Radtour 2000

1. Etappe: Mittwoch 19.7.2000, Dresden - Cottbus, über 140 km

Die übliche Route auf der Grundstraße aus Dresden raus und und irgendwie nach Norden. Gleich am Anfang fuhren wir die längste Strecke zum eingewöhnen! Dank meiner Großeltern hatten wir eine gesicherte Übernachtung in der Gartenlaube und Abenbrot gab's bei Matzes Großeltern - wir waren (noch) bestens versorgt.


2. Etappe: Donnerstag 20.7.2000, Cottbus - Frankfurt an der Oder, über 120 km

Wir sind viel zu spät losgefahren, weil der Aldi (Früstück!) erst um neun aufmachte. Natürlich haben wir uns in der Spreekanal- und Tagebaulandschaft sofort verfahren, aber irgentwie haben wir es doch geschafft. Bei unseren Verfahrungen haben wir eher unfreiwillig einen ehemaligen (russischen - wie ich später erfuhr) Militärstützpunkt erkundet. Am Eingangstor stand: "Entering contaminated area - have fun" - Na Toll! Leider regnete es desöfteren, aber wir hatten ja eine trockene Übernachtung bei Matzes Tante.


3. Etappe: Freitag 21.7.2000, Frankfurt an der Oder - Parsteiner See, über 100 km

Eigentlich wollten wir ja nen Ruhetag machen, aber die Lage der Zeltplätze zwang uns dazu, quer durchs Oderbruch zu fahren. Wir waren meist auf den Deichen am Oderufer unterwegs, insofern letztere nicht repariert wurden. Erste Übernachtung im Zelt auf einem brauchbaren Campingplatz.

4. Etappe: Samstag 22.7.2000, Parsteiner See - Oberruckersee, etwa 45 km

Ruhetag! Leider war der Vormittag total verregnet aber Matze und ich fuhren nach Angermünde (schönes Städtchen übrigens) um Nahrung zu besorgen. Letztere bestand meist aus Brot, Gouda, Salami, Wiener, Gurke, Äpfel, Bananen, Müsliriegel, Schokalade und Zitronenteegetränk. Zur Feier des Tages gab's sogar warme Nudeln mit warmer Soße zum Mittag. Danach fuhren wir zum Oberruckersee. Abends spielten wir Siedler von Catan und lauschten Rudi's Partydisco welche uns und die vielen (zumeist Jugenlichen) Camper mit blöder Musik zunölte.


5. Etappe: Sonntag 23.7.2000, Oberruckersee - Murchin, über 120 km

Wieder mal ne etwas längere Etappe bis fast zur Ostsee. Ich glaub bei Strasburg überraschte uns ein Regenschauer (sonst super Wetter). Die Burgruine in Spantekow (SW von Anklam) lag auf dem Weg und war das touristische "Highlight" des Tages (wirklich!). Der Campingplatz in Murchin ist absolut zu empfehlen. Da er an eine Jugendherberge angeschlossen ist, gibts sogar Frühstück (mit Butter, Milch, Müsli . . . lecker . . . )!








6. Etappe: Montag 24.7.2000, Murchin - Lubmin, etwa 70 km

Gestärkt vom leckeren Frühstück gings zur Hansestadt Greifswald, um nachzuschauen ob und wann eine Fähre nach Rügen fährt. Unterwegs gab's schon mal den Sprung ins Ostseewasser (kalt war's aber doch). In Greifswald war sogar Zeit für ein bischen rumgedahle. Bei anhaltendem Sonnenschein ging's zum Campingplatz bei Lubmin, wo am nächsten Morgen unsere Fähre starten sollte.


7. Etappe: Dienstag 25.7.2000, Lubmin - Alt Reddewitz, wenig km

Früh zur Fähre und auf nach Rügen! Der Schipperkahn war allerdings keine richtige Fähre, sondern eher ein "Touristenschipperschiffchen" und darum nicht wirklich auf Radfahrer eingestellt. Also mussten wir unserer Räder quer durchs Schiff über viele Treppen schleppen. Wir ham's überlebt. Von Gager (auf Rügen) mit Rad und "Beziehung" nach Alt-Reddewitz, wo der beste Campinplatz von ganz Rügen ist (das behaupte ich jetzt mal, obwohl ich nie auf einem anderen war...), weil regelrecht billig (für Ostseeverhältnisse), ruhig und nicht so'n "Massencamping". Mittagessen gab's bei unserer Beziehung - mal wieder was annähernd "richtiges" zu Essen!





8. Etappe: Mittwoch 26.7.2000, Alt Reddewitz - Strand bei Lobbe und zurück, unerheblich km

Ruhetag. Also Badehose, Nahrung, Tennisball einpacken. Zu viert zum Strand. Baden, Faulenzen, Sonnenbrand ...
"ExtremfesterSchokoladehinterhertrauering und SichüberfliegendeRentnerkaputtlaching..."


9. Etappe: Donnerstag 27.7.2000, Alt Reddewitz - Strand bei Lobbe und zurück, kaum km

Siehe 8. Etappe.

10. Etappe: Freitag 28.7.2000, Alt Reddewitz - Hansestadt Stralsund, vielleicht 70 km

Mit den beiden Ruhetagen hatten wir glücklichen genau das beste Wetter abgesahnt. Nun erwischte uns schon wieder ein Regenschauer bei der Fahrt quer durch Rügen. In Stralsund verzweifelten wir fast auf der Suche nach der Jugenherberge, aber so klein sind die ja nicht, so dass wir sie ja dann doch noch fanden. Und dann war die auch noch teuer! Aber dafür gab's am nächsten Morgen lecker Frühstück.


11. Etappe: Samstag 29.7.2000, Hansestadt Stralsund - Kummerower See, 95 km

Auf der suche nach einem Campingplatz nahe Demmin landeten wir am Kummerower See. ...Vom Regen in die Traufe... Erst regnet es, dann veranstalten die an dem See ein sogenanntes "Lichterfest": bis sonstewann schmierten sich fett die Autos auf den Straßen breit, Dorfvolk vergnügt sich bei Losbude, Karusell, Grillwurst und Konservenmusik...
Aber wir wollten in der Nacht eigentlich schlafen, weil Radfahren macht müde.


12. Etappe: Sonntag 30.7.2000, Kummerower See - Knappensee bei Hoyerswerda, mehr als 500 km

Bis Demmin mit dem Rad und dann mit dem völlig übervöllten RegionalExpress für nur 35,- DM (SWT) plus 6,- DM pro Rad. Quer durch Brandenburg ins Sachsenland zurück. Von Hoyerswerda zum Knappensee, wo wir uns den letztbesten Campingplatz suchten. Und dann wie oft Nachttischtennis.

13. Etappe: Montag 31.7.2000, Knappensee bei Hoyerswerda - Ottendorf bei Sebnitz, etwa 70 km

Die Königsetappe. Zwar waren es nicht gerade viele Kilometer, aber viele Berge waren zu bezwingen. Wir waren schon ganz froh, als wir den Hohwald hinter uns hatten. Dafür ging's aber auch immer wieder mal bergab. Das Wetter war auch allerbeste Sahne und wir erreichten die Hütte bei Ottendorf eher als wir dachten. Dort richteten wir uns häuslich ein, aßen Unmengen Nudeln und spielten bis nach Null Uhr Canasta.








14. Etappe: Dienstag 1.8.2000, Ottendorf bei Sebnitz - Dresden, 65 km

"Vollgashobbyradfahrerundpseudoprofisjaging" auf dem Elberadweg.
Bei Königstein überschritten wir die magische 1000km-Marke und in Pillnitz gab's das obligatorische Eis.

Das war's schon!

Bilanz:

- etwas Sonnenbrand
- etwa 1038 km Gesammtstrecke
- einige viele Mückenstiche
- 18,65 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
- keine Pannen (!!)

Hey, es war echt toll!
Wenn ihr in den Ferien nichts besseres zu tun habt und mal was sportlicheres als faul in der Sonne zu bruzeln tun wollt, macht eine Radtour!


© 2000 Matthias Lieber