr-Marke greifbar. Ich esse und trinke kaum noch, fahre fast wie im Trance. Erstaunlich was der Körper so leisten kann. Vielleicht stumpft man einfach ab, merkt nicht, dass man eigentlich erschöpft ist? Ich sträube mich fast dagegen anzuhalten, aber in Heidenau musste ich dann mein Licht anbauen.

Dresden 21:51 Uhr, 283km
Schon zu Hause! Was für ein Ritt! Auf dem Rückweg in 7h 140km gefahren. Hier die nüchternen Fakten meines Tachos:
            hinweg    rückweg    gesamt
trp (km)    138.88    144.43     283.31
avs (km/h)  20.69     24.7       22.54
stp (h)     6:43      5:51       12:33:50
max (km/h)  51.4      54.6       54.6
Also, ich bin schön breit, aber glücklich. Allein dieser Anstieg auf den Ještěd ist ein Erlebnis! Im nachhinein betrachtet war der Wind optimal (ohne unfair zu sein). Hinzu (wo ich noch fit wahr) Gegenwind, dafür Rückenwind auf dem Weg nach Hause, so konnte ich diesen 24.7km/h-Schnitt erreichen. Alles in allem also optimal gelaufen, feines Wetter, keine Pannen und Sonnenbrand gab es diesmal auch nicht.
Aber ich denke mal, das war's jetzt mit solche Riesen-Radtouren. Ich werde mich vielleicht auf 200km beschränken. So eine Tour kostet immer 3 Tage: ein Tag vorbereiten und früh ins Bett, dann die eigentliche Tour und am Tag danach, naja, da ist nicht viel mit mir anzufangen.


Böhmische-Schweiz-Radtour

Umgebindehaus und Dorflinde in Schöna
Umgebindehaus und Dorflinde in Schöna
Mit dem Rad im Elbsandstein
Mit dem Rad im Elbsandstein
Der letzte Anstieg
Der letzte Anstieg
Beim Blick auf meine Karte der Böhmischen Schweiz ("Národní park Ceské Svýcarsko", 1:25000, Geodézie On Line) fielen mir die Radwege auf und dass es doch möglich sein müsste eine Runde durch die Böhmisch-Sächsische Schweiz zu fahren. Mit Joe wollte ich diese Tour fahren. Das Wetter war zwar nicht so toll, aber wenigstens regnete es nicht. Wir starten in Dresden und fahren auf dem Elberadeweg bis Pirna. Dort gehts rechts ab ins Bahratal. In Bahra verlassen wir das Tal und fahren ins Bielatal nach Rosenthal. Links ab geht es die Winterleitenstraße steil hoch. Nun sind wir im Südöstlichsten Zipfel der Sächsischen Schweiz. Der Matheusweg nimmt uns all die schönen Höhenmeter gleich wieder ab (übrigens offizieller Radweg).
Tschechische Radwege sind bestens ausgeschildert!
Wir folgen dem Fuchsbachtal bis zu nächsten Kreuzung. Dort biegen wir links ab und folgen dem Taubenbach zum Taubenteich. Der Weg führt uns (schön bergig natürlich) ins Krippenbachtal. Dort rechts ab den Gliedenbachweg am Großen Zschirnstein vorbei. Auf dem Marktweg lichtet sich der Wald und wir können den Blick zu den Schrammsteinen und dem Zirkelstein genießen. Nun rasen wir durch Schöna ins Elbtal. Die Fähre in Schmilka bringt uns über die Elbe (mit der Fähre in Hrensko ist es kürzer aber es kostet auch dem Semesterticketinhaber Geld). Wir überqueren die frisch gebackene EU-Binnengrenze und kommen durch Hrensko. Dort biegen wir rechts ab in Richtung Jetrichovice. Es geht leicht hoch vorbei an all den Leuten die zum Prebischtor wollen. Etwas hinter Mezní Louka halten wir uns links und schleppen uns den Radweg 3030 steil hinauf. Oben angekommen lockt eine Bank zur Pause. (Wer will kann noch den halben Kilometer zum kleinen Prebischtor fahren - für einen netten Blick nach Süden und Westen lohnt es sich auf jeden Fall!) Wir folgen dem Radweg weiter und kommen fast bis zum Kirnitzschtal. (Wer erst hier Pause machen will, sollte auf jeden Fall den einen Kilometer bis zum Kirnitzschtal fahren. Hier gibt es eine sonnige Wiese mit Felspanorama.) Aber eigentlich wollen wir nach Na Tokáni (da gibts übrigens ein Gasthaus). Bei diesen gut ausgeschilderten Radwegen ist verfahren eigentlich unmöglich. Der Radweg 3029 bringt uns nach Doubice. Nun gibt es zwei Varianten: Entweder nach Kyjov und durchs Kirnitzschtal (Krinice) oder links ab den Radweg 3031 durch bergiges Gelände. Wir entscheiden uns für letzteres. Allerdings würde ich die erste Variante empfehlen, da man sich einige Schotterpisten erspart und auch noch am Kyjovksý Hrádek vorbei kommt. (Diese Variante habe ich 3 Wochen später ausprobiert.) Auf jeden Fall kommen wir zum Wanderer-Grenzübergang nach Deutschland. Von hier aus wollen wir zum Wettinplatz. Mangels Radwegen fahren wir über Neudorf und nehmen so noch einen Berg mit. Nach dem Wettinplatz kann man aber wieder entspannt einen Radweg ins Kirnitzschtal runterfahren. Nun könnte man ja einfach so nach Bad Schandau rollen, aber wir wollen noch zum Zeughaus. An der Thorwalder Brücke verlassen wie die Kirnitzsch und mühen uns noch einmal hinauf. Dafür gibt es am Zeughaus allerlei Leckereien. Wir essen Salat (sehr empfehlenswert!) und Kuchen. Gestärkt folgen wir dem Radweg so lange wie möglich durch die Berge und kommen am Beuthenfall wieder ins Kirnitzschtal. Der Rest ist klar: Runter nach Bad Schandau und den Zug nach Dresden schaffen! (Wer Zeit hat kann natürlich gerne mit dem Rad nach Dresden fahren, aber langsam wird der Elberadweg langweilig *gähn*).
Nun, da hätten wir also etwa mindestens 125km und jede Menge Berge gehabt. Nur was für fittere Radfahrer, aber auf jeden Fall lohnenswert!!


Mückenberg-Radtour

Am Niklasberger Kreuz
Am Niklasberger Kreuz
Auf dieser Tour wollte ich zusammen mit Joe den Erzgebirgskamm zwischen Zinnwald und Petrovice abfahren. Wir starteten im Lockwitztal, hoch nach Oberfrauendorf und dann steil runter nach Schmiedeberg. Dort gab's Bananen aus dem Obstladen. Wir folgten nun meiner Fichtelberg-Route nach Oberpöbel, Seyde und dann den Becherbachweg (wo es noch die letzten August-Himbeeren gab!) nach Neuhermsdorf. Bis hier hin sind wir wohl mehr auf gesperrten Straßen gefahren, da es jede Menge Baustellen gab. Aber immer waren Schilder und Absperrungen die größten Hindernisse. Dahinter war bester Asphalt - nicht nur auf den frisch asphaltierten Stücken. Vom Skihotel im ehemaligen Neuhermsdorfer Bahnhof fuhren wir einen Weg parallel zur Skiloipe. Bald bog dieser auf die Straße nach Neurehefeld ab, wo wir die Grenze nach Tschechien überquerten. Dort ging es auf über 800 Metern überm Meeresspiegel nach Nove Mesto. Da empfingen uns die freundlichen tschechischen Radwegschilder. Wir nahmen den nach Cinovec. Auf sehr ruhigen und bestens asphaltierten Straßen, auf denen auch einige tschechische Radsportler unterwegs waren, kamen wir wieder nah an die deutsche Grenze ran. Am alten Grenzübergang Zinnwald vorbei folgten wir einer ruhigen Straße nach Fojtovice. Von da aus sind es zum Mückenberg nur noch 60 Höhenmeter. Pünktlich um 13.00 erreichten wir den Berg und ließen es uns im Restaurant schmecken. Der Blick war leider von dichten Wolken getrübt. Das passiert mir irgendwie immer, wenn ich auf dem Erzgebirgskamm stehe. Von da oben geht es steil über 500 Meter runter, was einen guten Blick in die Ferne verspricht. Heute reichte die Sicht gerade mal bis Teplice. Mit vollem Magen machten wir uns auf nach Adolfov. Unterwegs kamen wir an schönen Wiesen und gelben Kornfeldern vorbei. Diese Gegend ist auf jeden Fall auch mal eine Wanderung wert. Dann aber bitte mit blauen Himmel!
In Krasny Les nahmen wir den Abzweig nach Petrovice. Von nun an ging es bis nach Hause nur noch angenehm runter. Erst im Bahratal und ab Pirna auf dem Elberadweg bis nach Dresden. Insgesammt waren es 130km. Die schönsten Kilometer gab es oben auf dem Erzgebirgskamm.

Zwischen Mückenberg und Adolfov (August 2007)
Zwischen Mückenberg und Adolfov (August 2007)


Fichtelberg-Radtour II

Letztes Jahr hat es nicht geklappt, also hab ich mich dieses Jahr nochmal ran gemacht. Sobald es Juni war, habe ich ständig den Wetterbericht verfolgt, um einen geeigneten Tag zu finden - lauhe Nacht (15 Grad), warmer Tag (25..30 Grad - im Gebirge ist's ja immer kühler). Der 10. Juni sollte zwar früh recht kalt werden, aber dafür hatte ich den Tag frei (es war der Tag nach dem Pfingstmontag). Also bin ich am 9. zeitig ins Bett, um früh fit zu sein. Es war aber eine Qual, bei der Hitze zu versuchen einzuschlafen.
Bei meinem zweiten Versuch habe ich fast alles anders gemacht:
  • so wenig wie möglich Gepäck mitgenommen (nur meine Lenkertasche und 1,5l Wasser),
  • daher Essen immer unterwegs eingekauft
  • in der Woche gefahren (eben damit ich einkaufen kann)
  • meine Nahrung auf stilles Mineralwasser, Müsliriegel, Bananen und Äpfel umgestellt
  • eine nahezu vollständig andere Strecke gewählt
  • keine Foto's gemacht (leider..?)
  • ich war motiviert, diesmal die Strecke auf jeden Fall zu schaffen
Hier ein Streckenprofil, damit man sich das alles ein wenig besser vorstellen kann. So wirklich flach sieht die Strecke nicht aus. Ist sie auch nicht. Der große Vorteil liegt jedoch darin, dass die letzen 55 km des Rückwegs, die ich im dunkeln und in schlechter Verfassung (physisch und psychisch) zurücklege fast nur noch runter gehen. Interessant ist vielleicht noch, dass es drei Orte gibt, die auf etwa gleicher Höhe, jedoch in ganz anderen Regionen liegen: Dippoldiswalde an der Weißeritz, Pockau an der Flöha und Wolkenstein/Schönbrunn im Zschopautal liegen auf etwa 400 m. Aber wie das so ist, liegen zwischen den Tälern recht hohe Berge...
Streckenprofil

(Die Entfernungsangaben sind mit Karten gemessen, nicht die wirklich gefahrenen)


Dresden 4:50 Uhr, 0km
Ich starte, die Sonne geht gerade auf, so dass ich schon ohne Licht fahren kann. Die Vögel zwitschern laut, die Straßen sind ruhig, es ist kalt - nur 10 Grad. Ich rolle Richtung Osten (!!), um ins Lockwitztal zu kommen.

Kreischa 5:20 Uhr, 12km
Im Lockwitztal ziehen einige Nebelschwaden durch, in deren Nähe es empfindlich kalt ist. Aber mit der Zeit werde ich warm. Hinter der Hirschbachmühle biege ich rechts ab, ins Hirschbachtal. Dort geht es hoch und dann (nur wenig) runter ins Tal der Wilden Weißeritz. Zwischendurch erhasche ich die ersten Sonnenstrahlen, die es noch nicht bis runter ins Tal geschafft haben.

Dippoldiswalde 5:57 Uhr, 26km
Ab Dipp's fahre ich Bundestraße. Der Berufsverkehr hat schon eingesetzt, aber es noch nicht so viel los. Es gibt immer noch einseitige Sperrungen wegen des Hochwassers.

Schmiedeberg 6:20 Uhr, 33km
Hier biege ich rechts ab, ins Pöbelbachtal. Die Straße wird noch gebaut, aber mit dem Rad ist das kein Problem. Langsam wird es merklich steiler.

Der Becherbachweg
Der Becherbachweg"
Straßenkreuzung Oberpöbel 6:47 Uhr, 41km
Hier sind die beiden Weißeritz-Flüsse ganz nah aneinander. Über einen recht flachen Bergrücken komme ich rüber ins Tal der Roten Weißeritz. Hinter Seyde biege ich rechts den Becherbachweg ein. Dieser ist zwar keine asphaltierte Straße, aber ein festgefahrener Waldweg, der sich prima fährt. Es geht nun deutlich hoch, ich nähere mich dem Erzgebirgskamm.

Neuhermsdorf 7:13 Uhr, 47km
Ich kreuze die Straße von Hermsdorf nach Rehefeld-Zaunhaus. Direkt an der Grenze verläuft parallel zur Skiloipe der Fernradweg Bayreuth-Zittau. Der Weg ist hier allerdings eher schlecht - steinig und voll böser Schlaglöcher. Er verläuft jedoch recht eben (leicht runter), da die Skiloipe auf einem ehemaligen Eisenbahndamm entlagführt.

Teichhaus 7:27 Uhr, 51km
Am Teichhaus biege ich links ab (aber nicht den ersten Weg, der ist nicht asphaltiert). Dieser Weg - die Torfstraße - führt anfangs steil bis auf über 750 Höhenmeter herauf. An der Fischerbaude (Fischen auf dem Erzgebirgskamm??) halte ich mich links, um auf dem Ringelweg (oder kurz "Ringel") auf etwa gleichbleibender Höhe oberhalb von Cämmerswalde rauszukommen.

Am Ringelweg, oberhalb von Cämmerswalde 7:53 Uhr, 59km
Nun beginnt eine lange rasante Abfahrt. All die ganze schöne Höhe schmilzt binnen weniger Minuten dahin. Von den 720 Höhenmetern bleiben gerade mal 550 übrig. Ich befinde mich im Tal der Flöha, kurz hinter der Rauschenbachtalsperre. Dieses Tal fahre ich - so seltsam es klingt - runter. Die Flöha entzieht sich dem allgemeinen Trend der Flüsse im Erzgebirge nach NNW abzufließen - sie verläuft sogar ein gutes Stück parallel zum Kamm in Richtung WSW! Das bedeutet allerdings auch, das ich weitere wertvolle Höhenmeter verlieren werde. In Pockau werden nur noch 400 übrig sein.

Neuhausen 8:13 Uhr, 67km
Hier gibt es ein Schloss und allerhand anderes Sehenswertes, aber ich verweile nur kurz. Im Tal komme ich sehr flott voran.

Olbernhau 8:51 Uhr, 79km
Auch hier mache ich nur ein kurze Rast auf dem Marktplatz. Ich schaue mich nach Lebensmittel- und Getränkeläden um, die ich auf dem Rückweg (vor Ladenschluss) ansteuern kann.

Pockau 9:16 Uhr, 90km
In Pockau biege ich links ab, ins Tal der Schwarzen Pockau. Es geht leicht bergan, vorbei an der Burgruine Lauterstein. Ein kleines Seitental führt mich dann hinauf in Richtung Marienberg.

Marienberg 9:57 Uhr, 101km
Auf dem Marktplatz mache ich meine erste große Pause. In einem kleinen Lebensmittelladen kaufe ich Obst, Joghurt und Mineralwasser. Das Wasser fülle ich sofort ab, denn ich muss (dank Dosenpfand) die Flasche hier wieder abgeben. Aber ich hätte sie sowieso nicht untergebracht. So mache ich auf dieser Tour eingehende Erfahrung mit dem Pfandsystem verschiedener Geschäfte. Erst 10:30 fahre ich wieder los, jedoch erst mal in die falsche Richtung. Von Marienberg aus führen 3 Bundesstraßen in westliche Richtungen. Nunja, ich habe mich für die falsche entschieden. Erst als ich auf der Lautaer Höhe bin, merke ich den Fehler (hm, die Sonne steht irgendwie in der falschen Richtung...). Macht aber nix, unten im Ort ist ja die Kreuzung, da muss ich eben anders abbiegen. Die (diesmal richtige) Straße geht nach Wolfsberg hoch und dann steil runter ins Zschopautal.

Zschopautal unterhalb von Wolkenstein 11:00 Uhr, 113km
Ab hier geht es ganz gemütlich im Tal der Zschopau auf einem extra Radweg entlang. Eine Brücke fehlte zwar (letztes Jahr war sie noch da...), aber 50 Meter daneben war zum Glück noch eine andere.

Wiesenbad 11:37 Uhr, 121km
Hier gehe ich wieder mal einkaufen, esse kurz was und fahre ins Tal des Pöhlbachs. Dieses Tal fürt relativ flach - aber lang - hoch nach Oberwiesenthal. Ich bin teilweise nur mit 12 km/h dahingekrochen, da ich auch noch Gegenwind hatte.

Oberwiesenthal 13:35 Uhr, 150km
Endlich kann ich den Gipfel deutlich sehen. Die Serpentienen geben mir die Chance, auch mal Rückenwind zu nutzen. Den Gipfel vor Augen ziehe ich den Anstieg durch, auch wenn's weh tut. Trotz kühler Luft - die Sonne brennt. Im Tal war das Klima doch angenehmer.

Fichtelberg 14:12 Uhr, 156km
Endlich oben! Trotz das ich später losgefahren bin, habe ich die Ankunftszeit vom letzten Jahr knapp geschlagen (um 8 Minuten). Ich beobachte die Landschaft (der Blick ist fantastisch, leider aber ein wenig trüb), die (vorwiegend bayrischen) Touristen und wenige andere Radfahrer. Viel ist hier aber nicht los. 14:49 Uhr mache ich mich auf den Rückweg. Ich mache mir Sorgen über die steilen Anstiege des Rückwegs, aber für die nächsten Kilometer ist Ausruhen beim Runterfahren angesagt.

Oberwiesenthal 14:58 Uhr, 162km
Im Ort gehe ich erstmal wieder einkaufen. Dann kann ich recht entspannend im Tal des Pöhlbachs hinabfahren.

Wiesenbad 16:17 Uhr, 191km
Nachdem ich mir etwas Joghurt und Pumpernikel gekauft habe, setze ich mich an dem Zschopauradweg auf eine Bank und tanke dringend benötigte Energie für den Anstieg, der mich in Wolkenstein erwartet. Diesen meistere ich besser, als erwartet.

Marienberg 17:53 Uhr, 205km
Diesmal fahre ich durch Marienberg einfach durch, hinunter ins Tal der Schwarzen Pockau und dann ins Flöhatal.

Olbernhau 18:44 Uhr, 226km
An einem Getränkestützpunkt kaufe ich zum letzten mal ein. Eine letzte Rast gibt mir Kraft für den letzten Berg in Cämmerswalde. Ich glaube, ich hatte Rückenwind, denn es lief super. Meine Befürchtungen, ich könnte an den Bergen des Rückwegs schlapp machen, erwiesen sich als unnötig.

Am Ringelweg, oberhalb von Cämmerswalde 20:36 Uhr, 250km
Nun geht es fast nur noch runter! Trotz leichten Hungers esse ich nichts mehr, denn ich will so schnell wie nur möglich nach Haus.

Teichhaus 21:00 Uhr, 258km
Ich bin froh, dass es noch hell genug ist, um den schlechten Weg deutlich zu erkennen. Wäre es dunkel, hätte ich hier viel vorsichtiger fahren müssen und Nerven hätte es auch gekostet. Auch den Becherbachweg kann ich noch ohne Licht fahren.

Oberpöbel 21:35 Uhr, 268km
Hier esse ich den letzten Müsliriegel (nicht den letzten den ich mit hatte). Licht mache ich auch an. Aber ich darf nicht zu lang verweilen, die Müdigkeit ist deutlich - da hilft nur eins: weiterfahren. Im Tal ist es schon empfindlich kalt, aber ab Schmiedeberg ist es wieder deutlich wärmer.

Dippoldiswalde 22:30 Uhr, 283km
Nun noch ein letzter winziger Berg und ich bin fast zu Hause! Die Straßen sind sehr finster - mein Fahrradlicht wird bitter benötigt. Sonst würde ich nix mehr sehen. Irgendwo im Lockwitztal überquere ich die magische 300km-Marke.

mein Tacho zum durchclicken
mein Tacho zum durchclicken
Dresden 23:35 Uhr, 308km
Ich bin da.
Wahnsinn.
Nur 18 Stunden und 45 Minuten habe ich gebraucht. Das bedeutet mit Pausen einen Schnitt von 16,45 km/h.
Ohne 22.21 km/h.
Ich bin fast 5 Stunden nicht gefahren. Keine Ahnung wie das zustande gekommen ist.

Nun, was habe ich davon eingentlich gehabt? Tja...
  • einen richtig ordentlichen Sonnenbrand
  • Muskelkater
  • dauerhafter Müdigkeitszustand die nächsten 2 Tage
  • die Erkenntnis, dass sowas eigentlich nicht nochmal sein muss!
  • die Erfahrung, dass ein Müsliriegel und eine Banane Wunder bewirken - plöztlich kann man wieder fahren und klar denken
  • endlich lässt mich dieser Fichtelberg in Ruhe - dem hab ich's gezeigt!!


Sněžník-Radtour

Der Sněžník vom Ort Sněžník aus
Der Sněžník vom Ort Sněžník aus
Dunstiger Blick zu den Zschirnsteinen
Dunstiger Blick zu den Zschirnsteinen
Auf der Radtour 2002 kam ich mit Joe und Martin am Fuße des gewaltigen Tafelbergs Sněžník vorbei. Da wir damals nicht hochfuhren, wollte ich das anfang Oktober nachholen. Mit einem Liter Wasser und ein paar Müsliriegeln machte ich mich auf den Weg. Am Elberadweg in Dresden waren noch deutlich die Flutschäden zu sehen. Ab Heidenau musste ich auf die Straße ausweichen. In Prina biege ich rechts ab, ins Tal der Gottleuba. Dem Fluss folge ich bis zur Heringmühle, dann gehts scharf links hoch nach Langenhennersdorf. Am oberen Orstende biege ich rechts ab um runter ins Bielatal zu gelangen. Nur ein kurzes Stück fahre ich im Tal. Bald heißt es Höhenmeter für den 722m hohen Gipfel sammeln - fehlen also noch 400. Der Aufstieg beginnt sehr seicht auf der Straße nach Rosenthal. Ein Radweg führt mich weiter zum "zeitweiligen Grenzübergang" zwischen dem kleinen Schaftwald und dem Sporny Les. Nun geht es etwas steiler den Berg hoch in den Ort Sněžník. Nun fehlen noch etwa 150 Höhenmeter. Die tun mir am meisten weh. Doch kaum auf dem Gipfelplateau angekommen, kann ich schon wieder ganz entspannt treten. Der Rest zum Turm ist schnell gemacht, denn das Gipfelplateau ist sehr flach. Für ein paar Kronen wird mir der Aufstieg zum Turm gewährt. Von oben ist jedoch nicht allzu viel zu sehen, da Dunst die Fernsicht nimmt. Schade. Auf dem unteren Foto ist zu sehen, wie der Blick vom Turm ist: im Vordergrund das Plateau, im Hintergrund sind rechts die beiden Zschirnsteine zu erahnen (gerade mal 9 km Luftlinie entfernt). Nach einem kurzen Päuschen schwinge ich mich wieder aufs Rad. Diesmal fahre ich durch den Ort Sněžník gerade durch und biege mitten im Wald rechts ab nach Ostrov. Durch das Bielatal komme ich zur Ottomühle. An dem Imbiss raste ich und esse ein Schnitzel mit Kartoffelsalat (was sehr nötig war). Bei Brausenstein verlasse ich das Tal und gelange nach Raum. Oben auf dem Bergrücken sammle ich letzte Sonnenstrahlen ein und fahre über Bahra (nicht ins Bahratal runter!) nach Langenhennersdorf. Ab da geht's genauso wie hinzu nach Hause. Weit ist der Sněžník nicht. Von Pirna sind es gerade mal 30 km. Insgesammt waren es also knapp 100 km. Die Tour ist absolut zu empfehlen, vor allem wenn mal gut Fernsicht ist!



Fichtelberg-Radtour I

Das Fichtelberghaus
Das Fichtelberghaus
Auf der Radtour 2001 hatte ich irgendwann mal den Gedanken, eine richtig lange Radtour zu machen. 200 km schienen mir zu wenig, da ich 150 km mit Gepäck schon problemlos bewältigt hatte. Also 300 km ? Dann aber bitte schön flach! Elberadweg, Leipzig und zurück? Hm, mir fehlte ein Ziel. Etwas, für das es sich lohnte, ewig im Sattel zu sitzen. Irgendwann fiel mir dann der Fichtelberg ein. Nicht gerade flach, aber ein wirklich tolles Ziel. Das es nun auch etwa 300 km Hin- und Rückweg sind, ist nur Zufall. Das Ziel stand fest: ein langer Sommertag (Juni, Juli) musste her und dann um vier auf und davon zum Fichtelberg. Das es nicht beim ersten mal klappen würde, dachte ich mir schon. Schließlich muss ich die "optimale" Route finden.

Ich wollte am Wochende fahren, weil ich in der Woche wenig Zeit habe. Mein Ziel war es, noch vor Ladenschluss; auf dem Gipfel gewesen zu sein, um noch Getränk für den Rückweg kaufen zu können. Nur wann ist Ladenschluss in Oberwiesenthal? Ich hoffte so auf 9 bis 10 Stunden für ein Strecke (50 km in 3 Stunden klingt doch realistisch). Als Route wählte ich den "günstigsten" Weg zum Zschopautal und dann immer am Fluss lang bis hoch (Die Zschopau entspringt am Nordhang des Fichtelberges). Nur leider ist die Strecke von Dresden bis ins Zschopautal sehr bergig: Ständig fährt man quer zu den Flüssen (und Bergrücken).
Nachdem nun alles so schön geplant war, musste ich nur auf den richtigen Tag warten. Die Wahl viel auf Samstag den 1. Juni, kurzfristig natürlich, weil alles vom Wetter abhängt. Einen Tag eher, also Freitag, stand ich zu angewöhnen schon mal um 3 Uhr auf, fuhr, um nicht einzuschlafen, nach Moritzburg und kaufte auf dem Rückweg Brötchen. Abends versuchte ich so zeitig wie möglich einzuschlafen, um am nächsten Tag möglichst wach und frisch zu sein. Ich glaub, so irgendwann nach 20.30 schlief ich. Am nächsten morgen stand ich wieder um 3 auf, um möglichst um 4 loszufahren. Ich nahm mir 4 Brötchen, 2 Liter Wasser bzw. Apfelschorle, Müsliriegel und etwas Obst mit. Dazu eine Jacke und eine lange Hose, denn nachts war es noch ganz schön kühl. So kam es dann, dass mein Rad recht vollgepackt war.

Dresden 4:10 Uhr
Ich fahre los. In Dresden ist es ruhig. Sogar in Freital, wo sich sonst unmassen an Autos die Hauptstraße entlangquälen. Ich muss natürlich noch mit Licht fahren, die Sonne geht aber bald auf.

7:20 Uhr: Ewiges Bergauf-Bergab auf dem Hinweg
7:20 Uhr: Ewiges Bergauf-Bergab auf dem Hinweg
Tharandt 5:00 Uhr
Noch wenige Kilometer, und mich erwartet der erste Berg: Aus dem Tal der Wilden Weißeritz hoch nach Klingenberg. Oben ist es ganz schön kalt, ich wünsche mir fast schon Handschuhe. Die Sonne nimmt sich Zeit. Doch bald kann ich auf das Licht verzichten. Wärmer wird es aber noch nicht. Zudem geht es ständig hoch und runter, das schlaucht ganz schön.

Hilbersdorf 6:10 Uhr
Ich fahre einen Fuß- und Radweg durch die Industrieanlage Muldenhütten. Der weitere Weg ist jedoch sehr schlecht: felsig und steil bergauf, fast wie ein ausgtrocktneter Bergbach im Sommer. Oben schlängle ich mich Richtung Brand-Erbisdorf durch ein Labyrinth von Straßen, die alle nach Freiberg führen.

7:50 Uhr: Blick auf die Augustusburg
7:50 Uhr: Blick auf die Augustusburg
Brand-Erbisdorf 7:00 Uhr
Die ersten 50 km sind geschafft. In 3 Stunden. Ich liege also gut in der Zeit. Nun fahre ich durch Sankt Michaelis nach Gahlenz. Auf dem Bergrücken zwischen Lößnitzbach und der Flöha kann ich die ersten Sonnenstrahlen erhaschen und einen Blick auf die Augustusburg genießen.

Hohenfichte 8:00 Uhr
Nun klettere ich aus dem Tal der Flöha hinauf um auf der anderen Seite ins Zschopautal zu gelangen. Dort Angekommen begrüßt mich eine Baustelle. Im Glauben, diese sei auch für Radfahrer unüberwindbar, wähle ich als Alternative die Straße durch Witzschdorf. Ein fataler Fehler. Zwei Kilometer Kopfsteinpflaster mit 17% Steigung warten auf mich.

9:00 Uhr: Witzschdorf. Auch runter würde es keinen Spaß machen
Witzschdorf 9:00 Uhr
Mächtig kaputt komme ich am oberen Ortsende an. Dieser Anstieg war der mit Abstand schlimmste den ich je gefahren bin. Also, wer Spaß an sowas hat, dem sei Witzschdorf an Herz gelegt, den anderen kann ich nur abraten.

Zschopau 9:30 Uhr
Hier werde ich die unnütz erworbenen Höhenmeter gleich wieder los. In Zschopau rase ich ins Tal runter und - Auweia! - nehme ein Schlagloch bei mehr als 50 km/h mit. Ich höre etwas Schleifen an meinem Hinterrad. Vollbremsung. Das Hinterrad blockiert. Für einen Moment war die Aktion Fichtelberg fast abgebrochen. Die Felge vom Hinterrad hat eine ordentliche, nach außen gebogene Delle abgekriegt, in die sich dann mein Bremspad reinbohrte. Dank Imbusschlüssel schaffte ich es, die Bremse so zu justieren, dass ich erstmal weiterfahren kann. Mit der Delle fahre ich noch heute (Januar 2003). Aber die Aktion Baustelle-Witzschdorf-17%-Zschopau-Delle hat mich eine Menge Zeit und Nerven gekostet. Dafür kann ich nun ganz locker durch das Zschopautal fahren und mich von dem Schrecken erholen.

Scharfenstein 9:47 Uhr
90 Kilometer sind geschafft. Ich gönne mir wieder eine Pause. Ich bin etwas hinter der Zeit, aber es geht gut voran. Die Straße im Tal stark befahren, aber relativ flach. Zwischen Wolkenstein und Wiesa verlasse ich die Hauptstraße und fahre auf einem Radweg, abseits des vielen Verkehrs nach Wiesenbad. Von dort führt eine sich im Tal schlängelnde, kaum befahrene Straße weiter.

13:30 Uhr: Die Fahrwege nördlich des Fichtelbergs sind gut zu fahren
13:30 Uhr: Die Fahrwege nördlich des Fichtelbergs sind gut zu fahren
Wiesa 11:40 Uhr
Ich verfahre mich in dem Kreuzungsgewirr hinter Wiesa, aber finde dann doch die Straße, die mich über Schlettau immer leicht bergauf nach Crottendorf führt.

Crottendorf 12:35 Uhr
130 km sind es bis Crottendorf, wo ich in den Wald fahre, um mich auf komfortablen Fahrwegen dem Fichtelberg zu nähern. Schnell geht es nicht mehr voran, aber es geht voran. Das letzte Stück auf der Straße zum Gipfel macht auch wieder richtig viel Spaß. Das Ziel vor Augen drehe ich noch mal richtig auf. Es gibt auch andere Radfahrer, die hier hoch fahren. Aber sie kommen bestimmt nicht alle aus Dresden...

14:10 Uhr: Die letzten Meter zum Ziel
14:10 Uhr: Die letzten Meter zum Ziel
Fichtelberg 14:20 Uhr
Geschafft! Und geschafft bin ich auch. Aber welch tolles Gefühl endlich oben zu sein. Ich quäle mir etwas zu Essen rein, schaue mich ein bisschen um, schreibe Postkarten und plötzlich ist es schon nach 15 Uhr! Oje, die Startzeit für den Rückweg war eigentlich mit 14 Uhr vorgesehen. Ich mache mich auf (eher ab, es geht steil runter) nach Oberwiesenthal.

Oberwiesenthal 15:30 Uhr
Hm, kein Laden hat mehr offen. Noch reicht mein Flüssigkeitsvorrat, aber wie lange noch? Auf der Hauptstraße halte ich es nicht lange aus, in Hammer-Unterwiesenthal biege ich links ab und fahre nach Kretscham-Rothensehma.

Neudorf 16:00 Uhr
Ich kann ganz entspannt das Tal der Sehma runterfahren. In Cranzahl komme ich an einem Imbiss vorbei, wo ich mich mit leckerer Obsttorte füttere. An einer Tankstelle leiste ich mir eine Flasche Mineralwasser. Langsam wird es spät. Ich spiele verstärkt mit dem Gedanken, nur bis Flöha zu fahren. Den Fahrplan der Bahn hab ich einstecken. Ab Wiesa fahre ich den gleichen Weg wie auf dem Hinweg.

Scharfenstein 18:10 Uhr
Die 200km-Marke ist erreicht. Ich mache so richtig lange Pause. Mein Ziel ist Flöha. Die Gedanken an die bergige Strecke bis Dresden und der Zustand meiner Beine bringt mich zu dieser Entscheidung. Heute frage ich mich manchmal, ob ich es nicht doch geschafft hätte. Aber was soll's. Ich hab eine Menge Erfahrung gesammelt ... für das nächste mal. Ich fahre weiter nach Zschopau, vorbei an dem tückischem Schlagloch, so wie auf dem Hinweg.

Witzschdorf 19:17 Uhr
Schon wieder dieser Ort! Ich Fotografiere das Schild (siehe Bild weiter oben) und fahre weiter. In Erdmannsdorf (?) treffe ich zwei Radfahrer. Sie erkundigen sich nach dem Weg nach Flöha. Irgendwie finden wir dann raus, dass wir alle drei mit dem Zug Richtung Dresden fahren wollen. Ich gebe den Zweien die Abfahrtszeiten des Zuges. Wir trennen uns, jedoch sicher, uns auf dem Bahnhof wieder zu sehen.

Flöha 19:45 Uhr
Nach 225 km beende ich die Tour. Die zwei Radfahrer finden sich auch bald ein und wir kämpfen gemeinsam gegen den Fahrkartenautomaten. Der jedoch ergibt sich bald, er ist einfach kaputt.

Mein Tacho nach knapp 230 km
Mein Tacho nach knapp 230 km
Regional-Express nach Dresden 20:17 Uhr
Der Schaffner versorgt uns mit Fahrkarten. Bald finden wir heraus, dass die zwei auch zum Fichtelberg wollten, auch aus Dresden kommen und auch Informatik an der HTW studiert haben. So ein Zufall aber auch. Sie fragen mich, wie es denn den Professoren geht... Seltsam, man könnte fast meinen, Informatiker sitzen gar nicht den ganzen Tag vor dem Computer und währen gar nicht lichtscheu. Aber das hier ist sicher ein ganz ganz dummer Zufall, drei Ausnahmefälle sind sich hier begegnet. Na jedenfalls war es recht lustig, aber ich mußte mich doch stark gegen die aufkommende Müdigkeit verteidigen.

Dresden irgendwann nach 22:00 Uhr
Die letzten Kilometer vom Bahnhof nach Hause schleppe ich mich nur noch. Zum Glück ist es nicht so weit.



Schade, dass ich es nicht geschafft habe, aber 2003 will ich nochmal losziehen. Dann jedoch ganz anders:
  • In der Woche fahren, damit ich einkaufen kann
  • So wenig Gepäck wie möglich, nur die Lenkertasche
  • Neue Strecke: direkt nach Süden und dann auf dem Kamm durch Neuhausen und Marienberg nach Wolkenstein, dann die Zschopau weiter


Gottleuba-Radtour

Auch im Winter können Bäume schön sein
Auch im Winter können Bäume schön sein
Die Talsperre Gottleuba mit Schneeresten
Die Talsperre Gottleuba mit Schneeresten
Mit dieser Radtour wollte ich mir mal ein Bild verschaffen, was es eigentlich zwischen dem Erzgebirge und der Sächsichen Schweiz so alles gibt. So eine Tour ist natürlich ganz schön bergig, da man viele Elbzuflüsse - und damit die dazwischen liegenden Berge - überqueren muss. Ich starte, wie eigentlich immer, in Dresden. Die B172 geht es raus zum Kaufpark Nickern und dann rechts ab nach Lockwitz. Schon in Lockwitz muss ich den ersten Anstieg nach Borthen meistern, dann geht es weiter über Wittgensdorf nach Maxen. Dort gönne ich mir erstmal eine Pause um auf die Karte zu schauen, möglichst eine 1:25.000er oder besser. Denn in Maxen schaffe ich es immer wieder mich zu verfahren. Ich nehme die Straße runter ins Müglitztal um dann gleich wieder hoch nach Burkhardswalde. Auch da bleibe ich nicht lange oben, ich überquere im Tal die Seidewitz und fahre hoch nach Nentmannsdorf-Niederseidewitz. Nun geht es weiter, eher runter nach Friedrichswalde-Ottendorf, wo ich einfach gerade durch fahre. Vor Cotta biege ich rechts ab um zum Kurort Berggießhübel steil runterzufahren. Da es der erste Februar ist treffe ich hier auf letzte Schneeflecken. Dem Tal der Gottleuba folge ich zum Kurort Bad Gottleuba. Dort gilt es nun den richtigen Abzweig zu finden. Ich muss links hoch, so ziemlich am Ende des Orts. Die Straße führt etwa in die Richtung des Wachsteins. Ich biege bald rechts ab (ich glaub an dieser Stelle stand eine Informationstafel über die Talsperre) um auf den Weg zu kommen, der an der Talsperre Gottleuba entlang führt. Nun mache ich eine ausgedehnte Pause, schiebe mir Brötchen und Obst rein und genieße das schöne Früh-Frühlings-Wetter. Der Weg - etwas matschig von der Schneeschmelze - führt mich weiter nach Süden. Bald geht eine Straße steil links ab (und steil hoch), welche mich im Bogen nach Oelsen führt. Im Ort halte ich mich links um fahre runter durch Hellendorf (Dort muss man gut aufpassen, dass man nicht aus versehen die Hauptstraßre weiterfährt!) zum Ort Bahratal. Lange hält es mich nicht im Tal, in Bahra biege ich rechts ab und fahre hoch nach Langenhennersdorf. Der Anstieg ist hart, besonders am Ende wird es so richtg steil. Am oberen Ortsende biege ich links ab um dann gleich wieder rechts, vorbei am Labyrinth, auf den Fahrweg Hirschstange zu kommen. Nun wird es so richtig gemütlich. Der Weg führt mich immer schön runter in das Bielatal. In kürze erreiche ich Königstein. Von nun an schleppe ich mich mit letzter Kraft den Elberadweg nach Hause. Kein Wunder, am Ende werden es 100 km sein. Für die erste Radtour 2002 doch nicht schlecht!



Planet Erde - und wie weiter?

Unbedingt Lesen!

Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
von Jared Diamond
Dieses ausführliche Werk beschäftigt sich mit den Ursachen des Zusammenbruchs und des Überlebens historischer Gesellschaften wie etwa auf der Osterinsel, der Wikinger auf Grönland, der Maya und der Polynesier. Bleibt nur die Frage, inwiefern Jared Diamonds Lehren aus der Geschichte heute Beachtung finden.
Wir Schwätzer im Treibhaus
von Marcel Hänggi
Dieses Buch räumt auf mit dem Gedanken, dass es bis heute (2008) eine wirksame Klimapolitik gibt. Alle Maßnahmen sind nur Augenwischerei. Gut gegliedert wird in die Problematik eingeführt und komplexe Zusammenhänge, wie zum Beispiel der Rebound-Effekt, verständlich erklärt.
Uns gehört die Welt!
von Klaus Werner-Lobo
Hier wird die Herrschaft der multinationalen Konzerne über die Erde angeprangert. In erschreckenden Beispielen wird gezeigt, wie die Multis Menschen, Umwelt und natürliche Ressourcen ausbeuten, nur um immer mehr Profit zu erzielen. Das Buch ist ein Aufruf zu handeln!

Malis Gedanken von 2001

Die Welt geht unter und alle schauen zu. Im Fernsehen. In der Zeitung.
Treibhauseffekt, Ozonloch, Klimawandel, Bevökerungsexplosion, Hunger, Kriege, Seuchen,...
Nagut, bei uns verhungert keiner, stirbt kaum einer an AIDS, tritt niemand auf Landminen, wird keiner im Krieg erschossen, ist die Ozonschicht noch stark genug.
Bei uns.
Bei uns? Wo ist das eigentlich? Ist das die Region, das Gebiet, das Land was uns interessiert, wofür wir uns einsetzen, wo wir leben? Sollte das nicht der ganze Planet Erde sein? Sollten sich nicht alle, also WIR, für alles was auf dem Planeten und UNS geschieht interessieren?
Sicher, aber Interesse hilft nicht. Hilfe hilft. Vielleicht. Es wäre doch nichts ungewöhnliches, wenn WIR UNS helfen. Alle zusammen für alle. Es gibt genug zu tun auf der Erde.

Ich finde es erschreckend, das es Staaten gibt, die das Potential haben etwas für die Rettung der Erde zu tun, aber nur zuschauen. Oder zu wenig tun. Wenn WIR in 200 Jahren noch auf der Erde leben wollen, müssen WIR jetzt alle zusammen an einem Strang ziehen. Aber jeder denkt halt leider zuerst an sich. Und nicht an alle. Ich kann es absolut nicht verstehen, dass es in den Industrieländer so viel absolut überflüssigen Luxus gibt.
Mein Haus, mein Auto, mein Boot.
Unsere Hütten, unser Wasser, unser Brot
So sollte es lieber heißen. Wieso gibt es Menschen die zufrieden sind wenn sie allen verdammten Luxus haben und wissen, dass ein Großteil der Menschen auf der Erde ein eher menschenunwürdiges Dasein fristet?
Hätte die gesammte Erdbevölkerung den Lebensstandard wie in Norwegen, USA, Kanada oder Deutschland, dann wäre die Erde in kürzester Zeit runtergewirtschaftet. Es wäre schon unmöglich alle so verschwenderisch zu ernähren. Rohstoffe wären bald alle. Das Ozonloch würde ungeheure Ausmaße annehmen. Der Klimawandel wäre unaufhaltsam. Wenn WIR also alle unter gleichen Lebensbedingungen alle auf diesem Planeten leben wollen - und die Bevölkerung steigt unaufhaltsam - müssen die hoch entwickelten Länder ein weit weniger verschwenderisches Leben führen als jetzt. Der Kapitalismus lässt jedoch ein sinken der Produktion nicht zu. Zwar gibt es durch Kyoto ein paar Regeln, aber ob an die sich alle beteiligten Staaten halten bezweifle ich stark. Was nützt mir aller Umweltschutz, wenn die Wirtschaft dadurch geschädigt wird?

Das Zweite große Problem ist die Bevölkerungsexplosion. Manche Entwicklungsländer haben ein jährliches Wachstum von über 3%. Die Bevölkerung von Kenia würde sich bei anhaltendem Wachstum innnerhalb von 21 Jahren verdoppeln. Durch die Überbevökerung der ärmsten Länder kommt es zu Hunger und Seuchen, der Grundwasserspiegel sinkt, die Wüste breitet sich aus. Und die überforderte Regierung kann nichts tun. Dadurch werden diese Länder schnell zu internationalen Krisenherden. Die meisten Bürgerkriege finden in Entwicklungsländern statt, die ihr bisschen Geld in Waffenimporte stecken. Die Bevölkerung hungert weiter.

"Mit der scheinbar unbegrenzten Ausbreitung ihrer materiellen Macht kommt die Menschheit in die Lage eines Kapitäns, dessen Schiff so stark aus Stahl und Eisen gebaut ist, dass die Magnetnadel seines Kompasses nur noch auf die Eisenmasse seines Schiffes zeigt, nicht mehr nach Norden. Mit einem solchen Schiff kann man kein Ziel mehr erreichen; es wird nur noch im Kreis fahren und daneben dem Wind und der Strömung ausgesetzt sein."

Werner Heisenberg, 1955

Der ökologische Engpass (2004) - Fakten zu Überbevölkerung, Nahrungsversorgung, Globale Erwärmung und Artensterben aus Edward O. Wilson: Die Zukunft des Lebens



Solarauto

Honda Dream
Solarauto-Modell
Solarautos find ich total faszinierend. Sie nutzen die direkteste aller Energiequellen. Schließlich kommt fast alle Energie die wir auf der Erde zur Verfügung haben und in Massen verbruzeln von der Sonne. Kohle und Erdöl waren vor tausenden von Jahren schließlich organisches Material, was es ohne die tägliche Energieberieselung durch die Sonne nie gegeben hätte. Wind- und Wasserkraft gibt es auch nur durch die Sonne. Also, warum dann nicht gleich die Sonne anzapfen? Dann sparen wir uns lästiges CO2, welches uns die Erdatmosphäre unnötig zusetzt und den Treibhauseffekt fördert. Aber naja, wenn's dann 5 Grad wärmer ist, sparen wir wenigstens Heizkosten und Dresden liegt ja glücklicherweise hoch genug über dem Meeresspiegel. Also kein Grund zur Sorge... Aber besser wär's doch alle Energie von der Sonne zu holen und den Kohlenstoff in Form von Bäumen, Kohle und Erdöl auf der Erdoberfläche zu halten. So setzt's uns nicht die Atmosphäre zu und wir bleiben von der Erderwärmung verschont. Aber es is ja eh' schon zu spät... (oder etwa nicht?).
Ok, zurück zu den Solarautos. Die Solarzellen sind noch nicht leistungsfähig genug um einen "PKW" anzutreiben, aber für ein einsitziges Extrem-Fahrzeug reichen sie allemal. Die schnellsten Solarautos haben nur die Leistung eines (oder vielleicht zweier) Toaster. Da sie jedoch extrem leicht gebaut sind und der Luftwiderstand stärkstens reduziert wird, kommen die schnellsten von ihnen auf immerhin 130 km/h. Das größte Solarautorennen findet in Australien statt - der World Solar Challenge. Das ist kein Sport für heldenhafte Rennfahrer die sich mit irrwitzig sinnlosen 300 km/h ins Kiesbett legen, sondern ein Sport für Konstrukteure - auch bekannt als "Brain-Sport". Nur wer den leichtesten Akku, die reibungslosesten Räder, die leistungsfähigsten Solarzellen, die windschnittigste Form hat, kann gewinnen. Natürlich sind die Solarrenner verdammt teuer, so dass es kein Wunder ist, dass kommerziell unterstüzte Teams Vorteile haben. Vor einigen Jahren gewann der Honda, der nicht nur enorm schnell ist, sondern auch noch richtig gut aussieht. Grund genug für mich, das Teil nachzubauen (Bauanleitung) - als Modell, versteht sich! Und wer hätte das gedacht, es fährt sogar.


Solarauto-Bauanleitung

1. Der Styropor-Rohbau

Damit wir es einfacher haben, setzen wir das Fahrzeug aus 3 Styroporblöcken zusammen:
1. Block: 23 x 12 x 2.5 cm
2. Block: 23 x 12 x 2.5 cm
3. Block: 12 x 3 x 2 cm

Die 3 Styroporblöcke
Die 3 Styroporblöcke

Die Blöcke lassen wir erst mal rechteckig, aber den 2. sägen wir wie unten dargestellt mit einer kleinen Handsäge aus. (Achtung, das krümelt wie blöde, Staubsauger bereithalten !!) Nun noch ein Loch aussägen, in das wir später den Motor und die Räder reinpacken. Aus dem, was von dem Loch übrigbleibt, können wir dann den 3. Styroporblock machen.

Die Form des 2. Styroporblocks
Die Form des 2. Styroporblocks

Den 1. Styroporblock behandeln wir genauso, nur das wir das Loch nicht reinsägen. Diesen kleben wir dann mit einem (geeigneten!) Leim auf den 2. Block. Nachdem der Leim getrocknet ist, sägen wir grob die zukünftige Form der Blöcke aus. Also der 1. Block bekommt abgeschrägte Flächen, auf denen später die Solarzellen liegen und der 2. Block wird "aerodynamisch" zurechtgeformt, wie es halt in der Abbildung zu erahnen ist. Dann noch die Feinheiten mit feinem Schleifpapier machen (krümelt höllisch !!) und vor allem eine glatte Oberfläche für den letzten Styroporklotz schaffen. Diesen sägen wir dann passend aus (also die Fläche mit der wir kleben) und verleimen das Teil mit dem Rest. Dann sägen wir die Fahrerkanzel (also den 3. Styroporblock!) wieder halbwegs passend aus und schleifen das Ding dann schön glatt bis es etwa so aussieht wie im Bild.

So, jetzt nur noch ein Loch ans hintere Ende der Fahrerkanzel, damit die Kabel von den Solarzellen zum Motor kommen.

2. Die Solarzellen

Jetzt kommt der mit Abstand teuerste Teil des Solarautos. Die Solarzellen gibt's bei Conrad für 6.20 DM (nennen sich 1/4 von 100mm Kreis). Davon brauchen wir 6 oder 8 Stück (je nach Finanzlage, 6 reichen schon). An jede der Solarzellen löten wir für jeden Pol einen 1 bis 2 dm langen (isolierten) Draht. Zur Befestigung der Solarzellen gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder wir kleben sie direkt auf oder wir kleben erstmal einen Metallwinkel an die Solarzellen und diesen dann in den Styropor rein. In beiden Fällen brauchen wir wieder besonderen Leim. Ich hab Zweikomponentenkleber genommen - der klebt alles.

Anordnung der Solarzellen
Die Anordnung der Solarzellen

3. Der Antrieb

Als Antrieb benutzen wir den Vario-Getriebebausatz (bei Conrad 9.95 DM), bei dem ein Motor gleich dabei ist. Wir basteln uns eine 1:15 Übersetzung zurecht und besorgen und irgentwelche Räder, die das Solarauto antreiben sollen (ich hab Lego genommen). Damit wir das Getriebe irgentwann mal wieder rausbekommen, kleben wir es nicht fest. Wir nehmen ein flaches Stück Plaste und drehen vier kleine (aber relativ lange) Schrauben rein. Dieses Plaste kleben wir mit der Seite mit den Schraubenköpfen dahin wo der Motor soll. Nun kann der Getriebesatz angeschraubt werden (ich empfehle so was wie dicke Unterlegscheiben, damit wir an die Schrauben rankommen). Die Hinterräder befestigen wir mit einer improvisierten Konstruktion aus Lego Technik (oder sonste was). Dabei müssen wir aufpassen das wir uns das Loch, aus dem die Kabel kommen, nicht zubauen.

Solarauto-Modell von unten
Und so sieht's von unten aus

Die Kabel flicken wir so zusammen, das wir die benötigten 1.5 V zusammenkriegen. Dabei liefert eine Solarzelle im Leerlauf theoretisch 0.47 V. Nach der abgebildeten Schaltung kriegen wir etwa 1 A hin. Wer sich mit 6 Solarzellen begnügt, der schaltet halt nur 3 in Reihe und hat dann zwar weniger als 1.5 V, aber es geht ja trotzdem.

Schaltplan der Solarzellen
So schalten wir die Solarzellen

So, wer Bock hat kann das Teil natürlich noch bunt anmalen, aber wir müssen ja Gewicht sparen! Wenn jetzt noch ein sonniger Tag kommt und das Solarauto rückwärts fährt, müssen wir wohl noch die Kabel am Motor umpolen. Aber das Auto fährt wirklich erst brauchbar, wenn die Sonne richtig knallt und wir eine glatte Oberfläche haben.
Na dann, viel Spass beim basteln und beten dass es funktioniert ;-) !



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Toycara - Toy Car Racing

A non-realistic slot car racing game in Java3D.

Intro
Toycara-1.0 is the result of a study work for the lecture "Programming in Java3D". The authors may not have any interest nor time in further development of this software. If you have problems running Toycara, we strongly encourage you to take a look at the source code first. We only included one car in the download package. That's because the other cars we originally used are not free to redistribute, only free to download.
Features
  • 1 detailed car
  • non-realistic slot car simulation: accelerate, brake, change lanes
  • two player race
  • different camera modes
  • straights, bends and crossroads
  • some decoration objects
  • track editor
  • play ogg music
Requirements
As the cars are high-detailed, you need a 3D graphics card (and a driver supporting hardware accelerated graphics). Toycara is tested und runs good with:
  • Radeon 7500 under Linux (DRI driver)
  • Radeon 9600 under Linux (ATI driver)
  • Radeon 9600 under Win2k
  • GeForce4 MX440 under Win2k
You also need Java (tested with Java2 SDK 1.3.1 and 1.50) and Java3D (tested with Java3D 1.3.1). Toycara has not been tested under other OS' than Linux and Win. But if you manage Java and Java3D to work, Toycara should run too.
Download
Download here (621 downloads since April 5 2005 22:08:24)

The zip file contains our java sources, the compiled class files, necessary jar files, pictures/textures, one car and some tracks.
Unzip the file and run Toycara like this:
  • Linux: start the script run, it contains a workaround for the key repeat problem.
  • Win: start Toycara.bat.
(may be you should change the classpath first, take a look at the start-files)
There are also scripts to start the track editor.
Screenshots
Toycara screenshot: Main menu Toycara screenshot: During race
Music
Toycara supports playing some ogg-encoded music. The music is not included in the Toycara package. The developers of Toycara recommend music from www.soundclick.com under the Creative Commons license.
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Casio CFX-9850G

Casio CFX-9850G mit zerbrochenem Display
So kann's passieren...
Dieser Taschenrechner wurde zu meiner Schulzeit in Sachsens Schulen weitverbreitet genutzt. Er hat einiges auf dem Kasten, ist jedoch ziemlich lahm. Dafür hat er ein lustiges Farbdisplay - über dessen nutzen sich prima philosophieren lässt. Aber er zählt zu den TRs die programmierbar sind und über Grafikfunktionen verfügen. Das macht ihn fürs programmieren von Spielen und (sinnvollen?) Programmen attraktiv.

Hier eine Sammlung vor einiger Zeit selbst geschriebener, mehr oder weniger nützlicher Programme für den Casio CFX-9850G.

Spiele:
Atlantis 2002 - eine Art Siedler!
3D-Labyrinth - wie der Name schon sagt
Knossos - 2D-Labyrinth Spielchen
Eggshoot - Eierabschießen - ein Actionspiel
Formel 1 - ein primitives Scroll-Autorennspiel

Mathe-Programme:
AVS - alle lineare Gleichungssysteme lösen
Matrix - Matrizen invertieren
Einzelschrittverfahren - Gleichungssysteme iterativ lösen
LR-Zerlegung - LR-Zerlegung für die Koeffizientenmatrix eines lineare Gleichungssystems
Simplexverfahren - Lösung linearer Optimierungsprobleme
Mathe-Sammlung - einige kleine Helferlein für Mathe und Physik

Atlantis 2002
Atlantis wächst
Atlantis wächst

Irgendwann gewinnt man dann auch...
Irgendwann gewinnt man dann auch...

Gebäude und Gelände
Gebäude und Gelände

Zufallskarteneditor
Zufallskarteneditor

Atlantis ist eine Art Siedler. Wirklich. Halt nur viel einfacher. Du kämpfst nicht gegen bösartige Computergegner, sondern um die Gunst der Götter, die dein Inselchen versinken lassen. Dazu brauchst du Tempel und Priester, diese brauchen Nahrung, die Bauernhöfe Wasser, ...
Du startest mit einer Insel und kannst nun den Standort für dein erstes Lager wählen. Im Umkreis dieses Lagers kannst du dann Holzfäller (Forst), Steinbruch (Stein) und Bauernhöfe (Farm) bauen. Mit weiteren Lagern kannst du expandieren. Eine Mine baut Erz ab, daraus macht ein EVB (Eisen-Verarbeitender-Betrieb - Schmiede war zu lang :-) Stahl. Die Brunnen liefern Wasser für die Bauernhöfe. Im Tempel können Priester erschaffen werden, Opferfeste abgehalten werden und Siegessaülen errichtet werden, so steigt die Gunst der Götter und die Gefahr, dass die Insel weiter versinkt verringert sich.

Gebäude und Gelände: Links siehst du eine Liste, darin ist 1: Wasser, 2: Wald, 3: Wiese, 4: Felsen, 5: Holzfäller, 7: Brunnen, 8: Steinbruch, 9: Bauernhof, 10: Feld, 11: Mine, 15: Schmiede, 16: Lager, 17: Tempel

Installation:
- Du brauchst einen nahezu leeren Casio (etwa 18k freier Speicher sollten genügen)
- Atlantis auf den Rechner senden
- Folgende Matrizen anlegen: Mat B 9x21, Mat C 1x1, Mat D 1x11, Mat F 1x7, Mat Z 4x1
- nun sollten noch 4096 bytes fü ein Bild frei sein (Picture1)

Start:
- ATLANTIS starten -> Karte editieren
- Nun die Häufigkeit der Geländetypen auswählen
- eine Karte generieren lassen
- zurück im Menu: -> Neues Spiel
- Kaffee oder Tee trinken - der Aufbau der Karte dauert etwas arg lange (aber für später wird die Karte in Picture1 gespeichert)

Download:
atla2002.cat für FA-122 (Windows)
atlantis2002.tar.gz für Cafix (Linux)

Möchte noch anmerken, dass dies hier eine Beta-Version ist, und ein weitere wird es höchstwarscheinlich nicht geben. Also das Spielchen könnte durchaus mal mit einem "Syn Error" oder so abstürzen...
3D-Labyrinth
Ein mögliches (großes) Labyrinth
Ein mögliches (großes) Labyrinth

Am Ziel
Am Ziel

Nunja, 3D ist natürlich total übertrieben, aber immerhin, es sieht doch ganz ok aus, oder? Also Ziel ist es, in einem TR-generierten Labyrinth den Schatz zu finden. Ganz einfach. Aber bei Maximalgröße (20x20) kann das auch mal etwas länger dauern.
Auch hier werden eine Menge Matrizen gebraucht...

Download:
3d-lab.cat für FA-122 (Windows)
3d-lab.tar.gz für Cafix (Linux)

Knossos
Start
Start

Ein Labyrinth
Ein Labyrinth

Schon wieder ein Labyrinth-Spiel. Diesmal schauen wir jedoch von oben auf die Szene herab und dank Text-Modus geht's auch etwas fixer. Im TR-Generierten oder selbstgebauten Labyrinth muss zuerst ein 'f' gefunden werden (stellt symbolisch ein Schwert dar!). Danach kann das Feld mit dem 'M' betreten werden (steht für Minotaurus, etwas an den Mythos von Knossos angelegt...).
Hier wird Matrix A benötigt, Größe: 7x21

Download:
knossos.cat für FA-122 (Windows)
KNOSSOS.gz für Cafix (Linux)

Eggshoot
Eggshoot
Eggshoot

Eggshoot ist ein recht einfaches Spielchen, welches aber doch recht viel Kurzweil bringt. Mit den Cursortasten bewegst du ein Ding unten hin- und her, welches mittels ALPHA-Taste feuern kann. Treffen sollst du die kleinen blauen Eierchen, von denen es immer 2 gibt. Das ganze läuft gegen die Uhr, bzw. den Schleifendurchlaufzähler. 35 Punkte sind gut, etwa über 40 ist das beste, was ich erreicht habe. Die Highscore wird in List4 gespeichert. Daher dort vorher eine 0 eintragen, sonst gibt's Fehler. Achso: mit SHIFT kann man sich mal eine Pause gönnen, falls man im Untericht bzw. in der Vorlesung mal wieder was mitschreiben will...

Download:
eggshoot.cat für FA-122 (Windows)
EGGSHOOT.gz für Cafix (Linux)

Formel 1
Formel 1 sieht so schön primitiv aus
Sieht so schön primitiv aus

Steuere deinen Wagen mit den Cursortasten so weit es geht. Die Straße wird immer enger, daher ist bald kein Platz für dich. Einfachst mögliches Scroll-Autorennen.

Download:
formel_1.cat für FA-122 (Windows)
FORMEL1.gz für Cafix (Linux)

AVS
Anzeige des Ergebnisses für eine Variable
Anzeige des Ergebnisses für eine Variable

AVS führt das Austauschverfahren mit Spaltentilgung durch.
In Matrix B trägst du dein lineares Gleichungssystem ein, in der Martix-Schreibweise:
    		A1*X1 + A2*X2 + ... An*Xn + Ac = 0
    		B1*X1 + B2*X2 + ... Bn*Xn + Bc = 0
    		...
    		usw.    	
    	
wobei A1 .. An, B1 .. Bn Koeffizienten darstellen, Ac und Bc konstante Werte sind.
Beispiel:
    		3x + 4y - 7z - 5 = 0
    		 x + 2y + 3z     = 0    		
    	
In der Matrix müsste stehen:
    		( 3  4 -7 -5 )
    		( 1  2  3  0 )
       	
AVS bezeichnet die Variablen mit X1,X2 ... Xn und nicht mit x,y,z. Das Ergebnis wird in Matrix C eingetragen (kann jedoch nur vom Programm gedeutet werden). Außerdem werden noch Listen benutzt.
Matrix funktioniert ganz ähnlich.

Download:
avs.cat für FA-122 (Windows)
AVS.gz für Cafix (Linux)

Matrix
Matrix nutzt den gleichen Algorithmus wie AVS um Matrizen zu invertieren. Dabei gibt es auch den Rang der Matrix an. Trage deine Matrix in Mat B ein und starte Matrix. Das Ergebnis wird in Matrix C eingetragen.

Download:
matrix.cat für FA-122 (Windows)
MATRIX.gz für Cafix (Linux)

Einzelschrittverfahren
Dieses Programm führt das Einzelschrittverfahren zur iterativen Lösung von linearen Gleichungssystemen durch. Dabei muss m=n sein und die Diagonaldominanz gesichert sein. Das Gleichungssystem wird wie bei AVS in Matrix B eingetragen, in Matrix C steht die Näherungslösung.

Download:
einzlsch.cat für FA-122 (Windows)
EINZLSCH.gz für Cafix (Linux)

LR-Zerlegung
Dieses Programm zerlegt die Koeffizientenmatrix eines linearen Gleichungssystems (m=n) in zwei Diagonalmatrizen. Das Verfahren kann gewählt werden. In Mat D trägst du die Koeffizientenmatrix ein. Die Ergebnisse werden in Mat E und Mat F geschrieben.

Download:
lr_zerlg.cat für FA-122 (Windows)
LRZERLG.gz für Cafix (Linux)

Simplexverfahren
Anzeige der Lösung des Beispiels
Anzeige der Lösung des Beispiels

Mit dieser Sammlung von Programmen können lineare Optimierungsprobleme mit dem Simplexverfahren gelöst werden. Alles weitere findest du in der README.

Download:
simplexverfahren.cat für FA-122 (Windows)
simplexverfahren.tar.gz für Cafix (Linux)

Mathe-Sammlung
VEKTORPR
VEKTORPR

BINOMIAL
BINOMIAL: graphisch Anzeige der Verteilung

BASIS
BASIS: eine Hexadezimalzahl

KONSTANT
KONSTANT

Das ist eine Sammlung nützlicher Mathe-Programme:

ABSTAND - Berechnung vom Abstand im Raum
BASIS - wandelt Zahlen des Dezimalsystem in Zahlen beliebiger Basen um
BI KOEFF - Binomialkoeffizient ("n über k")
BINOMIAL - Binomialverteilung perfekt (Anzeiges des Graphen)
KONSTANT - belegt Variablen mit physikalische Konstanten
LAGEBEZ - Lagebeziehung Punkt-Gerade-Ebene im Raum (nicht von mir, habe ich nur abgetippt!)
LOGO - beliebige Logarithmen berechen
QUANTILE - Hm, das hatte was mit Stochastik zu tun... nur was?
VEKTORPR - Vektor (oder Kreuz-) Produkt
XQUAD - löst quadratische Gleichungen etwas ausführlicher

Download:
mathe.zip für FA-122 (Windows)
mathe.tar.gz für Cafix (Linux)





Schneeflocke.net

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